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E-Mail weg vom Handy

Es war lange überfällig, ich habe - bis auf Monitoring - alle E-Mail-Accounts vom Handy und vom Tablet gelöscht.

Für mich ist keine E-Mail so wichtig, dass sie nicht warten könnte. Wenn ich vom Handy auf die E-Mails zugreifen möchte, habe ich immer noch die Möglichkeit, das mittlerweile sehr gut mobil nutzbare Frontend namens Elastic von Roundcube verwenden.

Tatsächlich glaube ich, dass wir die Benachrichtigungen viel zu wichtig nehmen und dass wir selten sofort auf etwas reagieren müssen.

Bloggeburtstag Nummer 15

Unfassbar! Dieses Blog hier gibt es mittlerweile seit 15 Jahren.

Damit "lebt" es bereits länger als viele andere Internetdienste. Es ist ein gutes Beispiel dafür, seine eigenen "Ergüsse" einem fremdgehosteten Dienst anzuvertrauen, der verkauft und dann irgendwann eingestellt wird.

Nach vielen Hoch- und Tiefpunkten und zwischenzeitlichen Ideen, das Blog einzustellen, bin ich doch sehr froh, es behalten zu haben.

Seit der Erstellung läuft das Blog mit der Software Serendipity und es ist im Kern immer noch das gleiche wie vor 15 Jahren. Die Software wurde einfach immer wieder aktualisiert.

Danke Euch Lesern für Eure Treue!

Onyx Boox Max 3

Vor einigen Tagen habe ich hier etwas über das reMarkable geschrieben, habe mir aber in der Zwischenzeit ein neues Lese- und Schreibgerät zugelegt.

Es handelt sich um das zugegebenermassen nicht so günstige Onyx Boox Max 3. Die Webseite ist übrigens ziemlich gut. Wenn Ihr weiter runter scrollt, findet Ihr ein paar Videos zum Gerät.

Warum? Es gibt eine Reihe von guten Gründen für mich.

Displaygrösse: Die Bildschirmdiagonalen der beiden Geräte sind 10.3 Zoll (262 mm) bzw. 13.3 Zoll (338 mm). Das Display des reMarkable (209x157 mm) ist ungefähr so gross wie DIN A5 (210x148 mm) und das Display des Max 3 (284x183 mm) liegt fast bei DIN A4 (297x210 mm), wenn ich richtig gerechnet habe. Der Unterschied ist merkbar.

Android: Das Max 3 läuft mit Android 9 und erlaubt damit die Installation von reichlich Android Apps. Standardmässig ist es nicht mit Google verbunden, man kann aber den Playstore nutzen wenn man möchte (ich möchte es nicht). Im Standard ist es mit dem Store des Herstellers verbunden, aus dem man beispielsweise die Apps von Amazon oder Tolino installieren, um auch DRM-verseuchte E-Books lesen zu können.

Keine Cloudbindung: Anders als bei reMarkable, das nur vernünftig nutzbar ist, wenn man den Cloudspeicher der Hersteller mitbenutzt, lässt sich das Max 3 komplett ohne Clouddienste benutzen. E-Books können über den eingebauten Webserver verschickt werden, dem Gerät liegt ein USB-C microSD Adapter bei, über den man ebenfalls Dokumente kopieren kann.

Grössere Leistung: Damit meine ich nicht alleine die technischen Daten. Ich hatte auf dem reMarkable häufig Probleme, aufwendige PDFs zu öffnen. Die Probleme beim reMarkable bestanden darin, dass das Blättern mehrere Sekunden dauert und die Darstellung enorm verzögert ist. Beim Max 3 werden selbst aufwendige PDFs nahezu instantan angezeigt. Super.

Speicher: 8 GB vs 64 GB, nicht dass man rein für E-Books so wahnsinnig viel Speicher braucht, aber es ist schön das in der Hinterhand zu haben. Alle "meine" E-Books belegen 25 GB, ich könnte also alle auf das Gerät kopieren. Ich vermute das Handling würde keinen Spass machen, aber es ginge.

Gimmicks HDMI: Das Max 3 lässt sich via HDMI als externer Monitor benutzen. Ich könnte mir gut vorstellen, auf dem Max 3 ein PDF zu haben, das ich benötige, um auf dem Hauptgerät zu arbeiten. Ob das das jemals versuche, weiss ich nicht. Es gibt ein interessantes Video - Boox Max3 - Secondary Monitor Demo dazu. Die Halterung sieht super aus.

Noch einmal der Preis. E-Book-Reader mit Notizfunktion kosten Geld, leider nicht wenig Geld. Aber der Nutzen ist relativ gross. Jede oder jeder muss den Wert für sich selber bestimmen und auch ob er oder sie bereit ist, das Geld dafür zu bezahlen.

Telefonieren und Privates

Auf meiner ToDo-Liste steht schon lange der Titel für diesen Blogartikel.

Wenn mich das Homeoffice in einem bestätigt hat, dann dass ich froh darüber bin, ein privates Telefon und ein davon getrenntes dienstliches Telefon zu benutzen. Ich darf das Diensthandy zwar privat benutzen und müsste nur den Anteil der Nutzung bezahlen, der über einem festgelegten Betrag liegt, aber ich habe mich aufgrund schlechter Erfahrungen in einem früheren Job dagegen entschieden.

Jetzt ist es so, dass ich ausschliesslich Anrufe über das Mobiltelefon und über Skype for Business bekomme, bis auf die Menge habe ich gar nichts dagegen. Mein Fehler war, dass ich an einem Abend das Handy nicht ausgeschaltet habe und ich bekam - wie schon früher - einen Anruf spät am Abend ("damals" war es in der Nacht um drei Uhr) mit einer relativ belanglosen Rückfrage. Die Frage konnte ich aber nur beantworten, nach dem ich mich in der Firma angemeldet habe. Da mich die Person erreicht hat, wollte ich natürlich auch helfen. Nennt es "Charakterschwäche".

In der Firma liefern wir Unterstützung von 7:00-18:00 Uhr direkt und ausserhalb dieser Zeiten leisten wir für Produktionssysteme Bereitschaft (in der Schweiz "Pikett"). Das funktioniert auch gut und die anderen Probleme können bis zum nächsten Tag warten.

Die Konsequenz daraus ist, dass ich zum Einen daran denken muss, das Handy auszuschalten, wenn ich keinen Dienst habe und zum anderen auch konsequent "Nein!" sagen muss.

Linkdump 21/2020

Der erste Linkdump mit dem neuen E-Book-Reader, das muss sich noch ein bisschen einspielen.

Tech people are different from so called "normal people": Why Slack Isn’t Winning the Remote-Work Revolution - Yet.

Use the Pareto principle to simplify your life - divide an conquer ...

Netter Bericht über die Geschichte von Python, Wie aus einem Nerd-Projekt eine der beliebtesten Programmiersprachen der jüngsten Zeit wurde.

Jeder Vierte arbeitet aktuell im Homeoffice – und viele tun das gern, huch, das ist überraschend für mich. Nicht. Aber: Selten wird über Menschen berichtet, denen es nicht gut geht im Homeoffice. Berichte über den Anstieg der häuslichen Gewalt gibt es auch kaum.

Hat das wirklich mit Homeoffice zu tun? Linux-Marktanteil verdoppelt sich innerhalb eines Monats.

Pendeln

Spannend, oder? Wir merken im Homeoffice, wie sehr uns das Pendeln zur Arbeit gestresst hat. Als einzige Konsequenz fällt uns ein, im Homeoffice zu bleiben und nicht näher an die Arbeit zu ziehen oder einen Job in Nähe des Wohnorts zu suchen.

Nur, dass das hier nicht falsch ankommt, ich habe nichts gegen Homeoffice. Homeoffice ist aber deutlich mehr als zu ermöglichen, von zu Hause zu arbeiten, es ist eine Arbeitskultur, zu der deutlich mehr gehört.

Zum eigentlichen Thema: Wenn uns Pendeln krank macht, dann gibt es nur eine begrenzte Menge an Möglichkeiten, damit umzugehen und alle haben ihre Vor- und Nachteile.

  • Näher an die Arbeit ziehen. Das ist aufgrund von begrenztem Wohnraum nicht immer möglich.
  • Einen Job in Nähe des Wohnortes suchen - auch das ist nicht immer möglich. Hier beissen sich zusätzlich die unterschiedlichen Anforderungen. Vor allem, dass man den Wohnort nach anderen Kriterien wählt als den Arbeitsplatz.
  • Für Jobs, in denen man nicht die Möglichkeiten hat, muss man leider in den sauren Apfel beissen und sich arrangieren bzw. sich langfristig in Richtung "Verkürzung der Pendelzeiten" zu orientieren.
  • Einen Job mit "Remote Work"-Möglichkeiten, wie beispielsweise Homeoffice, suchen. Dazu kann ich aus eigener Erfahrung nur sagen, dass das dauerhaft nur glücklich macht, wenn zumindest das Team komplett remote arbeitet und es eine entsprechende Remote-Work-Culture gibt.

Der letzte Punkt wird unterschätzt. Homeoffice ist häufig keine Frage der technischen Möglichkeiten. Wenn man als einziger den "Flurfunk" nicht mitbekommt oder als einziger aus dem Homeoffice an einer Besprechung teilnimmt, merkt man sehr schnell, dass man sehr viel Kommunikation und insbesondere auch non-verbale Kommunikation nicht mitbekommt. Das macht auf Dauer auch keinen Spass.

Wir sind gerade in der Phase, in der die technischen Möglichkeiten für viele Büro-Angestellte geschaffen wurden. Der Kulturwechsel wird noch länger brauchen. Wir FLOSS'ler kennen das schon länger und arbeiten remote an interkontinentalen Opensource-Projekten. In den Unternehmen muss sich das erst einspielen.

Linkdump 19/2020

Hier kommt mal wieder ein Linkdump. Viel Spass damit.

This is one well-thought list of really necessary skills, The 10 Most In-Demand Career and Business Skills for 2020.

Please use ethernet cables whenever you can. Please. Nothing more to say. Period.

The Fairphone company keeps their promises, most probably, I will give it a try, Keeping your data safe with /e/OS.

reMarkable - a technical report on how using it with Linux works.

Das ist sehr gut nachvollziehbar, ich weiss, was ich an meinen Kollegen habe, aber ich hätte trotzdem gerne einen fixen Homeoffice-Tag nach der "Corona-Zeit": Zwischenfazit zum Home-Office.

6 Reasons the Future of Software Is Open Source - unfortunately this is very one-sided and too simple.

Captain Obvious, but in a nice way. Struggle With Self-Discipline? Try Forming These Habits.

Wie Tech-Bewerbungsgespräche aus der Distanz gelingen. Sehr gute Zusammenfassung.

Podcast

Einer meiner Lieblingspodcasts - leider immer ohne Sendungsnotizen - sendet in dieser Episode zum Thema Ab ins Home Office.

reMarkable

Den Entwurf dieses Artikels habe ich schon lange "auf Halde". Auch, wenn ich das Gerät einen Monat kaum benutzt habe, möchte ich hier gerne ein Zwischen-Fazit geben. Mir ist klar, dass die Version 2 des reMarkable gerade vorbestellbar ist. Soweit ich gesehen habe, ist das aber nur Produktpflege, ausser schöner, flacher, leichter, ... hat sich nicht so viel getan.

Wie hier beschrieben, habe ich das reMarkable von meiner Frau "geerbt".

Früher (tm) habe ich sehr viel gelesen. "Wir hatten ja nichts", oder vielmehr wurden wir von viel weniger Dingen abgelenkt als heute. Dazu kommt, dass meine Frau Buchhändlerin gelernt hat und wir immer Lesestoff zu Hause hatten. Das ging sogar soweit, dass wir in einen zweiwöchigen Urlaub eine voll gepackte Plastikkiste mit Büchern mitnahmen und die auch am Ende des Urlaubs gelesen waren. Dem Gewicht und dem Platzbedarf dieser Kiste heule ich nicht hinterher.

Das letzte Tablet habe ich gekauft, um mehr zu lesen. Das hat nicht geklappt. Zum einen kann man auch viele andere Dinge mit einem Tablet machen zum anderen ermüdet Lesen auf einem Tablet die Augen sehr. Witzigerweise nutze ich das Tablet zum Konsumieren von Medien, insbesondere Netflix und Podcasts, Web surfen und "Administration unterwegs".

Meine Handschrift ist Mist, tatsächlich kann ich keine "Schreibschrift" mehr. Die Ausnahme ist meine Unterschrift. Meine Art zu schreiben ist eine Mischung aus Blockschrift und etwas, was eine Schreibschrift sein könnte. Das ist auch der Grund, weshalb ich Notizen nur mit dem Rechner bzw. mit dem Tablet (und Keyboard) mache. Da ich auch keine künstlerische Ader habe, skizziere ich sehr wenig. Und wenn, dann nur in Vorträgen oder Meetings auf dem Whiteboard oder manchmal auch auf Flipcharts.

Wie spielt jetzt das reMarkable da rein?

Das Lesen von Texten mit einem darauf spezialisierten Gerät macht deutlich mehr Spass als mit einem Tablet oder am Bildschirm. Das reMarkable hat leider keine Hintergrundbeleuchtung, das Display ist aber flackerfrei und gestochen scharf. PDFs im DIN A4 Format sind ebenfalls gut lesbar, hier merkt man aber bei "schlecht optimierten PDFs" einige Verzögerung beim Umblättern und das stört leider den Fluss. Das Hauptfeature ist aber, dass mich nichts vom Lesen ablenkt.

Toll ist, dass man jedes Dokument, was man liest, mit handschriftlichen Notizen und Markierungen versehen kann. Die sehen auf dem Gerät top aus, der Export ist so "na, ja". Man muss schon genau wissen, wofür man das Gerät benutzt.

Das Schreiben auf dem Tablet fühlt sich wie Schreiben auf Papier an. Das Gefühl ist wirklich unglaublich. Trotz meiner Aversion gegen das Schreiben, macht das richtig Spass. Auch hier kommt wieder der Vorteil zum Zug, dass man durch nichts unterbrochen wird. In meiner Zeit vor der "Homeoffice-Verbannung" habe ich wieder viele Notizen gemacht. Ein Cloudservice wandelt (selbst meine) Notizen in lesbaren Text. Das hat mich beeindruckt.

Damit kommen wir auch gleich zum eigentlichen Problem, das ich mit dem Gerät habe. Das Gerät ist fest mit einem 8-GB-Cloudspeicher bei reMarkable verknüpft und synchronisiert sich damit. Da man das WLAN ebenfalls benötigt, um die regelmässigen Updates einzuspielen, kommt man nicht darum herum. Schade eigentlich.

Software zur Verwaltung gibt es für Mac OS X, Windows, Android und iOS - leider nicht für Linux. Die Software interagiert mit dem Cloudspeicher und das Gerät synchronisiert sich dann beim nächsten Kontakt zu einem WLAN. Das klappt problemlos.

Mit einem der letzten Updates ist die Möglichkeit dazu gekommen, einen Webserver einzuschalten, wenn man das Gerät mittels USB verbindet. Das funktioniert unter Linux sehr gut, auch wenn die Möglichkeit, noch als "beta" eingestuft wird. Für Linux gibt es das Open-Source-Tool rMAPI für die Kommandozeile, was mir gute Dienste leistet.

Fazit

Ich mag das Gerät sehr, es ist ein toller E-Book-Reader und ein phantastisches "Notizbuch". Mit einer Linux-App und fehlenden Zwang, den Clouddienst zu nutzen, wäre es perfekt. Der Preis ist sehr hoch und ich würde es mir nicht kaufen.

Spannend ist, dass mich das Gerät wieder dazu gebracht hat, handschriftliche Notizen zu machen.

Messenger cleanup

Gestern habe ich mich von einigen Messengern auf dem Mobiltelefon und dem Tablet getrennt. Zum Teil, weil ich sie kaum genutzt habe und zum Teil, weil ich sie mobil nicht (mehr) brauche.

  • Briar - kein Ersatz, Briar saugt sehr am Akku.
  • Conversations - auf dem Desktop werde ich weiterhin Dino benutzen, wenn da im nächsten halben Jahr nichts mehr passiert, werde ich mich wieder einmal von XMPP trennen.
  • Jitsi Meet - das ist ein typischer Fall von "nutze ich nur auf dem Desktop", im Notfall könnte ich auch einen mobilen Browser verwenden.
  • Keybase - wird von mir gar nicht für Chats genutzt. Auf dem Desktop läuft noch ein Client.
  • Wire - mangels Kommunikationspartnern nur noch auf dem Desktop, auch hier gilt die sechs-Monats-Regel.

Wenn Ihr mich dringend erreichen wollt, nutzt bitte die zahlreichen anderen Möglichkeiten.

Linkdump 16/2020

Hier kommen nach einiger Zeit mal wieder ein paar Links zum Nachlesen. Die Medium-Links würde ich innerhalb von Firefox in Containern - Firefox Multi-Account Containers - öffnen.

Eine weitere Möglichkeit, Videokonferenzen via Jitsi abzuhalten, ich empfehle diese, weil sie zum einen in der Schweiz ist und zum anderen von jemandem Betrieb wird, der im Netz sehr aktiv ist: Videokonferenzen auf meet.novatrend.ch.

Die große Chance für Open Source - das kann ich nur unterschreiben, "wir" sollten die Chance nutzen.

I do not agree completely, but it is a good starting point for discussions, 7 Predictions for a Post-Coronavirus World.

6 Apps to Help You Thrive in 2020, there are some nice ideas, would be good to have FLOSS alternatives.

Ich halte das auch für eine gute Idee, er ist zwar keine Open-Source-Software, aber er wird zumindest regelmässigen Audits unterzogen und die Daten landen nicht in Amerika: Sicherer Messenger benötigt? Threema nutzen.

Briar: Der Messenger für die Krise - gibt es hier Leser, die das mit mir testen wollen? Mein Username ist "ddeimeke" und die Briar-URL lautet: "briar://acidtejczp2azipinkyj3d7xezr4nwbtl7g52xkrtfwnyeemgjgwk" (vielen Dank für den Hinweis in den Kommentaren, Strubbl).

There are a lot more editors, but I agree that this covers the best ones (from my point of view): Best Linux Text Editors for Programming in 2020.

Ein Rant auf Remote Work

Tag 35 im Homeoffice und ich habe akut keine Lust mehr auf irgendwelche Telefonanrufe oder Audio-/Videocalls, Telefonkonferenzen, Webmeetings, WebEx oder Zoom oder Jitsi oder Mumble.

Und warum?

Weil die meisten Leute nicht an ihr Gegenüber denken. Leute, wir leben in 2020 und es kann so schwer nicht sein, wirklich nicht. Ich habe in den letzten Wochen zwischen vier und acht Stunden in Audio- und Videokonferenzen gebracht.

Bitte, bitte investiert ein paar Franken oder Euros in ein gutes Headset. Wenn Ihr das Geld für ein gutes Headset nicht ausgeben wollt oder die Kosten nicht erstattet bekommt, dann kauft Euch bitte irgendein Headset, alles ist besser als kein Headset. Selbst ein angeschlossener Kopfhörer hilft schon ein bisschen.

Wenn Ihr das Mikrofon Eures PCs verwendet, nimmt das Mikro auch das auf, was aus dem Lautsprecher kommt, das bedeutet, ich als Euer Gesprächspartner höre mich selber mit einem Echo. Ihr bekommt das nicht mit, weil Ihr, das, was Euer Mikro aufnimmt nicht wieder zurück gespielt bekommt. Hier wirkt ein Kopfhörer Wunder.

Das Mikro Eures PCs ist auch gut dazu in der Lage, die Geräusche des Lüfters aufzunehmen, was für einen relativ hohen Geräuschpegel sorgt, wenn Ihr mit mir redet. Das Problem gibt es bei einem Headset nicht.

Ich mag auch wirklich nicht Sprachforensik zu betreiben, nur weil Ihr in Mikro nuschelt. Mensch!

Mal ein paar Grundregeln und Empfehlungen:

  • Wenn Ihr einen schwachen Rechner habt oder kein Audio-Equipment, nutzt bitte das Telefon. Ja, das altmodische Telefon.
  • Wenn Ihr die Freisprechfunktion Eures Telefons nutzt, legt es nicht ins Bad, wenn Ihr aus dem Wohnzimmer heraus arbeitet. Das Mikrofon sollte schon in Nähe des Mundes sein.
  • Apropos Bad, schaltet Euch bitte "stumm" (mute), wenn Ihr die Spülung betätigt.
  • Wenn Ihr über Euren Rechner an Konferenzen teilnehmt, nutzt bitte eine kabelgebundene Verbindung zum Internet. Ja, ich weiss, das ist uncool, aber die Latenz ist deutlich besser als über WLAN. Wir kommen in Gesprächen mit zeitlichem Versatz - 50 Millisekunden reichen da schon - nicht gut zurecht und fallen einander ständig ins Wort.
  • Lasst Euren Rechner bitte am Strom und nicht am Akku, die Stromsparfunktionen treiben zum Teil seltsame Blüten.
  • Kauft Euch ein Headset was für langen Einsatz ausgelegt ist und auf Sprechen optimiert ist. Ich habe ein Headset, mit dem ich gut Podcasts, Hörbücher, Musik und Filmton konsumieren kann und was zusätzlich noch Sprache beherrscht. Die Sprachqualität ist leider dementsprechend.
    • Schaut Euch für den Kauf nicht in Hifi-Läden um, sondern im "Bürobedarf" um. Die Marken Jabra und Plantronics (jetzt Poly) sind da ganz weit vorne.
    • Denkt bitte daran, dass Ihr das Headset stundenlang tragen müsst, es sollte entsprechend leicht sein.
    • Denkt bitte auch an Euer Gegenüber, die Sprachqualität sollte ebenfalls gut sein (besser als die von einem Headset, dass "unter anderem" auch Sprache beherrscht).
    • Ich halte es für wichtig, dass das Headset nicht nur mit einem Mobiltelefon funktioniert, idealerweise funktioniert es auch mit einem PC.
  • Tut Euren Kollegen den Gefallen und schaltet Umgebungsgeräusche weitestgehend ab. Türen und Fenster kann man schliessen. Ich freue mich sehr darauf, Eure Ehepartner, Kinder und Haustiere kennen zu lernen. Allerdings finde ich auch gut, wenn wir nach dem Kennenlernen über unsere Punkte möglichst störungsfrei reden können.
  • Ja, ich weiss, das geht nicht immer.
  • Zieht Euch bitte nicht darauf zurück, dass Ihr nur dann etwas macht, wenn Euer Arbeitgeber das bezahlt. Die Nerven, die Ihr Euch und anderen spart, sind auch Geld wert. Vielleicht versteht Ihr die Anschaffung auch als Investition in ein künftiges Homeoffice, wenn Ihr das mal wollt und nicht wenn Ihr von zu Hause arbeiten müsst.

Ein genereller Tipp noch: Macht Euch bitte mit der Technik vertraut und probiert die unterschiedlichen Möglichkeiten mit Euren Kollegen durch, um so weniger Stress habt Ihr bei wichtigen Gesprächen. Wenn Ihr niemanden zum Testen findet, könnt Ihr das auch gerne mit mir versuchen, Kontaktinformationen finden sich auf der Homepage (bitte sprecht einen Termin mit mir ab).

Ich spreche bei dem allen aus eigener Erfahrung.

Hier gibt es Testberichte zum Thema.

Bereitschaft und Homeoffice

Mein Job bringt es mit sich, dass ich Bereitschaftsdienste (in der Schweiz heissen sie Pikettdienste) übernehmen muss. Das mache ich schon so lange, dass ich kaum noch weiss, wann das angefangen hat. Die Firma stattet mich für die Dienste mit Telefon und Computer aus.

Bei uns sind die Telefone iPhones, in meinem Fall ein iPhone 8 Plus, im Herbst habe ich Anspruch auf ein neues. Der Austausch-Zyklus wurde von zwei auf drei Jahre verlängert, was ich auch für sinnvoll halte. Zusätzlich habe ich auch einen "Computer" bekommen - da habe ich mich für ein iPad Pro 12.9 Zoll mit Keyboard entschieden. Ich hätte auch ein Thinkpad oder ein 13" MacBook haben können.

Die Entscheidung für das iPad war relativ leicht, da es sehr portabel ist und weil mit einem Tastendruck auf meine Mails zugreifen kann, wir nutzen Blackberry Work. Generell komme ich nur über Citrix Workplace in die Firma, das degradiert alle Gerät im Firmenkontext zu ThinClients und im Pikett sind keine längeren Arbeiten zu leisten.

Für die Bereitschaft ist das iPad also super, allerdings taugt es nicht, einen ganzen Tag (oder mehrere Wochen) damit zu arbeiten. Da hätte ich schon gerne eine externe Maus und Tastatur und auch einen echten (tm) Monitor sowie kabelgebundenes Netzwerk.

Das erledige ich mit meinem privaten Gerät und einem Hack, da Fedora ab Version 29 nicht mehr von der notwendigen Citrix Workplace App unterstützt wird. Arbeiten funktioniert damit problemlos, nur Audio- oder Videokonferenzen via Skype for Business über die Workplace App nicht.

Anfänglich habe ich mir damit geholfen, den Skype-for-Business-Client auf Mobiltelefon und Tablet zu installieren, was sehr gut bis zu dem Punkt funktioniert, dass mal jemand seinen Bildschirm teilt. Da ist dann kaum noch etwas zu erkennen.

Also habe ich mir eine virtuelle Windows-Maschine mit dem Firmen-Schlüssel in VirtualBox aufgesetzt, ausser dem Citrix-Client und dem HDX-Plugin ist dort nichts installiert, ich mache kein NAT, sondern nutze eine Bridge auf die mit dem Kabel verbundene Netzwerkkarte. Da ich das Extension Pack installiert habe, kann ich die Webcam an die VM "durchreichen" und das kürzlich gekaufte Headset funktioniert nur ebenfalls tadellos. Yippieh! Willkomen in 2020.

Wenn Euch das wie "von hinten durch die Brust ins Auge erscheint", dann muss ich Euch Recht geben. Allerdings möchte ich bei meinen privaten Gerätschaften nicht auf dem Blech Windows installieren. Längerfristig werde ich vielleicht das Tablet durch einen voll unterstützen Rechner ersetzen lassen, aber momentan bin ich mit der Lösung zufrieden.

Nachtrag: Audi geht nur abgehackt ... na, dann eben nicht.

Headset kaufen

Vor der Krise habe ich wenig und wenn überhaupt, dann nur sehr ungerne telefoniert oder an Audio- oder Videokonferenzen teilgenommen. Jetzt hänge ich bis zu sechs Stunden pro Arbeitstag in solchen Konferenzen oder Telefonaten.

Mein "Podcast-Headset", das Bose Quiet Comfort QC 35, ist super zum Hören geeignet aber eher suboptimal für das Sprechen. Dazu kommt, dass ich es gerne einmal eine oder zwei Stunden am Stück trage, wie beispielsweise beim Pendeln, aber bei längerer Zeit beginnt es zu nerven. Zum einen, weil es schwer ist und zum anderen, weil ich heisse Ohren bekomme.

Also musste etwas neues her. Ich habe mich bei Volker Weber inspiereren lassen, er hat von solchen Geräten deutlich mehr Ahnung als ich. Auf die Empfehlung habe ich mir das Plantronics (neu: Poly) Voyager Focus UC - die Preise auf der Webseite sind Mondpreise, man bekommt es deutlich günstiger - ohne Tischladestation gegönnt und bin begeistert sowohl vom Klang wie auch vom Tragekomfort.

Der Akku hält einen Arbeitstag mit viel Hören und Sprechen locker durch und das Headset funktioniert ohne zusätzliche Software problemlos unter Android, iOS, iPadOS und Fedora Linux.

Nebenbei: Ich habe mir die Kosten von der Firma erstatten lassen können. Falls das nicht funktioniert hätte, hätte ich das als Investition in mein Homeoffice für die Zeit nach der Krise verstanden.

Arbeitsplatz

Als "ordentlicher Computerfuzzy" habe ich tatsächlich einen Schreibtisch, was für viele, die fest im Beruf stehen, anscheinend gar nicht mehr der Normalfall ist. Das kann ich nachvollziehen, die meisten müssen nur noch "ein bisschen" Schriftverkehr im Alltag erledigen, für das sie eventuell ein Notebook, ein Tablet oder sogar nur ein Handy benutzen, aber sicher keinen fest installierten Rechner mehr. Die Alltagsarbeiten können auch auf dem Sofa oder am Küchentisch durchgeführt werden.

Da ist es jetzt natürlich schwierig, in den eigenen vier Wänden zu arbeiten. Das ist aber kein Grund zum Jammern, man sollte eher froh sein, dass gearbeitet werden darf und dass man nicht auf externe Hilfen angewiesen ist, die so gerade eben das Überleben sichern können.

Nach der Krise wird keine Firma mehr sagen können, dass Homeoffice nicht möglich ist. Das gilt insbesondere für die, die jetzt zu Hause arbeiten müssen.

Wenn Ihr die Chance auf Dauer behalten wollt, lohnt es sich vielleicht, in den Arbeitsplatz zu Hause zu investieren.

Wenn es der Platz zulässt, wäre ein eigener Schreibtisch wichtig, auf ihm sollte ein guter Monitor, eine Tastatur und eine Maus Platz finden. Generell wäre es auch gut, kabelgebundenes Internet zur Verfügung zu haben (niedrige Latenzen helfen sehr bei Audio- und Videokonferenzen). Wer bereits ein Notebook besitzt, sollte nach einer Dockingstation für das Notebook schauen. Der Vorteil ist, dass man nur eine Verbindung braucht, um sich in die heimische Infrastruktur - bestehend aus Monitor, Tastatur, Maus und Netzwerk - "einzuklinken".

Das wichtigste zum Schluss, besorgt Euch einen guten Stuhl, Ihr werdet viel Zeit auf ihm verbringen.

Mir fehlt das Pendeln

Schon seit ewigen Zeiten bin ich Berufspendler, bei der derzeitigen Arbeitsstelle sind es zwei Stunden am Tag und im Homeoffice fällt das natürlich weg.

Wenn Leute mich fragen, wie ich all das, was ich neben der Arbeit mache, bewältigt bekomme, dann ist einer der Gründe, dass ich neben guter Zeitplanung auch die Zeit des Pendelns für private Aktivitäten nutze.

Interessant ist, dass ich mir zuhause die Zeit für die Aktivitäten (noch) nicht nehme. Was nicht ist, kann ja noch werden.

Das ist das, was ich so mache, wenn ich im Ö(PN)V unterwegs bin (Schweiz: ÖV, Deutschland: ÖPNV, Österreich: ?).

  • Podcasts hören.
  • Private Server administrieren.
  • Lektorieren.
  • Aufgabenmanagement.
  • Den Tag planen.
  • Vorträge vorbereiten.
  • Artikel im Feedreader lesen.
  • Lesen im Allgemeinen (weniger geworden).
  • Allgemein: Totzeiten minimieren.
  • ... und vieles andere mehr.