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Mein 2022, die positive Seite

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Und zum Schluss folgt der positive Jahresrückblick, siehe auch hier. Diesen Artikel schreibe ich insbesondere als Kontrapunkt zu den wirklich vielen schlimmen Dingen, die in 2022 passiert sind.

TL;DR: 2022 war ein gutes Jahr für mich.

Die grösste Änderung im letzten Jahr war sicherlich, dass ich die Arbeitgeberin gewechselt habe. Es zeigt sich, dass das auch mit über 50 Jahren noch geht. Neben dem «Kulturschock», dass ich für den Kaffee bezahlen muss – wer macht denn heute noch so etwas? – habe ich mich gefühlt in nahezu allen Belangen verbessert. Die Arbeitskultur ist super, ich erfahre mehr Wertschätzung als in anderen Jobs, die ich bisher hatte und die Kollegen sind sehr nett (das waren sie woanders aber auch).

Es ist immer wieder spannend zu sehen, dass man nach einer Kündigung so viele gute Gespräche mit den zukünftigen Ex-Kollegen führt. Da frage ich mich, ob die Leute sonst Angst haben, dass etwas gegen sie verwendet werden könnte.

Das wusste ich schon vorher, aber ich merke, dass eine gute Mischung von Homeoffice und Arbeit im Büro das beste für mich ist. Da ich gerne unter Menschen bin, aber auch gerne mal alleine arbeite, habe ich für mich den Rhythmus Home-Office-Customer-Office-Home gefunden, das ist super. Jeden Tag bin ich woanders.

Mit Kevin durfte ich einen weiteren Lehrling durch die Prüfung zum «Systemtechniker EFZ» begleiten und ich freue mich sehr, dass er einen so guten Abschluss gemacht hat.

Im Jahresschnitt habe ich die mir auferlegten Schritte, die ich pro Tag schaffen wollte, um etwas mehr als 10% überboten. Sehr schön! Um mir selber das Leben nicht zu schwer zu machen, arbeite ich mit «gleitenden Durchschnitten» über sieben Tage und ehrlicherweise muss ich zugeben, dass ich es selbst damit manchmal nicht hinbekommen habe, aber das Gesamtresultat zählt. Es lohnt sich nicht, sich fertig zu machen, für Sachen, die nicht so gut gelaufen – Ha! Wortwitz! – sind.

Über meine Lieblingsbücher in 2022 habe ich bereits geschrieben. Ich freue mich sehr, dass man mit einer kleinen Änderung in den Tagesroutinen – eine viertel Stunde am Tag lesen – wirklich viel bewegen kann.

Meine neue Gewohnheit «Journaling» habe ich konsequent beibehalten, darüber freue ich mich sehr. Ich merke, dass ich etwas am Format tun muss. Am Montag heisst das Thema «Ziele, Aufgaben und Fortschritt», Dienstag bis Samstag nenne ich es «Braindump» und am Sonntag mache ich ein «Review» der vergangenen Woche. Da geht noch mehr. Aber selbst dieser minimale Ansatz ist zum einen ein guter Einstieg und hilft zum anderen auch mehr Klarheit zu bekommen.

Wir haben in 2022 alle Video-Streamingdienste gekündigt, und, was soll ich Euch sagen, das Leben geht weiter. Wenn mich mal eine Serie wirklich interessieren sollte, würde ich ein Abo für einen Monat abschliessen.

Wir sind am Anfang eines neuen Jahres und ich möchte hier meinen Aufruf aus dem letzten Jahr wiederholen: Wenn Ihr es nicht schon tut, sucht Euch bitte eine Organisation oder ein Projekt, das Ihr ehrenamtlich oder finanziell unterstützt. Wir können alle zusammen die Welt besser machen. Jeder ein kleines bisschen. Schritt für Schritt.

Egal, wo Ihr seid und wer Ihr seid, ich wünsche Euch alles Gute, Glück und Gesundheit für 2023. Versucht die Momente festzuhalten, die Euch guttun und die Momente, die Euch nicht guttun, zu verarbeiten und eventuell aus ihnen zu lernen.

Unterstützung

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Diese Art von Artikel liegt mir von Zeit zu Zeit besonders am Herzen. Im Moment ist es wieder so weit, ich weiss nicht warum, aber es spielt auch keine Rolle. Es ist noch nicht Weihnachtszeit und ich möchte auch nicht in den Reigen derjenigen einfallen, die zu Weihnachten nach Unterstützern oder Spendern suchen.

Auch, wenn wir momentan das Gefühl haben, dass die Welt durch die aktuellen Ereignisse aus den Angeln gehoben werden, geht es uns doch besser als vielen anderen Menschen auf der Welt.

Bitte denkt einmal darüber nach und auch, ob Ihr nicht sinnvolle Projekte durch eine Spende unterstützen wollt. Toll wäre regelmässig, aber auch einmalige Spenden helfen sehr.

Meine Frau und ich unterstützen seit vielen Jahren Patenkinder, ja wir haben zwei, bei Plan International. Die Beweggründe lassen sich auch an vielen Stellen hier im Blog nachlesen, vielleicht fangt Ihr mit diesem Artikel an.

Zusätzlich zu den Patenkindern suche ich mir immer Organisationen aus, bei denen ich passive Mitglied werde und die ich auf dem Weg auch gerne unterstütze.

4000 Wochen

Im letzten Jahr habe ich das Buch 4000 Wochen von Oliver Burkemann gelesen und hier noch nicht darüber geschrieben. Für die von Euch, die nicht so gerne lesen, gbt es auch einen - wie ich finde - sehenswerten TEDx Talk mit dem Titel How to stop fighting against time vom Autoren.

Unser Leben ist erschreckend endlich, nämlich nur rund 4000 Wochen lang. Das ist eine Grösse, die wir uns vorstellen können, eine mittlere fünfstellige Anzahl von Tagen ist für uns schwer fassbar. Rund 25% der Zeit verbringen wir mit dem Erwachsen werden, 60% mit dem Arbeitsleben und 15% mit der Zeit danach.

Egal, was wir tun und welche Entscheidungen wir treffen, es gibt eine unendliche Anzahl an Alternativen, die wir nicht tun oder für die wir uns nicht entschieden haben. Wenn wir uns beispielsweise für einen Lebensgefährten oder eine Lebensgefährtin entscheiden, haben wir uns damit nicht für die zahllosen anderen Personen entschieden.

Sobald uns das klar ist, sollten wir uns in unserem Leben auf wenige wichtige Dinge fokussieren.

Mich hat das in meinem Kurs bestärkt, dem Effizienzwahn, den ich einmal hatte, nicht mehr nachzugeben. Das ist in unserer Gesellschaft gar nicht so einfach, weil es schon deutlich gegen den Mainstream geht.

Wenn man sich "Karriere" und "möglichst viel Geld verdienen" als Ziele setzt, wäre es gut, sich einmal Gedanken zu machen, was man damit anfangen will und ob einen diese wirklich glücklich machen. Für alle, die hart arbeiten, damit sie es in der Zeit der Pensionierung besser haben: 85% Eures Lebens investiert Ihr um es 15% Eures Lebens gut zu haben. Sollte das auf Euch zutreffen, empfehle ich sehr, einmal die Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral zu lesen (ist nur ein kurzer Text).

Wir leben im "hier und jetzt" und nicht in der Zukunft. Das bedeutet nicht, dass wir uns nicht auf die Zukunft vorbereiten sollen. Es bedeutet viel mehr, dass wir auch daran denken müssen, jetzt ein möglichst gutes Leben zu führen.

Du weisst nicht mehr, wie Blumen duften,
kennst nur die Arbeit und das Schuften.
So geh’n sie hin die schönsten Jahre,
am Ende liegst Du auf der Bahre.
Und hinter Dir, da grinst der Tod:
„Kaputtgeschuftet – Vollidiot!“
Joachim Ringelnatz (deutscher Schriftsteller, Kabarettist und Maler 1883-1934)

Die eigene Tagline

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Vor reichlich Jahren habe ich mal "in der Werbung" gearbeitet und eines der Konzepte, was ich mir von dort mitgenommen habe, ist das Konzept der Tagline. Das ist - kurz gesprochen - ein Satz, der die Erinnerung des Publikums an ein Produkt verstärkt.

Im Selbstmarketing sind die Grenzen zum Claim bzw. Slogan fliessend.

Ich benutze diesen einen Satz, um kurz meine Schwerpunkte zu beschreiben und die Erinnerung an mich zu verstärken. Die jeweils aktuelle Tagline ist sowohl auf meiner Homepage und später auch in meinen zahlreichen Online-Profilen zu finden.

Die folgenden sind nicht alle Taglines, die ich jemals benutzt habe, aber sie geben eine Idee, was ich damit meine. Versteht sie vielleicht einfach als Untertitel unter meinem Namen.

  • Pragmatic Systems Administrator and Taskwarrior
  • Pragmatic Systems Administrator, Aikidoka and Taskwarrior, Community Addict
  • Pragmatic Systems Administrator and Taskwarrior, Community Addict
  • Pragmatic Systems Administrator, Linux Penguin and Taskwarrior, Looking for Serendipity
  • Pragmatic Systems Administrator and Linux Penguin, https://1x.engineer/
  • Linux Penguin and Container Pusher, Community Addict

Vielleicht sollte man das auch als Hobby-Themen oder Lieblingsinhalte verstehen, es ist aber nicht mehr als ein erster Eindruck, der dahinter steckt.

Eine längere Form findet sich unten auf meiner Homepage, falls man mal Stihwortte sucht, die mich beschreiben sollen. Stand heute sind das die folgenden:

Born 1968, Human being, Married, One Dog, One Horse, Blogger, Podcaster, Author, Speaker, 1x Engineer, Apprentice Trainer, Mentor, Linux Penguin, Systems Administrator, Systems Engineer, Container Pusher, DevOps Engineer, Technical Architect, Technical Solution Engineer, Technical Lead, Open Source Contributor, Community Addict

Themen oder Inhalte, mit denen ich lange nichts mehr zu tun hatte, sind da rausgeflogen.

Was ist Eure Meinung zu solchen Dingen, pflegt Ihr selber Taglines, Kurzbeschreibungen oder Stichworte?

Selbstorganisation

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In der letzten Zeit wurde ich häufiger gefragt, wie ich mich selber organisiere. Das werde ich in diesem Blogartikel gerne beschreiben und mich dabei auf die wesentlichen Werkzeuge - was schon gar nicht so wenig ist - beschränken.

Aufgabenverwaltung

Nach sehr intensiven Tests mit Aufgabenverwaltungen, sowohl auf Basis von Open-Source-Software wie auch auf Basis von Closed-Sorce-Software, bin ich leider im Lager der freien Software für meine Anforderungen nicht fündig geworden. Am Ende bin ich zum "Platzhirschen" Todoist gewechselt. Die Beweggründe für den Wechsel auf Todoist findet Ihr im Blog. Dort findet Ihr auch weitere Artikel, wenn Ihr nach "todoist" sucht.

Dinge, die ich "irgendwann einmal" erledigen möchte, haben übrigens meiner Ansicht nach nichts in der Aufgabenverwaltung zu suchen. Die schiere Menge an unerledigten Aufgaben sorgt nur für ein schlechtes Gewissen, das ich mir gerne sparen möchte.

Notizen

Über meinen Weg mit Notizen habe ich einen eigenen Artikel geschrieben.

Hier liste ich nur der Vollständigkeit halber die verwendeten Tools auf. Handschriftliche Notizen landen auf dem Boox Max 3.

Mobil mache ich Notizen mit Nextcloud Notes und der Nextcloud Notes App (Links zu F-Droid und Google Play Store finden sich unter dem Link).

Strukturiert werden die Notizen mit Logseq.

Informationsgewinnung

Ich "lebe in RSS-Feeds", daher habe ich mit FreshRSS einen eigenen webbasierten Feedreader aufgesetzt. (Wenn Ihr einen Account wollt, sendet mir eine E-Mail). In Firefox ist für das Abonnieren, die Extension Feed Preview sehr hilfreich.

Seit neuestem nutze ich auf Android die Anwendung FeedMe (Sourcecode und weitere Downloadmöglichkeit auf GitHub, warum die nicht in F-Droid zu finden ist, weiss ich nicht). Die Anwendung ist mit meiner FreshRSS-Instanz verbunden.

Nachtrag: Ich bin gerade per E-Mail informiert worden, danke Matthias, dass auf GitHub nur die Dokumentation zu finden ist und die App selber leider Closed-Source-Software ist. Leider kenne ich keine vergleichbar gut Anwendung aus dem Open-Source-Bereich, daher bleibe ich einmal dabei.

Längere Artikel landen in meiner Wallabag-Instanz (enthält Links zu den offiziellen Apps für Smartphones), auch hier könnt Ihr gerne einen Account via E-Mail bekommen. Aus Wallabag exportiere ich Pakete mit jeweils zwölf Artikeln als EPUB, die auf dem E-Book-Reader landen.

Lesezeichen

Für Lesezeichen oder "Bookmarks" nutze ich ein selbst gehostetes Shaarli und Firefox-Plugin sowie Android App, hier ist ein Überblick über die Community Tools.

Hier landen auch Links, die ich mir "irgendwann einmal" anschauen und auch Dinge, die ich kaufen so wie Bücher, die ich lesen möchte. Wie oben geschrieben, gehören die Dinge nicht in die Aufgabenverwaltung.

Kalender

Als Kalender-Basis setze ich in meiner Nextcloud-Instanz den Nextcloud Calendar ein und synchronisiere ihn mit DAVx5 (Google Play Store und F-Droid).

Als Kalender auf dem Handy nutze ich schon seit Jahren den Business Calendar 2, der bietet mir die beste Übersicht. Ich kann mir vorstellen, dass der künftig durch Etar ersetzt wird.

Momentan brauche ich das nicht, aber ICS-Kalender abonniere ich via ICSx5 (Google Play Store und F-Droid).

Zeiterfassung

Um zu wissen, wo meine Zeit bleibt, nutze ich den Clouddienst von Kimai, die Software kann man auch selber hosten, Einstiegspunkt ist kimai.org. Warum ich das mache, habe ich auch hier im Blog beschrieben.

Ich wollte in dem Projekt gerne mitarbeiten, schaffe das aber zeitlich leider nicht. Perspektivisch wird das auf eine finanzielle Unterstützung herauslaufen.

Mobil nutze ich Kimai Mobile, bedauerlicherweise eine kostenpflichtige Software.

Und jetzt Ihr ...

Wenn Ihr Fragen oder Ergänzungen habt, dann nutzt bitte die Kommentare unter diesem Artikel.

Atomic Habits und Lesen

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Wie bereits an anderer Stelle geschrieben, hat mich das Buch Atomic Habits (in Deutsch Die 1% Methode) von James Clear im letzten Jahr am meisten beeinflusst.

Ein - wie ich finde - gutes Beispiel für den Einsatz der Methode ist, dass ich wieder mehr lesen möchte und mich damit sehr schwer getan habe. Warum eigentlich lesen? Nun, zum einen erweitert es den Horizont (auch, wenn man Belletristik liest) und zum anderen ist es eines der wenigen bei dem man nebenbei nichts anderes machen kann, es steigert also im besonderen Mass die Konzentrationsfähigkeit und Aufmerksamkeitspannen. Man kann sich vor allem auch nicht selber bescheissen. ;-)

Dazu habe ich mir ein Ziel von zwölf Büchern im Jahr in Goodreads gesetzt, was - wenn man ehrlich ist - nicht so besonders viel ist. Interessanterweise drohte ich aber zu scheitern. Nebenbei: Solche Leselisten dienen vor allem der Vernetzung und geben die Möglichkeit, sich Anregungen von anderen Menschen, denen man folgt, zu holen.

Was hat das mit Atomic Habits zu tun? Das Ziel zwölf Bücher im Jahr habe ich geändert auf 15 Minuten Lesen am Tag. Das schaffe ich gut und häufig lese ich diese 15 Minuten im Bett vor dem Einschlafen. Durch diesen Trick habe ich in den ersten vier Monaten dieses Jahres schon 13 Bücher gelesen. Das ist ein toller Erfolg.

25 wichtige Dinge

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Gestern in einem Buch habe ich eine Geschichte gelesen, die von Warren Buffett sein soll.

Man soll sich eine Liste mit 25 wichtigen Zielen erstellen, die man im Leben erreichen möchte. Wenn man das hat, soll diese Liste nach Wichtigkeit sortiert werden. Die ganze Planung und das ganze Streben soll sich danach an den fünf wichtigsten Zielen ausrichten. Die restlichen 20 Ziele kennzeichnen Dinge, die man unbedingt und aktiv vermeiden sollte, weil sie einen von den fünf wichtigsten Zielen ablenken.

Ich musste sehr schmunzeln, weil ich mich sehr oft dabei ertappe, alles Mögliche zu tun, aber nicht das, was zu wirklich wichtigen Zielen im Leben führt.

Buch- und Podcastkonsum

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Pandemiebedingt habe ich meinen Podcastkonsum und dem damit verbundenen Wegfall des Arbeitswegs sehr stark eingeschränkt und mich von reichlich Podcasts getrennt. Nicht, weil ich sie nicht gut finde, sondern, weil mir schlicht die Zeit fehlt bzw. ich mir - ohne Pendeln - nicht die Zeit nehme, sie alle zu hören und daher musste ich da Prioritäten setzen.

Zum Schluss hatte ich ein Backlog von weit über 100 Stunden Podcastepisoden. Ich weiss, dass viele meiner Leser deutlich mehr Podcasts auf der "zu hören"-Liste haben. Mir ist das zu viel und es macht mir auch kein gutes Gefühl, immer vor dem Riesenberg zu stehen.

Jetzt, nachdem viele der Pandemie bedingten Einschränkungen aufgehoben wurden, fahre ich auch wieder häufiger ins Büro. Das ist zum einen natürlich der Probezeit geschuldet, aber zum anderen auch, weil ich gerne unter Menschen bin. Zusätzlich ist es so, dass der neue Arbeitsweg 15 Minuten kürzer ist und ich länger "am Stück" in der S-Bahn sitze.

Das ist entscheidend, weil ich mir in der Pandemie angewöhnt habe, wenigstes 15 Minuten am Tag zu lesen. Damit meine ich nicht nur Sachbücher, nein, vor allem auch Belletristik. Eine Zeit lang habe ich mich in einem "Selbstoptimierungswahn" befunden, den ich jetzt hinter mir gelassen habe. Im Podcast TILpod, den ich zusammen mit Sujeevan Vijayakumaran mache, könnt Ihr mehr über die Hintergründe erfahren. Ja, ich sehe die Ironie auch :-)

Bei aller Liebe zu Podcasts und dem Podcasting merke ich leider, dass das für mich ein "Nebenbeimedium" ist, Bücher, die ich lese, lese ich im Gegenzug ganz bewusst und mache nebenbei nichts anderes. Ich höre zur Unterhaltung auch Hörbücher, aber enttäuschenderweise auch nur nebenbei. Podcasts höre ich 50% schneller und Bücher 25% schneller, das sagt auch schon einiges.

Hier findet Ihr eine Liste der Podcasts, die ich mit AntennaPod abonniert habe (die eigenen Podcasts habe ich nur zur Kontrolle abonniert) und hier findet Ihr die Bücher, die ich gelesen habe, gerade lese oder lesen möchte. Die Leseliste synchronisiere ich auch auf andere Plattformen.

Notizen

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In den letzten Wochen und Monaten habe ich mir einmal ausführlicher Gedanken zu Notizen im Allgemeinen gemacht. Um das für mich einmal zu sortieren, habe ich mir überlegt, wie viel Struktur verschiedene Medien benötigen, um sie für Notizen zu nutzen.

Wie immer hier im Blog interessieren mich Eure Meinungen und Gedanken zu dem Thema.

Die Software oder die Geräte, auf die ich verlinke, möchte ich nicht als komplette Liste, sondern als Beispiele verstanden wissen.

Generell schadet Struktur ja nicht, ganz im Gegenteil. Aber, um Gedanken erst einmal festzuhalten, finde ich es wichtig, dass ich einfach das, was ich im Kopf habe, rausschreiben oder skizzieren kann, ohne auf eine bestimmte Form achten zu müssen.

Aus diesem Grund mache ich Notizen in Stichworten und formuliere die Sätze nicht aus. Das hilft mir, Dinge schnell aus dem Kopf zu bekommen. Der Nachteil ist, dass ich die Notizen in jedem Fall nachbearbeiten muss, um sie als Dokumentation für irgendetwas verwenden zu können bzw. um Informationen wiederzufinden.

Ich mache Notizen am liebsten handschriftlich auf einem "E-Note-Taker" im A4-Format, weil es mir neben Notizen auf Papier die grössten Freiheiten lässt. Allerdings spiele ich auch mit dem Gedanken, mir ein Diktiergerät zuzulegen. Da bin ich mir aber noch unsicher, ob es hilfreich für mich ist. Vielleicht teste ich das erst einmal mit dem Mobiltelefon.

Ein Vorteil in "Face2Face-Meetings" ist, dass der hochgeklappte Notebook-Bildschirm keine Barriere aufbaut. Klingt komisch? Ist aber so.

Wenn ich nur das Handy dabei habe, nutze ich Nextcloud Notes, Link in der Übersicht unten.

Aufgearbeitete Notizen landen in Logseq, das ich mittlerweile sehr zu schätzen gelernt habe.

Aber hier folgen jetzt erst einmal die Gedanken zu Struktur.

0% Struktur

  • handschriftliche Notizen / Skizzen
  • Sprachnotizen

25% Struktur

50% Struktur

75% Struktur

  • Wiki - bei mir DokuWiki (wird aber in Richtung Logseq migriert).
  • Mindmap - bei mir Freeplane, immer noch sehr hilfreich, um Wissen zu strukturieren.

100% Struktur

  • Buch
  • Artikel
  • Präsentation
  • Tools: (LaTeX, LibreOffice, Microsoft Office, ...)

Umstellung der Arbeitsweise

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Mit dem Jobwechsel kommen sehr spannende Veränderungen auf mich zu. Viele sind inhaltlicher Natur, klar! Aber einige brechen mit Arbeitsweisen, die ich sich für mich über die vergangenen Jahre etabliert haben.

So benutze ich beispielsweise seit vielen Jahren, das Clientsystem (Windows) nur für das Mailprogramm, den Webbrowser und Office-Anwendungen. In den vergangenen Jahren ist auch noch Visual Studio Code mit der Remote - SSH-Extension dazugekommen. Die eigentliche Arbeit findet via PuTTY in einer tmux-session auf einem Jumphost statt.

Auf dem Client habe ich keine administrativen Rechte (benötige ich auch nicht), auf dem Jumphost schon - das macht die Installation von Tools leichter, wäre aber genaugenommen auch nicht nötig, unter Linux geht fast alles auch im Userland.

Neu wird es so sein, dass alles lokal passiert und ich Adminrechte auf dem Windows habe. Das hat selbstverständlich einige Auswirkungen. Unter anderem werde ich mich wohl mal wieder stärker mit Windows auseinandersetzen müssen und auch mit dem Windows Subsystem for Linux. Für VSCode gibt es natürlich ein Plugin namens Remote - WSL.

Viele Leute, die ausschliesslich unter Windows arbeiten, finden das vielleicht merkwürdig, aber für mich ist das eine sehr grosse Umstellung. Tatsächlich freue ich mich darauf, etwas anderes kennenlernen zu dürfen.

An die Leute, die denken, dass sie nicht arbeiten können, wenn sie nicht "ihre" Tools einsetzen können: Professionalität drückt sich unter anderem auch dadurch aus, dass man seine Arbeit auch in einem ungewohnten Umfeld erledigt bekommt. Effizienz ist eine andere Sache, aber auch die wird immer besser, je mehr man sich an das neue Umfeld gewöhnt.

Persönliche Zeiterfassung mit Kimai

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Wie bereits angekündigt, möchte ich gerne wissen, wo meine Zeit bleibt. Dazu habe ich einen Versuch mit Clockify gestartet und war dann irgendwann genervt, dass ich an allen Ecken und Enden auf ausgegraute Optionen gestossen bin, deren Aktivierung einen der bezahlten Pläne voraussetzen.

Um nicht mehr genervt zu sein, hätte ich entweder 10 USD monatlich oder 96 USD jährlich bezahlen müssen. Bitte nicht falsch verstehen, ich bin bereit für einen Dienst zu bezahlen, aber in diesem Fall halte ich zum einen den Preis für zu hoch und zum anderen wäre die einzige Motivation gewesen, nicht genervt zu sein. Die Features hätte ich gar nicht benötigt.

Es gibt zahlreiche Alternativen zu Clockify, ich dachte allerdings, dass es sinnvoll wäre, dem FLOSS-Tool Kimai einmal wieder eine Chance zu geben. Die vorhergehenden Versuche sind alle gescheitert, weil ich keinen echten Anwendungsfall für eine persönliche Zeiterfassung hatte.

Ein paar Worte zu Kimai:

  • Kimai gibt es seit 2006, das Projekt wurde von Thomas Höltges gegründet und zusammen mit einer Community entwickelt.
  • 2009 sollte die Software eingestellt werden.
  • Kevin Papst - seit 2007 in der Community - übernahm die Rolle von Torsten.
  • Als 2017 Symfony 4 erschien, startete Kevin einen Rewrite mit dem Namen Kimai 2.

Mit anderen Worten: Das ist gut abgehangene Software, die schon einige Zeit auf dem Buckel hat und entsprechend zuverlässig läuft.

Kevin hat sich als Softwareentwickler selbständig gemacht und kümmert sich unter anderem hauptberuflich um Kimai.

Mit dem Clouddienst, der in der Basisversion kostenfrei ist, kann man Kimai benutzen (und natürlich auch testen). Erweiterte Funktionen kosten Geld, aber das fällt im Normalbetrieb nicht auf. Mir gefällt besonders gut, dass das ein Dienst ist, der die europäischen Datenschutzrichtlinien erfüllt.

Mit Kevin habe ich mich länger via E-Mail ausgetauscht und ich finde ihn sehr sympathisch. Das Projekt möchte ich gerne als "non-coding-Contributor" unterstützen.

Zusätzlich zu Kimai im Web benutze ich auch noch eine Android-App und eine Kommandozeilen-Applikation, die es mir in unterschiedlichen Situationen leichter machen, die Zeit zu erfassen.

Zurück zur eigentlichen Zeiterfassung: Ich habe etwas Feintuning gebraucht, um die für mich optimalen Einstellungen zu finden. Das lag vor allem daran, dass ich mir nicht näher Gedanken darüber gemacht habe, was ich eigentlich mit der Zeiterfassung erreichen möchte.

Hierzu vielleicht gleich ein Hinweis: Wenn Ihr so etwas auch umsetzen wollt, gönnt Euch eine Testphase, in der Ihr mit verschiedenen Setups und auch unterschiedlichen Methoden herumspielt. Bei mir startete die Testphase Ende Oktober des letzten Jahres und ab diesem Jahr benutze ich das ernsthaft.

Ich möchte nicht alle 24 Stunden des Tages erfassen. Mir erscheint es auch merkwürdig, Zeit mit der Familie oder unseren Tieren in einer Auswertung zu beurteilen.

Viele Zeiterfassungssysteme, so auch Kimai, haben eine Hierarchie Kunde->Projekt->Tätigkeit. Projekte sind eindeutig Kunden zugeordnet, Tätigkeiten können bei verschiedenen Projekten verwendet werden (können aber auch nur spezifischen Projekten zugeordnet sein). Pro Eintrag können auch noch Tags und Beschreibungen vergeben werden.

Meine erste Idee war, die zu messenden Teilbereiche meines Lebens als Kunden zu erfassen, darunter dann passende Projekte zu definieren und in den Tätigkeiten dann das was ich getan habe.

Beispiel: "Lesen" ist ein Kunde, das Buch, das ich lese, ist das Projekt und die Tätigkeit ist dann auch lesen. Oder anderes Beispiel: TILpod ist ein Kunde, die TILpod-Episode ist das Projekt und die Tätigkeiten sind Vorbereitung, Podcasting, Post-Produktion, ...

In einem nächsten Schritt habe ich die Kunden entfernt, weil sie eigentlich keine Rolle spielen. Ich möchte ja nur die Zeit erfassen, die ich mit den Tätigkeiten verbracht habe. Also habe ich die Projekte unter dem Kunden "Dirk Deimeke" aufgehängt und war schon einen Schritt näher, an dem, was ich möchte. So kann ich relativ einfach die Zeit, die ich für mich - meine Hobbys oder Weiterbildung - verwende, zusammenfassen.

Zuletzt habe ich die ehemaligen Kunden zu Projekten gemacht und das was vorher ein Projekt war in der Beschreibung ergänzt.

Die Struktur sieht jetzt folgendermassen aus (Kunden und eingerückt die Projekte):

  • Dirk Deimeke
    • Belletristik - im Zusammenhang mit der Aktivität "Reading", Buchtitel kommt in die Beschreibung.
    • Sachbuch - das Gleiche für Sachbücher.
    • Bubbleteam - ein Projekt, an dem ich mitarbeite.
    • BuzzZoom - der Podcast von Mario und mir.
    • TILpod - der Podcast von Sujeevan und mir.
    • Dirks Logbuch - mein Blog.
    • FreshRSS - mein Feedreader, hier fliesst viel Zeit rein, überwiegende Aktivität ist "Research".
    • Wallabag - mein selbst gehosteter ReadLater-Dienst.
    • Kimai - damit ist das Open-Source-Projekt gemeint.
    • My own IT - alles, was ich mit eigenen Systemen mache.
    • Transport - Zeiten im öffentlichen Personennahverkehr oder im Individualverkehr, wenn ich mal keine Podcasts höre, "buche" ich parallel noch andere Inhalte.
    • Vortrag - vorbereiten und halten von Vorträgen (später kommt auch noch "Workshop" dazu, momentan brauche ich das aber nicht).
  • Rheinwerk - "Mein" Verlag.
    • Adminbuch
    • Fachgutachten
  • Vontobel - Meine aktuelle Arbeitgeberin.
    • Work
  • yawnrz.com - Die Hundeschule meiner Frau.
    • Webinar
    • Website

Und hier folgen die Aktivitäten:

  • Blogging
  • Evaluation - das Ausprobieren neuer Dinge.
  • Illness - in Bezug auf Work.
  • Individual - Projekt "Transport".
  • Learning
  • Meeting
  • Migration
  • Onsite - in Bezug auf Work.
  • Podcasting
  • Postproduction
  • Preparation
  • Public - Projekt "Transport".
  • Reading
  • Remote - in Bezug auf Work.
  • Research
  • Support
  • Systemadministration
  • Verwaltung
  • Writing

Ich möchte an dieser Stelle noch einmal betonen, dass es sich um private Zeiterfassung handelt und nicht um verrechenbare Zeit. Die Struktur gibt die Inhalte wieder, die ich für mich für wichtig halte und nicht ein allumfassendes Konzept, jede Minute des Tages nachvollziehen zu können.

Personalkosten als Investition

Weil ich einen neuen Job antrete und mich auch angemessen vorbereiten möchte, lese ich gerade zum zweiten Mal nach einigen Jahren das Buch Wien wartet auf Dich!, in dem es um den "Faktor Mensch" in der IT geht.

Das Buch ist schon einige Jahre alt, die erste Version von Peopleware (so lautet der Originaltitel) erschien schon 1987, mit weiteren Originalauflagen in 1999 und 2013. Ich lese sie dritte Auflage in deutscher Sprache, sie erschien in 2014.

Es ist wirklich erstaunlich, wie viele Entwicklungen die Autoren Tom DeMarco und Tim Lister schon vor so vielen Jahren vorweggenommen haben. Von Tom DeMarco habe ich schon einiges gelesen und er hat mich in meiner Entwicklung sehr - wie ich finde - beeinflusst, daher kann ich Bücher von ihm nahezu uneingeschränkt empfehlen.

Im Kapitel 20 geht es um "Das menschliche Kapital". Mit dem etwas irreführenden Titel ist gemeint, das man Personalkosten und auch Schulungskosten intern wie Investitionen behandeln sollte und nicht wie Kosten, die es zu minimieren gilt. Was wäre das toll?

Ich rege mich "schon ewig" darüber auf, dass die Personalabteilung "Human Resources" heisst, als ob man Menschen wie Einrichtungsgegenstände behandeln muss. Die beste englischsprachige Benamung, die mir für eine Personalabteilung über den Weg gelaufen ist, lautet "people and culture".

Sehr lesenswert in dem Zusammenhang ist der Artikel people are not resources von meinen Freunden bei VSHN. Das dort verlinkte Flussdiagramm sagt alles, was man wissen muss.

Doch zurück Kosten vs. Investitionen. Ein weiteres fiktives Gespräch beleuchtet die unterschiedlichen Sichtweisen. "Stell Dir vor wir bezahlen die Schulung und der Angestellte kündigt." - "Stell Dir vor wir bezahlen die Schulung nicht und der Angestellte bleibt."

Wenn man mit entsprechender Wertschätzung an das Thema "Personal" geht und langfristig plant - was Aktiengesellschaften leider immer weniger tun - dann ist eine Investition in den Mitarbeiter ein Mittel, den Mitarbeiter langfristig motiviert zu halten und - bezogen auf Leistung - auch immer besser zu machen.

Es lohnt sich, daran einmal zwei bis drei Gedanken zu verschwenden.

Mein 2021, die positive Seite

gedanken

Und zum Schluss folgt der positive Jahresrückblick, siehe auch hier.

2021 war geringfügig besser als 2020, aber, wenn man sich auf die guten Dinge fokussiert, geht es auch mit einem guten Mindset in die Zukunft. Vielleicht bin ich ein bisschen altmodisch, aber meiner Meinung nach gehören viele private Dinge, insbesondere wenn es die Familie betrifft nicht in die Öffentlichkeit (und damit auch nicht ins Blog).

Eine sehr positive Sache ist für mich, dass ich bis auf "Wehwehchen" gesund geblieben bin. Das ist gerade in Zeiten einer Pandemie nicht selbstverständlich. Selbstverständlich bin ich geimpft und geboostert.

In 2021 habe ich wieder mehr gelesen, darüber freue ich mich sehr. Über Goodreads führe ich ein Lesetagebuch, mein Profil. Dort habe ich mir auferlegt, in 2021 zwölf Bücher zu lesen. Richtig vorwärts ging es erst als ich begonnen habe, mir "15 Minuten lesen pro Tag" anzugewöhnen,

Es gibt zwei Bücher, die mich in 2021 am stärksten beeinflusst haben und die ich jedem nur ans Herz legen kann. Die 1 % Methode von James Clear (Original: "Atomic Habits") und Die Macht der Gewohnheit von Charles Duhigg (Original: "The Power of Habit"). Ich würde sie in umgekehrter Reihenfolge lesen, wenn Ihr aber nur eines der beiden lesen wollt, nehmt das erste. Das zweite Buch erklärt was und wie mächtig Gewohnheiten sind und das erste wie man sie ändern kann. (Der Bezug zum vorherigen Abschnitt ist offensichtlich, oder?)

Mir die Zeit zum Lesen und für andere Dinge, die ich während des Pendelns gemacht habe, zu nehmen, ist immer noch eine grosse Herausforderung. Meine aktuelle Arbeitgeberin unterstützt jetzt offiziell Homeoffice, ein Tag pro Woche (maximal zwei), wobei ich "erlaubt" schreiben sollte. Ich arbeite daran.

Die Jobsuche in meinem Alter gestaltet sich naturgemäss schwieriger, wobei es glücklicherweise nicht so schwer ist einen neuen Job zu finden. Die Schwierigkeit besteht darin, die eigenen Anforderungen umsetzen zu können (kulturell und natürlich auch finanziell). Ich durfte aber in verschiedenen Gesprächen erleben, dass man auch mit 53 noch nicht zum alten Eisen zählt, dafür bin ich mehr als dankbar.

Im April starte ich hoffentlich meine letzte berufliche Herausforderung. Gut, das habe ich von der derzeitigen auch gesagt. Schauen wir einmal wohin die Reise geht.

"Meine" beiden Podcasts, die wir 2020 gestartet haben, sind mittlerweile etabliert und entwickeln sich gut. Rund um TILpod hat sich auf Matrix eine sehr gute Community gebildet, bei BuzzZoom ist es mit der Community etwas schleppender.

Wir sind am Anfang eines neuen Jahres. Wenn Ihr es nicht schon tut, sucht Euch bitte eine Organisation oder ein Projekt, das Ihr ehrenamtlich oder durch Geld unterstützt. Wir können alle zusammen die Welt besser machen. Schritt für Schritt.

Rolle von Linux Distributionen

gedanken Ich weiss, dass das eine streitbare Meinung ist und bin auf Eure Ansichten gespannt.

Meiner Meinung werden Distributionen zunehmend keine Rolle mehr spielen.

Meine privaten Server laufen auf CentOS 7 und ich werde sie auf Ubuntu 20.04 migrieren.

Um aktuelle Applikationen unter CentOS betreiben zu können, habe ich zusätzliche Repositories aktivieren müssen. Andere Applikationen - es sind genau zwei - betreibe ich mit Containern unter Docker, wohlgemerkt nicht das Docker aus CentOS, sondern die Community-Edition von Docker selber. Weitere Repos sind die Remi-Repositories (für PHP), EPEL und MariaDB. Ja, ich kenne die Software Collections, ich habe aber vom Einsatz abgesehen, weil sie sich nicht so "sauber" in das System integrieren, wie die anderen Repos.

Zwischenfazit: Je länger die Laufzeit einer Distribution ist, desto mehr "Kunstgriffe" muss man unternehmen, um aktuelle Applikationen betreiben zu können. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass von der Basis-Distribution immer weniger "übrigbleibt".

Jetzt ist es aber so, dass auch nicht alle Applikationen mit neueren Paketversionen zurechtkommen. Meine Blogsoftware tut sich beispielsweise mit neuen PHP-Versionen schwer, das Entwicklungsteam ist einfach zu klein. Das führt dazu, dass man mindestens zweigleisig fahren muss.

In der Firma setzen wir Red Hat Enterprise Linux ein, weil es die Distribution mit den meisten Zertifizierungen für Business-Software ist. Einer der Gründe dafür ist, dass die Firma über einen langen Zeitraum API-Kompatibilität garantiert. Das ist für Business-Software toll, für aktuelle "Free/Libre Open Source Software" (FLOSS) oder Eigenentwicklungen aber nicht.

Das führt unter anderem dazu, dass wir den Applikationen beibringen, dass sie ihre Applikation bitte möglichst unabhängig vom Basisbetriebssystem betreiben sollen, um von unseren Patchzyklen unabhängig zu sein. Wir würden gerne häufiger Patchen, aber wir bekommen die Downtimes nicht. Bei uns durchlaufen die Patches auch die verschiedenen Betriebsstufen und müssen wenigstens zwei Monate in Acceptance sein bevor sie in Produktion gehen.

Wenn ich die Zeit hätte, würde ich privat auf Alpine Linux wechseln und alles mit Containern betreiben, im Basis-OS würde dann nur ein Reverse-Proxy (Caddy, beispielweise) und vielleicht die Datenbanksoftware laufen.

Das gilt für den Desktop in einem ähnlichen Mass. Da kommt zum Basisbetriebssystem noch die Desktopumgebung dazu, die vielleicht von "der Distribution" bereitgestellt wird. Applikationen kommen mehr und mehr in Distribution-übergreifenden Formaten wie Snaps, Flatpaks oder AppImages.

Die Kehrseite ist, dass wir dadurch von Unix-Errungenschaften wie Shared Libraries Abstand nehmen und das Patching dadurch ungleich aufwendiger wird. Bei einer Schwachstelle in einer Shared Library muss ich sie nur ein Mal patchen, bei Containerformaten, gekapselten Applikationen und autonomen Anwendungen muss ich jede einzelne Instanz aktualisieren (lassen).

Der Gewinn ist ungleich grösser, wenn Anwendungen - wie oben beschrieben bereitgestellt werden - laufen sie auf jeder Distribution, die die Laufzeitumgebung zur Verfügung stellt. Das wiederum beschert den Entwicklern die Möglichkeit, ihre Anwendung für alle Distributionen gleichzeitig bereitstellen zu können.

In Summe führt das dazu, dass das Basis-Betriebssystem nur noch sehr klein sein muss und eine deutliche kleinere Rolle als bisher spielt.

Kommunikationswerkzeuge und Messenger in 2021

gedanken

Es haben sich seit dem letzten Posting zu dem Thema Veränderungen ergeben (hier in kursiv), bevorzugte Messenger habe ich fett markiert.

Nachdem Jens seine Kommunikationswerkzeuge aktualisiert hat, dachte ich, dass ich nachlegen muss.

Momentan ist es so, dass durch den Versuch von Facebook die AGBs von WhatsApp zu ändern ein Riesen-Run in Richtung Signal passiert ist.

Im Jahr 2020 habe ich zwei Mal meine Messenger aufgeräumt, Messenger Cleanup und Goodbye XMPP und Wire.

Eine Lehre, die man aus den vergangenen Jahren ziehen kann, ist, dass man Messengern gerne eine zweite Chance geben darf. Ich habe Signal in einem sehr frühen Stadium kennengelernt - wenn ich mich richtig erinnere, hiess es damals noch TextSecure - und fand es unbenutzbar. In den vergangenen Jahren hat er aber einen so grossen Sprung gemacht, dass ich ihn schon lange mal wieder hätte testen müssen. Mittlerweile ist es meine "Nummer 2" nach Matrix.

Nutze ich:
  • Matrix
  • Mattermost
  • Nextcloud Talk
  • Rocket Chat
  • Signal
  • Slack
  • SMS
  • Telegram
  • Threema

Nur dienstlich:

  • Skype for Business
  • WebEx
  • Zoom

Nutze ich nicht (mehr):

  • appear.in
  • Duo
  • Facetime
  • Facebook Messenger
  • Hangouts
  • Keybase
  • Skype
  • WhatsApp
  • Wire
  • XMPP

Vermutlich ist das noch nicht einmal vollständig.