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4000 Wochen

Im letzten Jahr habe ich das Buch 4000 Wochen von Oliver Burkemann gelesen und hier noch nicht darüber geschrieben. Für die von Euch, die nicht so gerne lesen, gbt es auch einen - wie ich finde - sehenswerten TEDx Talk mit dem Titel How to stop fighting against time vom Autoren.

Unser Leben ist erschreckend endlich, nämlich nur rund 4000 Wochen lang. Das ist eine Grösse, die wir uns vorstellen können, eine mittlere fünfstellige Anzahl von Tagen ist für uns schwer fassbar. Rund 25% der Zeit verbringen wir mit dem Erwachsen werden, 60% mit dem Arbeitsleben und 15% mit der Zeit danach.

Egal, was wir tun und welche Entscheidungen wir treffen, es gibt eine unendliche Anzahl an Alternativen, die wir nicht tun oder für die wir uns nicht entschieden haben. Wenn wir uns beispielsweise für einen Lebensgefährten oder eine Lebensgefährtin entscheiden, haben wir uns damit nicht für die zahllosen anderen Personen entschieden.

Sobald uns das klar ist, sollten wir uns in unserem Leben auf wenige wichtige Dinge fokussieren.

Mich hat das in meinem Kurs bestärkt, dem Effizienzwahn, den ich einmal hatte, nicht mehr nachzugeben. Das ist in unserer Gesellschaft gar nicht so einfach, weil es schon deutlich gegen den Mainstream geht.

Wenn man sich "Karriere" und "möglichst viel Geld verdienen" als Ziele setzt, wäre es gut, sich einmal Gedanken zu machen, was man damit anfangen will und ob einen diese wirklich glücklich machen. Für alle, die hart arbeiten, damit sie es in der Zeit der Pensionierung besser haben: 85% Eures Lebens investiert Ihr um es 15% Eures Lebens gut zu haben. Sollte das auf Euch zutreffen, empfehle ich sehr, einmal die Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral zu lesen (ist nur ein kurzer Text).

Wir leben im "hier und jetzt" und nicht in der Zukunft. Das bedeutet nicht, dass wir uns nicht auf die Zukunft vorbereiten sollen. Es bedeutet viel mehr, dass wir auch daran denken müssen, jetzt ein möglichst gutes Leben zu führen.

Du weisst nicht mehr, wie Blumen duften,
kennst nur die Arbeit und das Schuften.
So geh’n sie hin die schönsten Jahre,
am Ende liegst Du auf der Bahre.
Und hinter Dir, da grinst der Tod:
„Kaputtgeschuftet – Vollidiot!“
Joachim Ringelnatz (deutscher Schriftsteller, Kabarettist und Maler 1883-1934)

Lesen und Nachbearbeiten von DRMfreien E-Books

Keine Angst, das hier wird kein Artikel, der sich über die Digitale Rechteminderung (DRM, "Digital Rights Management") auslässt. Der vorherige Satz ist polemisch genug.

Ja, ich kaufe fast ausschliesslich DRM-freie E-Books, wobei ich da nicht mehr ganz so religiös unterwegs bin. Für Belletristik ist mir das schon gar nicht mehr so wichtig. Die Bücher lese ich in der Regel einmal, dafür reicht es auch, wenn es nur durch besondere Anwendungen lesbar ist.

Wichtiger ist es mir aber bei Sach- und Fachbüchern. Im Normalfall lese ich die Bücher einmal und komme dann noch einmal darauf zurück, wenn ich Informationen nachschlagen möchte. In letzter Zeit habe ich allerdings auch einige Bücher zum Selbstmanagement gelesen und die arbeite ich häufig noch ein zweites Mal durch und kopiere mir Zitate in ein Journal, um sie später noch einmal für den eigenen Gebrauch reflektieren zu können.

Dieses Kopieren ist leider bei Werken, die DRM einsetzen nicht möglich und das finde ich sehr schade. Tatsächlich bin ich mir auch nicht sicher, ob es gerade bei Fach- und Sachbüchern zu Gewinneinbrüchen kommen würde, wenn man auf den Kopierschutz verzichtet.

Was ist Eure Meinung dazu?

Atomic Habits und Lesen

gedanken

Wie bereits an anderer Stelle geschrieben, hat mich das Buch Atomic Habits (in Deutsch Die 1% Methode) von James Clear im letzten Jahr am meisten beeinflusst.

Ein - wie ich finde - gutes Beispiel für den Einsatz der Methode ist, dass ich wieder mehr lesen möchte und mich damit sehr schwer getan habe. Warum eigentlich lesen? Nun, zum einen erweitert es den Horizont (auch, wenn man Belletristik liest) und zum anderen ist es eines der wenigen bei dem man nebenbei nichts anderes machen kann, es steigert also im besonderen Mass die Konzentrationsfähigkeit und Aufmerksamkeitspannen. Man kann sich vor allem auch nicht selber bescheissen. ;-)

Dazu habe ich mir ein Ziel von zwölf Büchern im Jahr in Goodreads gesetzt, was - wenn man ehrlich ist - nicht so besonders viel ist. Interessanterweise drohte ich aber zu scheitern. Nebenbei: Solche Leselisten dienen vor allem der Vernetzung und geben die Möglichkeit, sich Anregungen von anderen Menschen, denen man folgt, zu holen.

Was hat das mit Atomic Habits zu tun? Das Ziel zwölf Bücher im Jahr habe ich geändert auf 15 Minuten Lesen am Tag. Das schaffe ich gut und häufig lese ich diese 15 Minuten im Bett vor dem Einschlafen. Durch diesen Trick habe ich in den ersten vier Monaten dieses Jahres schon 13 Bücher gelesen. Das ist ein toller Erfolg.

Buch- und Podcastkonsum

gedanken

Pandemiebedingt habe ich meinen Podcastkonsum und dem damit verbundenen Wegfall des Arbeitswegs sehr stark eingeschränkt und mich von reichlich Podcasts getrennt. Nicht, weil ich sie nicht gut finde, sondern, weil mir schlicht die Zeit fehlt bzw. ich mir - ohne Pendeln - nicht die Zeit nehme, sie alle zu hören und daher musste ich da Prioritäten setzen.

Zum Schluss hatte ich ein Backlog von weit über 100 Stunden Podcastepisoden. Ich weiss, dass viele meiner Leser deutlich mehr Podcasts auf der "zu hören"-Liste haben. Mir ist das zu viel und es macht mir auch kein gutes Gefühl, immer vor dem Riesenberg zu stehen.

Jetzt, nachdem viele der Pandemie bedingten Einschränkungen aufgehoben wurden, fahre ich auch wieder häufiger ins Büro. Das ist zum einen natürlich der Probezeit geschuldet, aber zum anderen auch, weil ich gerne unter Menschen bin. Zusätzlich ist es so, dass der neue Arbeitsweg 15 Minuten kürzer ist und ich länger "am Stück" in der S-Bahn sitze.

Das ist entscheidend, weil ich mir in der Pandemie angewöhnt habe, wenigstes 15 Minuten am Tag zu lesen. Damit meine ich nicht nur Sachbücher, nein, vor allem auch Belletristik. Eine Zeit lang habe ich mich in einem "Selbstoptimierungswahn" befunden, den ich jetzt hinter mir gelassen habe. Im Podcast TILpod, den ich zusammen mit Sujeevan Vijayakumaran mache, könnt Ihr mehr über die Hintergründe erfahren. Ja, ich sehe die Ironie auch :-)

Bei aller Liebe zu Podcasts und dem Podcasting merke ich leider, dass das für mich ein "Nebenbeimedium" ist, Bücher, die ich lese, lese ich im Gegenzug ganz bewusst und mache nebenbei nichts anderes. Ich höre zur Unterhaltung auch Hörbücher, aber enttäuschenderweise auch nur nebenbei. Podcasts höre ich 50% schneller und Bücher 25% schneller, das sagt auch schon einiges.

Hier findet Ihr eine Liste der Podcasts, die ich mit AntennaPod abonniert habe (die eigenen Podcasts habe ich nur zur Kontrolle abonniert) und hier findet Ihr die Bücher, die ich gelesen habe, gerade lese oder lesen möchte. Die Leseliste synchronisiere ich auch auf andere Plattformen.

Jan Tommen Krimis

Silvia hat eine neue Krimireihe gefunden, und zwar die Jan Tommen Serie von Alexander Hartung. Bisher sind acht Romane in der Reihe erschienen, ich lese gerade den vierten Band.

Mir gefallen die einzelnen Episoden richtig gut, die einzelnen Bücher sind rund 300 Seiten lang. Die Geschichten sind spannend und ich mag den Schreibstil sehr. Für mich ist das sehr gute und kurzweilige Unterhaltung.

Was mir besonders gut gefällt, ist, dass es neben den Hauptsträngen, in denen es um die aufzuklärende Straftat geht, auch Nebenstränge gibt, die nicht endlos ausgewalzt werden, sondern innerhalb von einem oder zwei Büchern abgeschlossen sind. Generell habe ich nichts gegen Nebenstränge, was ich nur nicht so gerne mag, sind Nebenstränge, die sich nahezu endlos hinziehen.

Über das Ermittlerteam will ich nicht zu viel verraten, weil es sich im Rahmen des ersten und zweiten Bandes erst findet. Vielleicht an dieser Stelle nur so viel, dass es sich um einen unkonventionellen Kommissar mit einem harten aber fairen Chef und einem sehr spannenden Team handelt.

Einen guten Überblick über die Werke des Autors liefert auch der Wikipedia-Artikel zu Alexander Hartung.

Solltet Ihr die Romane auch lesen, bin ich sehr auf Eure Meinung gespannt.

Personalkosten als Investition

Weil ich einen neuen Job antrete und mich auch angemessen vorbereiten möchte, lese ich gerade zum zweiten Mal nach einigen Jahren das Buch Wien wartet auf Dich!, in dem es um den "Faktor Mensch" in der IT geht.

Das Buch ist schon einige Jahre alt, die erste Version von Peopleware (so lautet der Originaltitel) erschien schon 1987, mit weiteren Originalauflagen in 1999 und 2013. Ich lese sie dritte Auflage in deutscher Sprache, sie erschien in 2014.

Es ist wirklich erstaunlich, wie viele Entwicklungen die Autoren Tom DeMarco und Tim Lister schon vor so vielen Jahren vorweggenommen haben. Von Tom DeMarco habe ich schon einiges gelesen und er hat mich in meiner Entwicklung sehr - wie ich finde - beeinflusst, daher kann ich Bücher von ihm nahezu uneingeschränkt empfehlen.

Im Kapitel 20 geht es um "Das menschliche Kapital". Mit dem etwas irreführenden Titel ist gemeint, das man Personalkosten und auch Schulungskosten intern wie Investitionen behandeln sollte und nicht wie Kosten, die es zu minimieren gilt. Was wäre das toll?

Ich rege mich "schon ewig" darüber auf, dass die Personalabteilung "Human Resources" heisst, als ob man Menschen wie Einrichtungsgegenstände behandeln muss. Die beste englischsprachige Benamung, die mir für eine Personalabteilung über den Weg gelaufen ist, lautet "people and culture".

Sehr lesenswert in dem Zusammenhang ist der Artikel people are not resources von meinen Freunden bei VSHN. Das dort verlinkte Flussdiagramm sagt alles, was man wissen muss.

Doch zurück Kosten vs. Investitionen. Ein weiteres fiktives Gespräch beleuchtet die unterschiedlichen Sichtweisen. "Stell Dir vor wir bezahlen die Schulung und der Angestellte kündigt." - "Stell Dir vor wir bezahlen die Schulung nicht und der Angestellte bleibt."

Wenn man mit entsprechender Wertschätzung an das Thema "Personal" geht und langfristig plant - was Aktiengesellschaften leider immer weniger tun - dann ist eine Investition in den Mitarbeiter ein Mittel, den Mitarbeiter langfristig motiviert zu halten und - bezogen auf Leistung - auch immer besser zu machen.

Es lohnt sich, daran einmal zwei bis drei Gedanken zu verschwenden.

Leselisten führen

In den letzten Wochen habe ich mich etwas ausführlicher mit Plattformen auseinandergesetzt, auf denen man Leselisten führen kann. Dabei bin ich sehr unentschlossen, welche für mich die richtige ist. Die Idee dahinter ist, dass man sich auf den Plattformen vernetzt und auch Empfehlungen bekommt, die zum eigenen Büchergeschmack oder den eigenen Genres passen.

Goodreads ist mit weitem Abstand das grösste und meines Wissens nach ältestes Netzwerk (15 Jahre), es hat die ausgereiftesten Funktionen und gehört zu Amazon. Die Finanzierung und auch Langlebigkeit ist damit gesichert.

Mein Profil bei Goodreads.

Literal gefällt mir vom Design am besten, es ist sehr neu und es fehlen für meinen Geschmack noch reichlich Funktionen. Es wird von einer Berliner Firma mit entsprechendem Datenschutz betrieben, mir ist die Finanzierung noch nicht klar und ich bin mir nicht sicher, ob es überleben wird.

Mein Profil bei Literal.

Das Lesetagebuch hat meine ganzen Sympathien, es wird seit acht Jahren von einer Privatperson geschrieben und betrieben, die man auch finanziell unterstützen kann, es bietet Anbindungen für Twitter und Mastodon. Aber leider ist es nicht so funktionsreich wie Goodreads. Ach ja, und die Unterstützung läuft via Patreon.

Mein Profil im Lesetagebuch

Als Letztes gibt es noch einen Dienst, der Open-Source-Software ist und den man selber hosten und "ans Fediverse anschliessen" kann, nämlich BookWyrm. Die Instanz, auf der ich mein Profil habe, ist super langsam und auch hier fehlen reichlich Funktionen, was sogar so weit geht, dass man die meisten Bücher komplett selber erfassen muss.

Mein BookWyrm-Profil

Alle Plattformen erlauben einen Import der Daten von Goodreads.

Und, nun ist die Frage, wer soll mein Herzblatt sein? Ich bin mir total unschlüssig. Wenn man nach Anzahl User und Vernetzungsmöglichkeiten sowie Funktionen geht, ist es Goodreads. Gutes Design alleine reicht nicht, um Literal dauerhaft zu nutzen. Selber hosten mit BookWyrm, wäre mir derzeit etwas zu viel, die Instanzen, die ich gefunden habe, sind zu langsam oder geschlossen. Dann bleibt nur noch das Lesetagebuch als Alternative, wobei das nicht heissen soll, dass es eine schlechte Alternative ist.

Nicht ausser Acht lassen möchte ich, dass es natürlich auch hier im Blog eine etwas verlassene Kategorie (hör-)bücher gibt, die ich auch noch füllen könnte. Kategorien in meiner Blogsoftware haben auch einen eigenen Feed, hier ist der Feed für die Kategorie (hör-)bücher.

Die vergessene Generation

In dieser Woche gibt es keinen Linkdump.

In den letzten Tagen habe ich das Buch Die vergessene Generation von Sabine Bode gelesen (hier gibt es den Wikipedia-Artikel dazu).

Im Buch geht es um Menschen, die in den Jahren 1930 bis 1945 geboren wurden und vor allem über die Prägung, die die Menschen durch den Krieg bzw. die Zeit danach erfahren haben.

Leider kann ich meine Eltern nicht mehr dazu befragen, aber das Buch war in vielen Beziehungen ein Augenöffner und hat mir viele Erklärungsansätze über ihr Verhalten, ihr Pflichtbewusstsein und auch ihren Emottionen gegeben. Ich habe sie in einigen Fallbeispielen wiedererkannt.

Daher möchte ich das Buch jedem empfehlen, der noch Verwandte oder Bekannte mit einem passenden Geburtsjahr hat. Nutzt die Chance so lange Ihr noch mit den Menschen reden könnt oder nutzt die Chance im Nachhinein für ein besseres Verständnis.

Das Buch und die Implikationen haben mich wirklich berührt.

Achtsam Morden

Meine Frau - immerhin gelernte Buchhändlerin - hat es "aus Gründen" nicht so mit der Spiegel-Bestsellerliste.

Nun hat sie sich aber für den zurückliegenden Urlaub einen Ruck gegeben und Achtsam Morden gekauft.

Natürlich habe ich das Buch auch gelesen und mich so gut unterhalten gefühlt, wie schon lange nicht mehr. Ich mag den Humor sehr und die Passagen über Achtsamkeit regen zum Nachdenken an. Für mich gehört das Buch zu einem der Besten, das ich in den letzten Jahren gelesen habe.

Kleiner Hinweis an dieser Stelle: Wir kaufen unsere E-Books schon "ewig" bei Beam, der Shop hat sich auf DRM-freie E-Books spezialisiert.

Lesen!

In den vergangenen Artikeln habe ich auch einige für mich negative Aspekte von "Remote Work" oder "Work from Home" angesprochen.

Ein interessante Entdeckung ist allerdings, dass ich momentan vermindert Lust darauf habe, Podcasts zu hören. Das liegt vermutlich daran, dass Podcasts für mich immer Medien waren, die ich "nebenbei" konsumiert habe, wenn ich keine das Hirn fordernden Tätigkeiten ausüben musste. Das bezog sich zum grossen Teil auf das Pendeln zur und von der Arbeit, was immerhin zwei Stunden pro Tag in Anspruch genommen hat. Jetzt habe ich schon mehr als ein Dutzend Podcasts aus dem Player gelöscht und immer noch knapp 100 Episoden in der Liste.

Die Entwicklung sehe ich ziemlich neutral, es wird wieder Phasen geben, in denen ich mehr Podcasts höre und auch Phasen, in denen ich weniger hören werde.

Spannend ist hingegen, dass sich meine Aufmerksamkeitsspanne positiv verändert hat.

Früher (tm) habe ich stundenlang am Stück gelesen und habe mich sehr gut unterhalten gefühlt.

Bevor ich mir den neuen E-Book-Reader gekauft habe, war ich froh, einmal einen längeren Artikel über zehn Minuten am Stück zu lesen. Ja, das ist traurig und ein Zeichen davon,dass ich mich zum einen leicht ablenken lasse und dass mir zum anderen mir auf multifunktionalen Geräten, wie Handy, Tablet oder Notebook immer viele andere Dinge einfallen, die man noch tun könnte.

Ich merke, dass mich das Lesen frei von Ablenkungen konzentrierter werden lässt. Das ist ein positiver Nebeneffekt. Dank fehlendem Pendeln nehme ich mir auch die Zeit dazu. Dass ich für Morgen keinen Linkdump habe, liegt nicht an fehlendem Lesen sondern viel mehr an fehlenden guten Artikeln, die ich gelesen habe.

Versionsverwaltung mit Git ...

Disclaimer vorab:

Von dem Buch habe ich je ein Exemplar als E-Book vom Verlag und in gedruckter Form vom Autoren bekommen.

Da ich Sujeevan empfohlen habe, dieses Buch zu schreiben, werde ich auch in der Danksagung am Anfang des Buches erwähnt.

Der Grund für die Empfehlung war, dass Sujeevan eine sehr gute Artikelserie zum Thema Git in seinem Blog veröffentlicht hat, von der ich dachte, dass sie neu strukturiert eine gute Basis für ein Buch bieten. Und tatsächlich ist im ihm das mit dem vorliegenden Einsteigerwerk über Git auch gelungen.

Anhand eines Beispiels aus der Praxis - persönliche Webseite mit "Bootstrap" - wird der Leser nach dem obligatorischen Kapitel über Versionsverwaltung im Allgemeinen Stück für Stück mit Git vertraut gemacht.

Mir gefällt gut, dass es im Buch hauptsächlich um das Kommandozeilenprogramm git geht und nicht um grafische Clients, wenngleich diesen auch ein eigenes Kapitel gewidmet ist. Git gibt auf der Kommandozeile viele aussagekräftige Meldungen, die für ein Verständnis sehr hilfreich sind.

Wer das Grundlagenkapitel verstanden hat, weiss schoh genug, um alleine mit Git arbeiten zu können.

Die waren Stärken von Git zeigen sich jedoch erst wenn es um Branching und verteile Repositories geht, denen ist jeweils ein eigenes Kapitel gewidmet. Ich empfehle sehr, die Beispiele nachzuvollziehen und die Kapitel durchzuarbeiten, bei der trockenen Lektüre muss man sehr konzentriert bleiben, um nicht verloren zu gehen.

Ein weiterer Pluspunkt für mich ist, dass es typische Arbeitsabläufe skizziert werden und wie man diese mit Git umsetzt. Mit client- oder serverseitigen Hooks kann man sich als Nutzer - vor allem auch im Team - das Leben leichter machen. Tipps & Tricks aus der Praxis runden den Praxisteil ab.

Für mich persönlich hätte es kein Kapitel benötigt, dass den Umstieg von Subversion beschreibt, das "macht man" einmal und dann ist das auch erledigt, die Seiten hätte ich lieber in weiteren Tipps & Tricks gesehen. Trotzdem mag das Thema für einige Leser sehr hilfreich sein.

Die Befehlsreferenz am Ende des Buchs ersetzt das Handbuch in Form von man-pages nicht, hilft aber die häufigsten Optionen im schnellen Zugriff zu haben.

Fazit für mich: Für ein Buch von "nur" rund 260 Seiten ist "Versionsverwaltung mit Git" erstaunlich komplett. Wer das Buch durchgearbeitet hat, kann mit Git arbeiten. Punkt. Statt des Kapitels über Subversion hätte ich mir mehr Tipps gewünscht, das eine oder andere Hilfsprogramm mehr und eine Anleitung, wie man selber Repositories hosten kann. Im Anhang fehlt mir eine Referenz der "nur" vier Objekttypen, die es in Git gibt und auf denen Git aufgebaut ist.

Das Buch ist im wahrsten Wortes Sinn seinen Preis wert und für mich eine echte Empfehlung.

Lesen und Lesegewohnheiten ...

gedanken Bei t3n im Filterblasenpodcast gab es eine Episode zum Thema Von 140 Zeichen bis E-Books: Wie die Digitalisierung das Lesen verändert, die mir sehr gut gefallen hat. Vielen Dank dafür!

Mir sind beim Hören einige Gedanken in den Kopf gekommen, die ich gerne teilen möchte. Irgendwie bin ich zu blöd direkt bei t3n zu kommentieren, deswegen sind die Gedanken hier, ausserdem interessieren mich insbesondere die Meinungen meiner Leser.

Die einzelnen Punkte ergeben vermutlich erst dann Sinn, wenn Ihr die Podcast-Episode gehört habt.

Im Laufe der letzten Jahre haben sich meine Lesegewohnheiten komplett verändert und es lohnt sich immer einmal darüber nachzudenken.

0. Wir lesen ständig

Ja, klar, aber Lesen eines zusammenhängenden Textes ist unterschiedlich zur Kenntnisnahme eines Tweets.

1. Seitenformatierung

Dass der E-Reader keine Seiten anzeigt, ist der Tatsache geschuldet, dass es keine einheitlichen Seiten gibt. Je nach Grösse des E-Readers, des ausgewählten Fonts und der Fontgrösse kann die Anzahl der Seiten eines Buchs sehr stark variieren. Das ist der Grund für die Angabe der Position. Ein weiteres Plus: Man kann das gleiche Buch über verschiedene Medien konsumieren und dabei gibt die Position eine bessere Orientierungshilfe als die Seite.

2. Orientierung im Buch

Eine Studie hat gezeigt, dass Probanden eine Geschichte chronologisch besser wiedergeben können, wenn sie ein gedrucktes Buch verwenden. Die Haptik und die "gefühlten" Seiten, die man schon gelesen hat und die, die noch vor einem liegen, helfen bei der chronologischen Orientierung.

3. Long Reads

Dienste wie Pocket oder das selber Hosten von Wallabag helfen dabei, plattformübergreifend lange Texte zu lesen. Wallabag bringt dazu ein tolles Ökosystem mit: Neben der sehr guten Webanwendung gibt es Apps für Mobiltelefone (Android, iPhone, Windows Phone und Firefox OS) und Browserplugins (Firefox und Chrome).

4. Autoren und Fachbücher

Mir hat ein Wort dazu gefehlt, dass Fachbuch-Autoren ein sehr hohes Ansehen geniessen, finanziell aber keinen direkten Nutzen aus dem Verkauf der Fachbücher ziehen. Der umgerechnete Stundenlohn ist mies. Dafür gibt es eine Menge Vorteile, insbesondere Reputation, die sich aus der Autorenschaft ergeben.

Blogartikel Buchpreise ... und Vortrag Von der Idee zum Fachbuch.

5. Lesegeräte

Aktuelle E-Book-Reader haben für mich ein grosses Manko, sie erlauben es nicht PDFs im DIN A 4 oder Letter-Format ganzseitig zu lesen. Das ist für mich der Grund, dass ich nach dem Kindle DX, den es leider nicht mehr gibt, auf ein 10-Zoll Tablet umgestiegen bin. Seit dem lese ich so gut wie gar keine gedruckten Bücher mehr.

6. DRM

Glücklicherweise verzichten immer mehr Verlage auf hartes Digital Rights Management und setzen statt Verschlüsselung auf Wasserzeichen in den "Druckwerken".

Ich selber lese regelmässig Perry Rhodan Neo, die E-Books beziehe ich DRM-frei über Beam E-Books. Zusätzlich habe ich die digitalen Varianten von Linux Voice und dem Linux Magazin abonniert (so viel zum Thema "Kostenloskultur").

Blogartikel DRM-freie eBooks von Verlagen ...

Out of Office ...

Ein sehr lesenswertes Buch von zwei Microsoft-Mitarbeitern aus der Management-Ebene, Elke Frank und Thorsten Hübschen. Der Untertitel erklärt besser als der Titel, worum es geht: "Warum wir Arbeit neu erfinden müssen".

Selbstverständlich enthält das Buch viele Beschreibungen der Arbeitswelt bei Microsoft, diese Werbung ist aber nicht vordergründig, sie beschreibt wie Microsoft den Anforderungen der modernen Arbeitswelt begegnet. Das Buch ist gut recherchiert und zeigt die Herausforderungen und die Erwartungen, die ein "Büro-Job" heute mit sich bringt.

Mit vielen im Buch angesprochenen Punkten bin ich einer Meinung.

Etwas, das ich schade finde, ist, dass meiner Ansicht nach nur auf einen Teil der Wissenarbeiter eingegangen wird. Nicht jeder kommt mit einem Notebook aus und kann in einem Café arbeiten. Losgelöst davon, dass Geheimhaltung in der Öffentlichkeit nicht einfach ist, benötigen sehr viele Wissenarbeiter eine IT-Ausstattung, die nicht mobil ist. Ich denke da vor allem an Designer, aber auch an Software und System Engineers.

Die Grundherausforderung bleibt aber bestehen, ich würde gerne die freie Wahl meines Arbeitsplatzes haben, situativ entscheiden können, wo ich arbeite und ich möchte auch gerne nicht dumm angeschaut werde, wenn die Entscheidung zu 95% auf meinen Arbeitsplatz im Büro und nicht auf zu Hause fällt.

Klar, es ist so, dass sich viele Dinge nicht mit einem herausfordernden Arbeitsumfeld vereinbaren lassen, zwölf-Stunden-Arbeitseinsätze führen dazu, dass man nicht einkaufen gehen kann. Aber ich denke nicht, dass eine Arbeitgeberin alles auffangen muss.

In Summe muss für mich immer mehr situativ entschieden werden und es gibt keine Lösung, die für alle Menschen und alle Teams oder alle Firmen gleich gut passt.

Was aber in jedem Fall passieren muss, ist dass Arbeitgeberinnen ihren Mitarbeitern Vertrauen geben und sie als Erwachsene behandeln, dann kommt der Rest von alleine.

Ich habe das Buch mit Gewinn gelesen und viele Punkte gefunden, die ich in der dargestellten Form für mich noch nicht durchdacht habe.

Out of Office: Warum wir die Arbeit neu erfinden müssen ist im Redline Verlag erschienen.

Disclaimer: Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar vom Verlag bekommen.

Ergebnisse der Umfrage zur E-Book-Nutzung ...

Die mit dem Bloggeburtstag angekündigte Umfrage zur E-Book-Nutzung ist abgeschlossen.

Die ungefilterteten Ergebnisse finden Sich in dieser PDF-Datei: Umfrage_358164_Umfrage_zur_E-Book-Nutzung.pdf (etwa 800 kiB).

Zu einigen Ergebnissen werde ich hier im Blog natürlich Stellung nehmen und ich werde die Ergebnisse auch noch anders aufbereiten.

Es haben 71 Personen teilgenommen, von denen 52 am Gewinnspiel teilnehmen, da sie eine E-Mail-Adresse hinterlassen haben.

Die Gewinner werden nach und nach per E-Mail informiert, da der erste Gewinner die erste Wahlmöglichkeit aus dem Pool der von Open Source Press ausgelobten Gewinne hat.

IT-Beratung aus der Sicht eines Insiders ...

Für mich ist das Buch IT-Beratung aus der Sicht eines Insiders gleichzusetzen mit einem Episodenfilm, in dem kurze Episoden - zumeist nicht länger als ein Absatz - aus dem erfolgreichen Leben des IT-Beraters Leander Lupus gezeigt werden.

Damit ist aber leider auch schon fast alles über das Büchlein geschrieben. Es sind einige Binsenwahrheiten zu finden, so wie auch Auslands-Erlebnisse, die dem Autoren mitteilenswert erscheinen.

Erwartet hatte ich einen strukturierteren Ansatz und Beispiele, die zur Verallgemeinerung taugen. Gefunden habe ich leider wirklich nur Episoden, die auf Erfahrungen des Autors basieren. Sehr schade, aus dem Thema hätte man sicherlich mehr machen können.

Wenn ich ein Auftraggeber wäre und dieses Buch lesen würde, würde ich Herrn Lupus vermutlich nicht einstellen, gerade weil er auch beschrieben hat, wie er sich selber in Projekten unabkömmlich gemacht hat bzw. welche Methoden er angewendet hat, um Mitbewerber auszuschliessen.

Disclaimer: Ich habe das Büchlein zur Rezension als E-Book vom Verlag bekommen, der Titel wird nur als Paperback vertrieben.