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Applikationen unter Linux am Beispiel CentOS

centos Aus CentOS 8 wird CentOS Stream.

Über die Meldung, dass CentOS 8 zugunsten von CentOS Stream einstellt, habe ich mich sehr geärgert. Ich war sogar richtig gehend angepisst.

CentOS war immer die Möglichkeit, eigene Dinge auf Red Hat Kompatibilität zu testen, ohne Subskriptionskosten (für das Patching) bezahlen zu müssen.

Leider hat es das CentOS-Team mit der Version 8 nicht geschafft, zeitnah auf Updates und Hotfixes durch Red Hat zu reagieren und ist aus diesem Grund auch nicht mehr meine Distribution der Wahl. Mein Kram wird im Lauf der nächsten Wochen und Monate auf Ubuntu LTS migriert.

Machen wir uns aber bitte nichts vor. CentOS ist keine "schöne" Linux-Distribution. Das Tooling ist nicht so berühmt. Durch die lange Unterstützung und die durch Red Hat versprochene API-Kompatibilität über die ganze Laufzeit veraltet Software in Red Hat Enterprise Linux (RHEL) und damit auch in CentOS sehr schnell. (Gilt übrigens für andere paketbasierte Distributionen im gleichen Mass, die helfen sich nur mit häufigeren Releases).

RHEL (CentOS) möchte man eigentlich nur aus genau einem Grund einsetzen, nämlich, dass nahezu jede Business-Software für RHEL zertifiziert wird. Und aufgrund der versprochenen Kompatibilität ist es nahezu garantiert, dass sie auch über die komplette Laufzeit das Major-Releases von zehn Jahren bzw. 13 Jahren mit extended Support auch lauffähig bleibt.

Wenn man aktuelle Open-Source-Software auf CentOS einsetzen möchte, so konnte man sich nur dadurch behelfen, dass man entweder darauf vertraut hat, dass die irgendwann in den Software-Kollektionen aufgeschlagen ist, da wurde sie dann "neben" der Basisinstallation installiert oder dass man externe Repositories verwendet hat. Bei meinen Servern habe ich beispielsweise PHP aus den Remi Repositories, sowie Docker und MariaDB direkt vom Hersteller bezogen.

Das hat auch Red Hat erkannt und mit Version 8, Modules oder "Application Streams" eingeführt. Hier gibt es eine sehr gute englischsprachige Erklärung dazu. Kurz zusammengefasst, lassen sich mit diesem Konzept mehrere Versionen der gleichen Software parallel installieren und auch benutzen.

Vermutlich hat dieses neue Konzept die Ressourcen vom CentOS-Projekt gesprengt, ich habe keinen Beweis für diese Vermutung. Für mich ist dieses Konzept aber nur ein Zwischenschritt auf dem Weg, das Basis-Betriebssystem komplett vom Applikationsteil zu trennen.

Im Grossen und Ganzen: Kernel, Netzwerk, Infrastruktur (Backup, Authentifizierung, ...) macht die Distribution und den ganzen Rest können Applikationen alleine besser.

Wenn wir die Distributionen nur als stabile Basis ansehen, auf der wir Dienste mit den Hersteller-Repositories (Docker, MariaDB, ...) oder Snaps, Flatpaks und AppImages oder Containern (Docker, Podman, ...) aufsetzen, dann würden wir allem gerecht werden.

Es entspricht einer Trennung von Applikation und Plattform, die in vielen Firmen trotz DevOps immer noch betrieben wird. DevOps bezieht sich im Grossen und Ganzen auch mehr auf Applikationsentwicklung und -betrieb. DevOps (oder EngOps) für die Plattformentwicklung ist davon getrennt.

Wenn wir diese Sichtweise weiterspinnen, werden paketbasierte Linuxdistributionen obsolet.

Wohin das in Summe führen kann, sehen wir mit Kubernetes (und OpenShift) oder durch den Einsatz von Containern (mit Docker oder Podman oder ...).

Kubernetes ist es egal, auf welchem linuxbasierten OS es läuft, wenn die Voraussetzungen gegeben sind. Den Leuten, die Kubernetes benutzen (nicht verwalten), ist die komplette Infrastruktur darunter egal, so lange das Cluster zur Verfügung steht.

Und, die alten erinnern sich, das hatten wir schon einmal, aber nicht ganz so ausgereift.

Java hat den Ruf (weitestgehend) plattformunabhängig zu sein. Klar, dafür muss man mit der Runtime (JRE) oder dem JDK auch ein halbes OS mitinstallieren. Darauf kann man Applikationsserver wie Tomcat, JBoss, Weblogic, Websphere, ... betreiben und auch da gab es das Versprechen, sich nicht um die darunter liegenden Schichten kümmern zu müssen.

Meiner Meinung nach wurde dieses Versprechen nie komplett eingelöst, obwohl sehr viele gute Konzepte vorhanden waren.

Mit Containern und Orchestrierungslösungen sind wir aber der Erfüllung dieses Versprechens einen Schritt näher gekommen.

Bin an Euren Meinungen und einer Diskussion darüber sehr interessiert.

Selbsthosting vs. Fremdhosting

gedanken Da ich weiss, dass nicht alle meine Leser einen Account im Fediverse haben, möchte ich meine Stellungnahme zu Selbsthosting vs. Fremdhosting auch gerne hier im Blog noch einmal erläutern.

Hinter diesem Link verbirgt sich der Original-Thread.

Wie Ihr wisst, war ich und bin ich immer ein Vertreter von Selbsthosting gewesen und hatte ein Problem damit, meine Daten anderen Providern anzuvertrauen. Dem Thema habe ich hier im Blog auch ein eigenes Tag fremdhosting vergeben

Zurück zum Thema: Wenn ich einen Podcast mit vertretbarem Aufwand selber hosten könnte, sodass zum einen alle Integrationen funktionieren und zum anderen auch die Sicherheit der Plattform gegeben ist, dann würde ich das machen.

Um Infrastruktur kümmere ich mich rund zehn Stunden an jedem Arbeitstag. In meiner Freizeit möchte ich mich gerne verstärkt auf Inhalte fokussieren. Ich habe gemerkt, dass ich viel als Selbstzweck betrieben habe und das möchte ich nicht mehr. Die freie Zeit ist eh schon sehr (zu) knapp bemessen.

Die Alternative zum Hosten lassen wäre gewesen, keinen Podcast zu machen und das ist keine Option. Mir macht das einfach zu viel Spass.

In dem Zusammenhang möchte ich auch gerne erwähnen, dass ich E-Mail nicht mehr selber hoste. Wenn ich ehrlich bin, habe ich das nie wirklich gerne gemacht, weil das ein Dienst ist, der ständige Betreuung verlangt. Tatsächlich habe ich schon ziemlich viel Spam ausgefiltert, das war aber nichts im Vergleich zu dem, was ein professioneller Mailhoster leistet.

Den endgültigen Ausschlag hat gegeben, dass die beste Ehefrau von allen immer mehr Kunden bekommen hat, die Microsoft-Maildienste verwendet (hotmail.com, outlook.com, ...) und Microsofts Mailabteilung statt einzelnen IPs ganze Adressbereiche - wie beispielsweise meinen Serverprovider - komplett blockt. Das zu beheben, in dem man den Support einschaltet, ist die ersten Male noch ok, aber es nervt sehr schnell.

Strafsteuer?

gedanken

Die Idee, eine Strafsteuer zu verhängen, finde ich total, super. Ich habe ja auch weniger Kosten, zur Arbeit zu kommen.

Im Gegenzug freue ich mich darauf, dass mein Arbeitgeber

  • mein Homeoffice renoviert,
  • die Hardware- und Softwareausstattung bezahlt und auf einem aktuellen Stand hält, wie Beispielsweise
    • Schreibtisch,
    • Bürostuhl,
    • Beleuchtung,
    • Computer,
    • Zwei Monitore,
    • Telefon,
    • Headset,
  • einen neuen Internetzugang einrichten lässt und die laufenden Kosten übernimmt,
  • die Mietkosten für das Zimmer bezahlt,
  • täglich eine Reinigungskraft für Büro und Toilette vorbeischickt,
  • eine Kaffeemaschine aufbaut,
  • den Kaffee bezahlt,
  • natürlich auch Wasser- und Stromkosten übernimmt,
  • im Katastrophenfall auch die Scheidungskosten, inklusive Anwalts- und Gerichtskosten, begleicht,

Ach, das wollt Ihr gar nicht, weil Ihr soweit nicht gedacht habt?

Dann haltet doch bitte die Klappe und macht Euch nicht so wichtig.

E-Book-Reader

Aus der Reihe "technische Lösungen für untechnische Probleme" heute: Dirk und Lesen.

Ich möchte gerne wieder mehr lesen und damit meine ich nicht Artikel im Internet sondern Bücher in Form von E-Books und da auch nicht unbedingt das technische Zeug.

Um dem Einwand vorzubeugen, ja, die "Handerotik" bei Büchern auf Papier ist deutlich besser, aber praktischer sind die elektronischen Gerätschaften schon.

Das hat vor allem etwas mit Disziplin zu tun.

Mit meinem Tablet könnte ich das gut erledigen und Moon+ Reader ist auch eine hervorragende Anwendung um E-Books und PDFs zu lesen. Ich mache es nur einfach nicht. Alle möglichen Unterbrechungen würden sich ja durchaus durch eine Aktivierung des Flugmodus in Wohlgefallen auflösen.

Jetzt hat sich ein Bekannter via Daydeal (tägliche Angebote eines Online-Händlers in der Schweiz) ein Onyx Boox Nova Pro gekauft und ist begeistert. Auf dem Gerät läuft übrigens Android.

Das hat mich ins Nachdenken gebracht, nach dem Kindle DX (2. Generation), einem E-Book-Reader mit 9.7 Zoll Bildschirmdiagonale ist leider nichts vergleichbares mehr auf den Markt gekommen. Dachte ich. So war es auch sehr lange.

Aber mittlerweile scheinen grössere E-Book-Reader wieder en vogue zu sein. Der Preis der Gerätschaften ist auch nicht ohne. Ich habe zwei in die engere Auswahl genommen, die beide für sich genommen einige Vorteile haben.

Da ist auf der einen Seite das Pocketbook InkPad X (noch nicht verfügbar) von einem Hersteller in der Schweiz, es ist ein reiner E-Reader, was ein Vorteil sein kann, der deutlich mehr Dokumentenformate versteht als der Konkurrent.

Auf der anderen Seite das ONYX BOOX Note 2, mit doppelt so viel Speicher (64 GB) und der Möglichkeit, Notizen aufzunehmen. Dass das Tablet unter Android läuft, muss nicht unbedingt ein Vorteil sein (wegen potentiellen Unterbrechungen). Ob ich die Notizfunktion wirklich brauchen würde, weiss ich nicht, ich mache schon lange keine handschriftlichen Notizen mehr.

Gut, dass die "beste Ehefrau von allen" als Berater den rettenden Vorschlag hatte. "Ich leih Dir mein reMarkable, dann kannst Du mal schauen, ob das überhaupt etwas für Dich ist (bevor Du das Geld zum Fenster rauswirfst)." Letzteres hat sie nicht gesagt. Wir haben bei uns die klare Absprache, dass Silvia und ich mit unserem "Taschengeld" machen können was wir wollen und der oder die andere nicht reinredet.

Heute Morgen kam dann gleich der Test auf dem Weg zur Arbeit und ich muss sagen, dass das Lesen mit einem E-Book-Reader doch deutlich entspannter ist, als mit einem Tablet.

Jetzt stehe ich hier mit meinem "kurzen Hemd" ... :-)

Nachhaltigkeit

Nachdem Matthias schrieb, dass er sich fremd fühlt im eigenen Blog, ist mir aufgefallen, dass mir das von Zeit zu Zeit genauso geht.

Daher habe ich das auch entsprechend kommentiert.

Für mich geht das mit dem Bloggen auch in Wellenbewegungen.

Den Linkdump habe ich angefangen, um überhaupt noch etwas im Blog zu machen.

Was ich sehe ist, dass alles, was sich in irgendwelchen Netzwerken tummelt, sehr sehr flüchtig und kaum noch findbar ist. Aber auf Artikel aus meinem Blog verweise ich sehr häufig und freue mich darüber, dass ich schon so viel gemacht habe.

Das bitte ich nicht, als erhobenen Zeigefinger zu sehen, ich möchte den Gedanken nur weitergeben.

Robert schrieb in einem weiteren Kommentar, dass genau das der Grund sei, weshalb er zum Teil auch Tweets verbloggen würde.

Vielleicht ist das auch ein guter Grund, ein eigenes Blog zu beginnen.

Im Moment geht mir "die Bloggerei" wieder etwas leichter von der Hand. Wie lange "dieser Anfall" dauert, kann ich noch nicht abschätzen, vermutlich aber, wenn der Alltag wieder da ist.

Vorsätze 2020

gedanken

Dieser Artikel ist ein Update des letztjährigen Artikels zu Vorsätze 2019.

Auch für 2020 habe ich mir wie in vielen vergangenen Jahren keine Vorsätze gesetzt.

Allerdings habe ich 2020 einiges vor auf das ich mich freue: Stay tuned!