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Vaultwarden selbst hosten

linux

Auf mehrfachen Wunsch einer Person beschreibe ich hier einmal, wie ich Vaultwarden selbst hoste. Vaultwarden ist eine nicht offizielle auf Open Source basierende Serverkomponente, mit der sich jeder Bitwarden-Client verbinden lässt. Bitwarden ist der Passwort-Manager, den ich verwende, dazu vielleicht später einmal mehr. Nur so viel an dieser Stelle, der Client ist ebenfalls Open-Source-Software. Er existiert für nahezu jede Plattform und als Plugin / Extension / Addon für die gängigen Browser.

Zunächst habe ich einen User angelegt, unter dem die Serverkomponente laufen soll. Bei mir heisst der User vault.

$ groupadd --gid 201 vault
$ useradd -u 201 -s /bin/bash -g vault -m -k /etc/skel -b /srv vault

Bei mir wird eine Fehlermeldung geworfen, weil die User-ID nicht in der vorgegebenen Range ist, ich ignoriere die. Wenn es Euch wichtig ist, nutzt eine andere ID.

Das Homeverzeichnis des Users liegt unter /srv/vault, wo später auch die Daten liegen werden.

Ich weiss, dass das alles mit Quadlets geht, mir geht aber in der Experimentierphase das ständige Daemon-Reload auf die Nerven, daher wird der Dienst bei mir mit Skripten gestartet und gestoppt und mit dem folgenden systemd-Unit-File automatisiert.

$ cat /etc/systemd/system/vault.service

[Unit]
Description=Vaultwarden
Documentation=https://github.com/dani-garcia/vaultwarden
Requires=network-online.target
After=network.target

[Service]
Restart=on-failure
User=vault
Group=vault
Type=simple
WorkingDirectory=/srv/vault
ExecStart=/srv/vault/start.bash
ExecStop=/srv/vault/stopp.bash

[Install]
WantedBy=multi-user.target

Ach ja, um über Port 443 erreichbar zu sein, benötigen wir noch einen Reverse-Proxy. Da hat sich bei mir Caddy bewährt. Der Eintrag im Caddyfile ist gerade einmal drei Zeilen lang. Caddy sorgt automatisiert für Let's Encrypt-Zertifikate.

$ cat /etc/caddy/Caddyfile

vault.deine.domain {
    reverse_proxy localhost:3201
}

Nach einem Wechsel auf den User vault (su - vault), erstelle ich ein Verzeichnis data und lege die Skripte start.bash und stopp.bash an und mache sie ausführbar. Die "set -o"-Einträge habe ich grundsätzlich in Skripten. Ich benutze Podman für Container und nicht Docker.

Um den Container starten zu können, braucht man noch ein paar User-IDs und die Möglichkeit, dass der Dienst auch laufen kann, wenn der User nicht angemeldet ist. Dass die Zeilen so aussehen, ist reiner Bequemlichkeiteit geschuldet. Da gibt es noch Tuning-Potenzial.

$ grep vault /etc/subuid
vault:100000:65536

$ grep vault /etc/subgid
vault:100000:65536

$ loginctl enable-linger vault
$ cat start.bash

#!/bin/bash
set -o errexit
set -o nounset
set -o pipefail

podman ps -a | awk '! /^CONTAINER/ {print $1}' | xargs podman rm || true

podman run --rm \
        --name vaultwarden \
        --env DOMAIN="https://vault.deine.domainr/" \
        --volume /srv/vault/data/:/data/ \
        --publish 127.0.0.1:3201:80 \
        docker.io/vaultwarden/server:latest
$ cat stopp.bash

#!/bin/bash
set -o errexit
set -o nounset
set -o pipefail

podman stop vaultwarden

Nach systemctl restart caddy könnt Ihr testen.

Wenn alles richtig ist, sollte nach einer Ausführung von start.bash die Webseite von Vaultwarden aufrufbar sein und Ihr könnt einen Account anlegen. Falls nicht, müssen die Fehlermeldungen behoben werden. Wenn Ihr nicht weiterkommt, meldet Euch bitte.

Für die Automatisierung braucht es ein systemctl daemon-reload und ein systemctl enable --now vault.

Viel Spass!

Huch, vergessen, Ihr braucht ja auch noch die Adminseite unter /admin.

Dazu muss einmal das start.bash-Skript und die Zeile -e ADMIN_TOKEN= ergänzt, die Webseite unter vault.deine.domain/admin aufgerufen, Einstellungen gespeichert und die Zeile danach wieder gelöscht werden.

Achtung: Das beschriebene ist die einfache, unsichere Variante, wie man das Token sicher generiert, ist auf der Vaultwarden-Webseite beschrieben.

Digitaler Unabhängigkeitstag

Über Jörg wurde ich an den Digitalen Unabhängigkeitstag an jedem ersten Sonntag im Monat erinnert.

Aus diesem Grund möchte ich gerne an meinen Artikel über Alternative Matrixhoster erinnern. Die Anbieter dort bieten zumeist neben Matrix auch noch andere Dienste zur freien Benutzung an.

Einige Services, wie beispielsweise FreshRSS, Kanboard, Linkding, Readeck, Wallabag (und weitere), biete ich für Interessierte ebenfalls an, E-Mail reicht. Bis auf Wallabag nutze ich alles selbst, aber es gibt generell keinen Anspruch, dass die Dienste immer verfügbar sind.

Es gibt eine Status-Seite, wobei ich nicht alles für Menschen ausserhalb der Familie bereitstelle.

Kommunikationswerkzeuge und Messenger Ende 2025

Die Lage hier stabilisiert sich, hier zum Vergleich die Liste vom letzten Jahr.

Änderungen gegenüber dem letzten Jahr habe ich in kursiv gesetzt.

Nutze ich:
  • Matrix
  • Threema
  • Signal, Jetzt auch immer häufiger für Video-Calls
  • Discord (sehr selten)
  • Microsoft Teams
  • Nextcloud Talk
  • OpenTalk (immer seltener)
  • SMS

Kontaktadressen findet Ihr auf meiner Homepage.

Wie ich Ende 2025 arbeite (Client)

Was soll ich als Einleitung schreiben, auch hier gab es einen Artikel im letzten Jahr. Hier tut sich erfahrungsgemäss sehr viel mehr als auf der Serverseite.

Hardware

Damit sind meine "daily driver" (Hybrid bedeutet, dass ich die die Geräte privat und beruflich einsetze):

  • Hybrid: Google Pixel 9
  • Hybrid: Onyx Boox Max 3
  • Privat: Boox Palma 2 Pro
  • Privat: Withings ScanWatch
  • Privat: TUXEDO Infinity Book
  • Privat: TUXEDO Core One
  • Privat: Sony WH-1000XM4
  • Arbeit: Lenovo P1 Generation 4
  • Arbeit: Jabra Evolve2 65 (USB-C)

Mehr Details zu der von mir eingesetzten Geräte gibt es auf der Technikseite im Blog, eine dedizierte Computer-Historie gibt es dort übrigens auch.

Software

Android

Ich nutze auch Organic Maps wieder, aber OsmAnd zusätzlich.

Die Geshichte der Kartenanwendungen ist sehr in Bewegung, mir reicht mittlerweile CoMaps für alles (insbesondere für Wanderungen).

Linkdy ist der Bookmarkclient zu meiner Linkding-Instanz.

Das Wetter zeigt mir mittlerweile Breezy Weather an. Sehr gut konfigurierbar und genauso gut oder schlecht wie andere Wetter-Apps, nur dass sie besser aussieht.

Einen Client für meine Immich-Instanz gibt es ebenfalls neu.

Bei den LLMs bin ich zu Mistral (mit passender App) gewechselt. Mistral macht sehr schnell grosse Fortschritte und unterliegt der DSGVO, das finde ich gut.

Linux

Da ich den Spass am Ausprobieren wiedergefunden habe, haben sich hier reichlich Veränderungen ergeben.

Auf meinen Clients läuft Bluefin als Distribution (Immutable OS) und damit auch wieder Gnome. Damit einhergehend kommen jetzt Anwendungen containerisiert via Distrobox. Darüberhinaus werden grafische Anwendungen via Flatpak, Kommandozeilen-Anwendungen via Homebrew installiert.

DotFiles werden neu mit Chezmoi verwaltet, was auch statische Binaries kann. Wenn es rein um statische Binaries ginge, lohnt eget einen Blick.

Ich habe viele Editoren ausprobiert und bleibe in der Kommandozeile bei Vim, als grafischen Editor spiele ich gerade mit ecode herum.

Durch den Distributionswechsel, habe ich VirtualBox durch Virtual Machine Manager mit libvirtd und KVM im Backend ersetzt.

Als Aufgabenverwaltung kommt neu Vikunja zum Einsatz, vorher war es Todoist. Getestet habe ich auch Super Productivity.

Das bisschen Zeiterfassung was ich mache, erledigt wieder Timewarrior, Clockify habe ich abgesägt.

Als Linkchecker setze ich neu Lychee ein. Funktioniert einfach grossartig.

Die letzte grössere Änderung ist, dass ich mit Typst LaTeX ersetzen möchte. Ich habe LaTeX nur für Präsentationen und Briefe benötigt. Da habe ich mich gefragt, ob ich bis zu 4 GB auf der Platte brauche, um ab und zu einen Brief zu schreiben (ein oder zwei Mal im Jahr).

Suchmaschine

Meine Standard-Suchmaschine ist Kagi, ich zahle dafür und die Ergebnisse sind mir das Geld wert.

Wie ich Ende 2025 arbeite (Infrastruktur)

Es hat sich vergleichsweise mehr getan als beim Arbeitsplatz, hier der Artikel aus dem letzten Jahr.

Spannenderweise nutze ich kaum Bookmarks, meistens suche ich erneut nach den Seiten. Serverseitig bin ich nach Shaarli, über Linkwarden und Readeck (weiterhin sehr gut als Read-Later-Service, für die Verwaltung der Lesezeichen eher weniger geeignet) bei Linkding gelandet. Das gefällt mir gut. Die geteilten Bookmarks und den passenden Feed sind verlinkt.

Von meinem Testserver habe ich mich getrennt und stattdessen eine Mini-VM bei Hetzner gebucht, auf der Uptime Kuma zum Einsatz kommt, um meine Dienste zu überwachen. Die öffentliche Status-Seite zeigt alle Dienste, die ich für mich und andere hoste.

Immich löst den automatischen Upload von Bildern mit dem unzuverlässigen Nextcloud Client ab, das hätte ich schon länger machen sollen. Immich ist eine grossartige und sehr zuverlässige Photo- und Bilderverwaltung.

In dem Kontext. Für Container nutze ich Podman und nicht Docker. Für Immich kommt folgerichtig Podman-Compose zum Einsatz.

Ich hoste jetzt auch eine Vikunja-Instanz, dazu mehr im Client-Artikel (der am 29.12.2025 erscheint oder erschienen ist).

Begonnen habe ich, meine auf Speakerdeck bereitgestellten Vorträge und Workshops in mein Changelog zu migrieren. Ein Dienst weniger, den ich nicht unter eigener Kontrolle habe. Eine Übersichtsseite habe ich ebenfalls erstellt.

Im Rahmen der Blogwochen 2025 war ich doch interessiert daran, ob sich das in den Zugriffszahlen auf mein Blog niederschlägt. Daher habe ich GoAccess installiert und durchsuche damit die Logdateien vom Apache-Webserver. über das Resultat habe ich ebenfalls einen Artikel veröffentlicht.

Die kleineren Versionsupdates führe ich hier wie gewohnt nicht auf.

Mein Arbeitsplatz Ende 2025

Hier die Änderungen aus dem letzten Jahr.

Die Technik am Arbeitsplatz hat sich im letzten Jahr offiziell gar nicht so sehr verändert. Inoffiziell habe ich aber sehr viel von meinen privaten Linux-Geräten gearbeitet. Einfach, weil es möglich war.

Nach Blick in die Empfehlungsecke von Mike Kuketz habe ich mich dann entschieden, für die beruflichen Webseiten den Brave Browser zu benutzen.

Mein Arbeitsort hat sich aber verändert. Das neue Team hat seinen Hauptsitz in Bern. Aus diesem Grund bin ich häufig nach Bern gefahren. Den Fahrtkostenunterschied zu meinem Anstellungs-Arbeitsplatz trägt die Firma.

Meine Firefox-Addons Ende 2025

Dieser Artikel ist die 2025er Edition des Artikels aus dem letzten Jahr.

Hier hat sich im letzten Jahr einiges getan. Hier kommt das, was übrig geblieben ist.

  • Accept-Language per site – um für Webseiten gezielt eine Sprache einstellen zu können.
  • AI Grammar & Spell Checker - LanguageTool - huch, das Plugin wurde umbenannt, vermutlich damit es weiter oben in der Liste erscheint.
  • Bitwarden - Kostenloser Passwort-Manager ist das Plugin für Bitwarden, dem Passwort-Manager, den ich einsetze.
  • Neu: Cookie AutoDelete, um Cookies auch einmal wieder loswerden zu können.
  • Feed Preview rüstet die verloren gegangene Feedkomponente in Firefox wieder nach.
  • History Cleaner, um die History auf 30 Tage zu begrenzen.
  • Neu: Kagi Search for Firefox ist die passende Extension für die Suchmaschine, ich aktuell benutze.
  • Neu: Kagi Translate nutzt den Kagi-Account für Übersetzungen.
  • Neu: linkding extension für das schnelle Hinzufügen von Lesezeichen zu meiner Linkding-Instanz.
  • Neu: Logseq Web Clipper fügt den Inhalt ganzer Webseiten zu Logseq hinzu.
  • Perplexity Omnibox rüstet Perplexity als Suchmaschine nach, so dass man in der URL-Zeile mit @perplexity suchen kann. - benutze ich nicht mehr
  • Mastodon4 Redirect leitet Mastodon4 URLs so um, dass man ihnen von der Heimatinstanz folgen oder favorisieren oder "boosten" kann.
  • Readeck – das passende Plugin zu meinem Readlater-Dienst.
  • Simple Translate kann einzelne Textpassagen übersetzen, Anbindung an Deepl und Google Translate. - den Job macht jetzt Simple Translate
  • Textarea Cache – behält Daten, die man in Textfelder eingegeben hat.
  • Todoist ist die Firefoxerweiterung für die Aufgabenverwaltung. - nutze ich nicht mehr
  • uBlock Origin blockt unter anderem Werbung.
  • Update Scanner scannt periodisch Webseiten auf Veränderungen.
  • Web Extension for Shaarli fügt Links zu meiner Bookmarkverwaltung zu. - bin zu Linkding gewechselt
  • Neu: Hat bei uns ein Revival erlebt, daher wieder dabei. Wishlephant ist das passende Plugin zu einer alternativen Wunschliste.

Alternative Matrixhoster

Da wir gerade einmal wieder ein Problem mit der Föderation von und zu Matrix.org hatten, habe ich einmal geschaut, welche Anbieter es im deutschsprachigen Raum gibt. Ich kann nichts zur Qualität der Dienste sagen, ausser für den, bei dem ich bin.

Sinn einer föderierten Lösung ist ja gerade nicht, dass sich alle Nutzer auf einigen wenigen Instanzen tummeln. Trotzdem muss man sich ja auf das Angebot verlassen können.

Übersichten:

Beide scheinen veraltet zu sein, die zweite Übersicht in der Liste finde ich besonders interessant.

Anbieter:

Liste alphabetisch sortiert.

Wie immer gilt: Korrekturen, Ergänzungen und Kommentare sind willkommen.

Goodbye Super Productivity

superproductivity

Super Productivity habe ich sehr intensiv getestet und gemerkt, dass die Benutzung für mich an ein paar Stellen problematisch ist bzw. nicht gut funktioniert. Die Motivation für den Test habe ich in einem anderen Artikel beschrieben.

Das Tool ist für lokale Datenhaltung ausgelegt, was kein Fehler ist. Eine Synchronisation wurde nachträglich eingebaut (das ist eine Vermutung, weil es so wirkt). Die Synchronisation funktioniert via WebDAV, getestet wird es vom Entwickler mit Nextcloud.

Der grosse Knackpunkt ist, dass das eine "ganz oder gar nicht"-Synchronisation ist. Wenn es zu einem Synchronisationsproblem kommt, dann kann man sich entscheiden, ob man den lokalen Datenstand behalten oder den Remote-Datenstand übernehmen möchte. Synchronisationsprobleme können auftreten, wenn auf beiden Seiten Änderungen vorgekommen sind.

Kleinere Synchronisationsprobleme mit einer kleinen Zahl lokaler Änderungen sind ab und an aufgetreten und kein Problem. Dann kam die Situation, dass ich Remote 428 Änderungen hatte und lokal 24. Egal, wie ich mich entscheide, da gehen Änderungen und damit auch Daten verloren. Das geht nicht und ist ein Ausschlusskriterium für eine Aufgabenverwaltung.

Inhaltlich hat Super Productivity sehr viele Funktionen, die ich nicht benötige – ich bin kein Freelancer – und auch andere, die wirklich gut sind. Ich arbeite sehr viel mit wiederkehrenden Terminen, und da fehlt es noch an ein paar Stellen.

Ein zweiter sehr grosser Knackpunkt war, dass ich im Subreddit Super Productivity ein paar Fragen gestellt habe, die auf irgendeinem Weg ohne erkennbaren Grund gelöscht wurden. Ich weiss nicht von wem oder warum, aber es hat sich nicht gut angefühlt.

Zusammengenommen werde ich den Weg nicht weiter beschreiten und mich ausführlich mit Vikunja auseinandersetzen.

Fünf Jahre Buzzzoom und TILpod

podcast

Wow, wie schnell doch die Zeit vergeht.

Die beiden Podcasts, die ich regelmässig mit Mario Hommel (Buzzzoom) und Sujeevan Vijayakumaran (TILpod) erstelle, sind in diesem Jahr fünf Jahre alt geworden. An solchen Meilensteinen merkt man: "Die Zeit rennt".

$ workspace/daterem.git/daterem.py -f daterem.dat 2025 | \grep -Ei "buzzzoom|tilpod"
Wed, 08.10.2025, BuzzZoom, year 2020, age 5 years
Tue, 25.11.2025, TILpod, year 2020, age 5 years

Mir machen beide Podcasts immer noch sehr viel Spass, auch wenn die Themenfindung bei beiden manchmal etwas mühsam ist.

Würde mich freuen, wenn Ihr einmal hereinhört und Euer Feedback gebt.

Wechsel auf Super Productivity

superproductivity Schon länger hadere ich damit, dass ich mit Todoist einen Dienst benutze, der für mich elementar ist und den ich leider nicht in eigener Hand habe. Manchmal braucht es ja auch einen Anstoss von aussen, die angekündigte Preiserhöhung, um an der Situation etwas zu ändern.

Vor relativ genau sechs Jahren wechselte ich auf Todoist und das war schon ein Riesenschritt. Was Aufgabenverwaltung angeht, kann keine aktuelle Software Taskwarrior das Wasser reichen. Der fehlende mobile Client, die potenzielle Einstellung der Synchronisation und die Stagnation in der Entwicklung machten für mich aber einen Wechsel erforderlich.

Genug der Historie. Ich schaue eigentlich ständig nach Alternativen im Bereich der Free/Libre Open-Source-Software (FLOSS) und bin bereits vor Jahren auf Super Productivity gestossen. Das Konzept fand ich superinteressant, habe mich aber nie weiter damit beschäftigt, weil ich mich im Web Client nie anmelden musste und ich daher davon ausging, dass es auch bei Super Productivity keine Synchronisation gibt. Ich habe auch nicht weiter geforscht.

Super Productivity synchronisiert sich mit der eigenen Nextcloud-Instanz. Bei der Einrichtung der Synchronisation im Webclient gibt es allerdings eine sehr deutliche Meldung, dass man sich der Security-Implikation, die die Speicherung der Zugangsdaten im Browser mit sich führt, bewusst sein muss. Daraufhin habe ich das auch einmal gelassen.

Es gibt für alle meine Plattformen (Linux, Android, Wintendo) native Anwendungen, daher benötige ich die Browser-Variante nicht. Ebenfalls unterstützt wird macOS, für iOS gibt es noch(?) nichts. Bei Linux ist das Team den sehr harten Weg gegangen, fast alles zu unterstützen: AppImage, Flatpak, Snap, rpm- und deb-Pakete. Bei mir ist es Flatpak und die Android-App via F-Droid.

Zuerst einmal musste ich mich von der Vorstellung lösen, dass die Software eine reine Aufgabenverwaltung ist. Sie ist viel mehr und das "Productivity" im Namen ist durchaus Programm.

Mit Super Productivity kann man seine Zeit erfassen, direkt auf die Aufgaben bezogen, man kann Schätzungen einbringen und die Aufgaben in einem Kalender planen (ja, man kann auch den eigenen Kalender einbinden und Timeboxing betreiben).

​Am Ende eines Tages kann man den Tag zusammenfassen und durch verschiedene Metriken bewerten lassen. Exporte und Berichte sind ebenfalls möglich.

Die Anwendung bietet Schnittstellen für Jira, GitHub, GitLab, Gitea und OpenProject, importiert Aufgaben aus diesen Diensten automatisch und ermöglicht Synchronisation per WebDAV, Dropbox oder Google Drive.

Aufgaben lassen sich in Kanban-Boards, Eisenhower-Matrix oder benutzerdefinierte Ansichten sortieren und per Drag-and-drop verschieben. Anhänge, Notizen und Projekt-Bookmarks können zu Aufgaben hinzugefügt werden.

Da gibt es für mich noch viel zu lernen. Ich werde lange nicht alle Funktionen benötigen. Momentan bin ich in der Migrationsphase, um meine vollgemüllte Todoist-Aufgabenliste in sinnvoller Art und Weise auszumisten und den Rest zu übernehmen.

Momentan kämpfe ich zusätzlich noch gegen gelernte Gewohnheiten und das Muskelgedächtnis. Zu einem späteren Zeitpunkt werde ich sicher mehr schreiben.

Feedback von Euch und Erfahrungen gerne hier in die Kommentare.

Mein Persönlicher Rückblick auf die Blogwochen

Das hier ist der letzte Artikel im Rahmen der BlogWochen2025, ich danke allen, die sich beteiligt haben: Danke!

Viele Menschen bloggen deutlich mehr als ich, aber für mich war es in den vergangenen Wochen spannenderweise echt anstrengend. Neben dem Linkdump habe ich nichts anderes verbloggt, obwohl ich gerade wieder viele technische Themen habe. Ein Fazit für mich ist, dass mir das Bloggen wieder mehr Spass gemacht hat, und ich hoffe, das beibehalten zu können.

Zu einigen Themen wusste ich nicht so viel zu sagen, und, wenn das eine fremde Aktion gewesen wäre, hätte ich mich bei den Themen nicht beteiligt. Es ist aber häufig dann trotzdem toll, den inneren Schweinehund zu überwinden.

Mir spielt an der Stelle mein Pflichtbewusstsein einen Streich. Als Mitinitiator möchte ich natürlich an dem Tag veröffentlichen, an dem ein Thema vorgesehen ist, und selbstverständlich möchte ich auch bei jedem Thema mitmachen.

Finde toll, dass so viele mitgemacht haben. Danke! Ich hätte nicht mit so vielen Teilnehmern gerechnet. Es ist grossartig, so viele verschiedene Meinungen zu lesen und so viele Denkanstösse zu bekommen. Klasse!

Die Zusammenarbeit mit Benedikt und Robert hat mir sehr viel Spass gemacht. Wir sind unterschiedlich und haben jeweils einen anderen Fokus, und genau das hat den Reiz ausgemacht. In der Sache, etwas für das Bloggen oder die Blogosphäre im Allgemeinen zu tun, waren wir einer Meinung. Das war toll.

Robert hat sich die Arbeit gemacht, die einzelnen Themen auszuwerten und mit jeweils einem Satz zu zitieren. Schaut doch einmal rein. Einen Überblick über alle zur Aktion gehörigen Artikel findet Ihr in seiner Nextcloud-Instanz.

Frage mich gerade, ob ich so etwas noch einmal machen möchte, und ich kann das mit einem definitiven "Kommt darauf an" beantworten. Bei den Themen würde ich vermutlich stärker Einfluss darauf nehmen, dass ich auch etwas zu den Themen dazu zu sagen habe.

Es hat sehr viel Spass gemacht, ich habe einige neue Blogs kennengelernt und auch einige alte Blogs neu kennengelernt. Somit finde ich, dass die BlogWochen2025 ein Erfolg waren.

Interessant ist, dass sich die Zugriffe auf mein Blog erhöht haben. Ich werte nur die Logs mit GoAccess aus, filtere aber vorher die Feedaufrufe heraus. Mich interessieren keine absoluten Zahlen, wohl aber Trends.

Aufrufstatistik Dirks Logbuch

Woher der Peak kommt, weiss ich nicht.

Das Open Blogging Manifest – Ein Ansatz für mich?

Die BlogWochen2025 gehen in die nächste Runde und Ihr dürft gerne mitmachen. Wir freuen uns auf Euch.

Das Open Blogging Manifest wurde von Robert ins Leben gerufen, um einen gemeinsamen offenen Standard für das Blogging zu haben.

Open Blogging folgt zehn Leitlinien:

  1. Die Inhalte meines Blogs unterliegen einer offenen Lizenz
  2. Ich verlinke auf meine Quellen
  3. Kommentare in meinem Blog sind möglich und erwünscht
  4. Ich schaffe keine künstlichen Barrieren für Lesende
  5. Die LeserInnen meines Blogs sind Mitmachende
  6. Kooperationen stelle ich transparent dar
  7. Ich wahre die Rechte anderer
  8. Ich suche und pflege Kooperationen mit anderen BloggerInnen
  9. Ich stehe als BloggerIn für mein Blog
  10. Ich trenne Information und Meinung

Mir gefällt die Idee ziemlich gut und ich gehe da gerne mit. Allerdings – wie immer – halte ich mich nicht immer an alle Punkte, aber, ich bin stets bemüht.

Wir checken einmal gemeinsam.

  1. Ja, das erfülle ich gut. Die Lizenz bei mir ist CC-BY und lässt sich in der Seitenleiste finden. (Die wenige Software, die ich schreibe, ist übrigens mit einer MIT-Lizenz versehen).
  2. Das ist selbstverständlich. Wenn die Quellen verlinkbar sind, dann mache ich das gerne.
  3. Natürlich. Dazu haben wir auch in den Blogwochen geschrieben: Kommentare – Das Salz in der Blogsuppe.
  4. Ich bemühe mich sehr und denke, dass das auch funktioniert.
  5. Yip.
  6. Ja. Bei den zwei oder drei Artikeln, die aus Kooperationen hervorgegangen sind, habe ich das auch entsprechend gekennzeichnet.
  7. Natürlich. Bin für jeden Hinweis dankbar, wenn ich das an irgendeiner Stelle nicht mache.
  8. Mögen die BlogWochen und die Teilnahme an Foren wie auch Webringen oder Planeten dafür als Beweis dienen.
  9. Wer sonst, ausser mir, könnte das?
  10. Das mache ich manchmal nicht sauber genug, da habe ich noch Verbesserungspotenzial.

Was sind Eure Meinungen zum Open-Blogging-Manifest? Freue mich auf den Austausch.

Barrierefreiheit im Blog – Wie inklusiv sind wir wirklich?

Die BlogWochen2025 gehen in die nächste Runde und Ihr dürft gerne mitmachen. Wir freuen uns auf Euch.

Barrierefreiheit ist ein Thema, mit dem ich mich für das Blog nur am Rande beschäftigt habe.

Das liegt vor allem daran, dass mein Blog sehr textlastig ist und damit gut durch Screenreader, Vorlesefunktion oder alternative Methoden (Braille-Zeile) konsumierbar ist. Die Funktion biete ich nicht alle selbst an, da ich davon ausgehe, dass Menschen mit Beeinträchtigungen entsprechende Anwendungen bereits installiert haben.

Grosses Verbesserungspotenzial sehe ich bei mir vor allem bei Bildern und Texten, die diese Bilder beschreiben ("Alt-Texte"). Da bin ich nachlässig oder vielleicht sogar ignorant, weil ich nicht immer daran denke. "Nicht immer" ist ein Euphemismus, eigentlich sollte es "so gut wie nie" heissen.

Für diesen Blogartikel habe ich einen kostenlosen Test ausprobiert und komme auf einen Wert von 89 (von 100), da gibt es also noch Optimierungspotential. Zumindest an den kritischen Funden werde ich arbeiten.

Bloggen und Geld verdienen – Zwischen Leidenschaft und Monetarisierung

Die BlogWochen2025 gehen in die nächste Runde und Ihr dürft gerne mitmachen. Wir freuen uns auf Euch.

Für mich war das Blog immer ein Hobby, was ich nicht monetarisieren muss.

Allerdings habe ich auch versucht, über Affiliate-Links ein wenig Geld zu bekommen. Affiliate-Links sind Links auf Produkte in Online-Shops, die eine Benutzerkennung enthalten, sodass die Person, der die Benutzerkennung gehört, eine Provision bekommt, wenn das Produkt gekauft wird.

Als allerdings klargestellt wurde, dass das Einkommen, das über solche Links generiert wird, versteuert werden muss, habe ich direkt damit aufgehört. Der Aufwand für das wenige Geld war mir einfach zu hoch.

Das ist die eine Seite, die andere ist, dass ich mich zu sehr verpflichtet fühlen würde, immer etwas zu schreiben, um das Einkommen einigermassen konstant zu halten.

Allerdings habe ich aufgrund meiner früheren Reichweite auch schon einmal Testgeräte bekommen, die ich beurteilen sollte. Das habe ich auch getan und eine Kapsel-Kaffeemaschine durfte ich behalten und habe sie an meine Eltern verschenkt.

Vermutlich ist es falsch, aber ich habe das Gefühl, dass die Authentizität leidet, wenn man auf den Erfolg der Artikel angewiesen ist.

Ganz vergessen habe ich, dass ich gelegentlich einmal Anfragen nach gesponserten Posts bekomme, die ich aber immer ablehne. Es häufen sich auch Meldungen von nicht mehr funktionierenden Links und die Bitte, den Link durch einen Link auf das eigene Produkt zu ersetzen. Das mache ich auch nicht, ich würde das auch nicht tun, wenn ich dafür Geld bekäme.

Als Fazit für mich: Ich bin der absolut Falsche, den man fragen sollte, ob und wie man ein Blog oder einzelne Blogartikel zu Geld machen kann.

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