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Rolle von Linux Distributionen

gedanken Ich weiss, dass das eine streitbare Meinung ist und bin auf Eure Ansichten gespannt.

Meiner Meinung werden Distributionen zunehmend keine Rolle mehr spielen.

Meine privaten Server laufen auf CentOS 7 und ich werde sie auf Ubuntu 20.04 migrieren.

Um aktuelle Applikationen unter CentOS betreiben zu können, habe ich zusätzliche Repositories aktivieren müssen. Andere Applikationen - es sind genau zwei - betreibe ich mit Containern unter Docker, wohlgemerkt nicht das Docker aus CentOS, sondern die Community-Edition von Docker selber. Weitere Repos sind die Remi-Repositories (für PHP), EPEL und MariaDB. Ja, ich kenne die Software Collections, ich habe aber vom Einsatz abgesehen, weil sie sich nicht so "sauber" in das System integrieren, wie die anderen Repos.

Zwischenfazit: Je länger die Laufzeit einer Distribution ist, desto mehr "Kunstgriffe" muss man unternehmen, um aktuelle Applikationen betreiben zu können. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass von der Basis-Distribution immer weniger "übrigbleibt".

Jetzt ist es aber so, dass auch nicht alle Applikationen mit neueren Paketversionen zurechtkommen. Meine Blogsoftware tut sich beispielsweise mit neuen PHP-Versionen schwer, das Entwicklungsteam ist einfach zu klein. Das führt dazu, dass man mindestens zweigleisig fahren muss.

In der Firma setzen wir Red Hat Enterprise Linux ein, weil es die Distribution mit den meisten Zertifizierungen für Business-Software ist. Einer der Gründe dafür ist, dass die Firma über einen langen Zeitraum API-Kompatibilität garantiert. Das ist für Business-Software toll, für aktuelle "Free/Libre Open Source Software" (FLOSS) oder Eigententwicklungsn aber nicht.

Das führt unter anderem dazu, dass wir den Applikationen beibringen, dass sie ihre Applikation bitte möglichst unabhängig vom Basisbetriebssystem betreiben sollen, um von unseren Patchzyklen unabhängig zu sein. Wir würden gerne häufiger Patchen, aber wir bekommen die Downtimes nicht. Bei uns durchlaufen die Patches auch die verschiedenen Betriebsstufen und müssen wenigstens zwei Monate in Acceptance sein bevor sie in Produktion gehen.

Wenn ich die Zeit hätte, würde ich privat auf Alpine Linux wechseln und alles mit Containern betreiben, im Basis-OS würde dann nur ein Reverse-Proxy (Caddy, beispielweise) und vielleicht die Datenbanksoftware laufen.

Das gilt für den Desktop in einem ähnlichen Mass. Da kommt zum Basisbetriebssystem noch die Desktopumgebung dazu, die vielleicht von "der Distribitution" bereit gestellt wird. Applikationen kommen mehr und mehr in Distributions-übergreifenden Formaten wie Snaps, Flatpaks oder AppImages.

Die Kehrseite ist, dass wir dadurch von Unix-Errungenschaften wie Shared Libraries Abstand nehmen und das Patching dadurch ungleich aufwendiger wird. Bei einer Schwachstelle in einer Shared Library muss ich sie nur ein Mal patchen, bei Containerformaten, gekapselten Applikationen und autonomen Anwendungen muss ich jede einzelne Instanz aktualisieren (lassen).

Der Gewinn ist ungleich grösser, wenn Anwendungen - wie oben beschrieben bereit gestellt werden - laufen sie auf jeder Distribution, die die Laufzeitumgebung zur Verfügung stellt. Das wiederum beschert den Entwicklern die Möglichkeit, ihre Anwendung für alle Distributionen gleichzeitig bereitstellen zu können.

In Summe führt das dazu, dass das Basis-Betriebssystem nur noch sehr klein sein muss und eine deutliche kleinere Rolle als bisher spielt.

Kommunikationswerkzeuge und Messenger in 2021

gedanken

Es haben sich seit dem letzten Posting zu dem Thema Veränderungen ergeben (hier in kursiv), bevorzugte Messenger habe ich fett markiert.

Nachdem Jens seine Kommunikationswerkzeuge aktualisiert hat, dachte ich, dass ich nachlegen muss.

Momentan ist es so, dass durch den Versuch von Facebook die AGBs von WhatsApp zu ändern ein Riesen-Run in Richtung Signal passiert ist.

Im Jahr 2020 habe ich zwei Mal meine Messenger aufgeräumt, Messenger Cleanup und Goodbye XMPP und Wire.

Eine Lehre, die man aus den vergangenen Jahren ziehen kann, ist, dass man Messengern gerne eine zweite Chance geben darf. Ich habe Signal in einem sehr frühen Stadium kennengelernt - wenn ich mich richtig erinnere, hiess es damals noch TextSecure - und fand es unbenutzbar. In den vergangenen Jahren hat er aber einen so grossen Sprung gemacht, dass ich ihn schon lange mal wieder hätte testen müssen. Mittlerweile ist es meine "Nummer 2" nach Matrix.

Nutze ich:
  • Matrix
  • Mattermost
  • Nextcloud Talk
  • Rocket Chat
  • Signal
  • Slack
  • SMS
  • Telegram
  • Threema

Nur dienstlich:

  • Skype for Business
  • WebEx
  • Zoom

Nutze ich nicht (mehr):

  • appear.in
  • Duo
  • Facetime
  • Facebook Messenger
  • Hangouts
  • Keybase
  • Skype
  • WhatsApp
  • Wire
  • XMPP

Vermutlich ist das noch nicht einmal vollständig.

Mein 2020, die positive Seite

gedanken Mittlerweile hat es ja schon fast Tradition, hier ist das Update zu Mein 2019, die positive Seite

2020 war schlimm und das ist nicht (nur) auf die Pandemie und die damit einhergehenden Einschränkungen bezogen. Über die negativen Aspekte möchte ich hier im Blog nicht eingehen, die gehören hier nicht hin, weil sie privater Natur sind.

Bezogen auf die Arbeit ist es nahezu gleich geblieben, dachte ich, bei längerem Nachdenken hat sich doch eine Menge getan. Natürlich ist eine Quintessenz aus 2020, dass Homeoffice funktioniert. Auch mit richtig vielen Leuten. Meiner Meinung nach habe ich viel zu viele Audio-, Videokonferenzen und Telefonanrufe gehabt, vielleicht sogar mehr als in den zehn Jahren vorher. Ich habe gelernt, dass dauerhaftes Homeoffice nichts für mich ist, ich möchte gerne unter Menschen sein und schätze den unkomplizierten persönlichen Austausch, wenn man den Menschen als Ganzes vor sich hat.

Inhaltlich bin ich jetzt Mitglied diverser Arbeitsgruppen (DevOps-Gilde, Developer Community, ...) und auch des splunkSquads geworden. Interessanterweise war ich an sehr vielen Security-Projekten beteiligt, neben dem VTCert (Computer Emergency Response Team der Bank), Illumio (Microsegmentation / Firewalling), Snyk (Container Scanning), HashiCorp Vault (Secrets Management), ... und einigen anderen Projekten. Projekte gehören immer zur Arbeit dazu, die Mitgliedschaften kommen noch als zusätzliches Dauerthema dazu.

Aufgrund einer Restrukturierung ist das bankweite Monitoring mit Icinga und Schnittstellen in die halbe Bank jetzt auch bei uns im Team gelandet. Wir haben auch einen neuen Kollegen bekommen, der einen grossen Berg an Aufgaben zu bewältigen hat und schon jetzt eine Bereicherung für das Team ist.

Privat haben wir es tatsächlich geschafft, zwei Wochen mit dem geliehenen Wohnmobil weg zu fahren. Ich bin froh, dass das geklappt hat und etwas Abstand zu bekommen, andere Gegenden zu sehen, andere Luft zu riechen und mal andere Dinge zu essen tat gut.

In 2020 habe ich mit einem neuen Hobby begonnen, dem traditionellen Bogenschiessen. Es ist toll zu sehen, wie es den Kopf frei machen kann und ich finde es erstaunlich, wie viel Konzentration es erfordert. Anfangen wollte ich schon sehr lange damit, aber es hat einen Kurs als Geburtstagsgeschenk benötigt, wirklich anzufangen. An dieser Stelle möchte ich gerne bogenschiessen.ch und die Kurse von Jörg empfehlen.

Wir haben zwei neue Podcasts gestartet. Zusammen mit Mario Hommel gestalte ich den Podcast BuzzZoom, in dem es um Modewörter geht und was wir darunter verstehen. Mit Sujeevan Vijayakumaran startete Ende des Jahres der Podcast TILpod, in dem es um "Leben und Arbeiten in Tech" bzw. Dinge geht, die wir gelernt haben (TIL = Today I learned).

Zusätzlich bin ich froh, dass ich wieder etwas mehr als nur Linkdumps gebloggt habe. Mein Blog hatte in 2020 den 15. Geburtstag. Wow!

Aufgrund eines neuen E-Book-Readers lese ich tatsächlich auch wieder viel mehr. Das ist super. Dazu kommt, dass ich mit dem gleichen Gerät auch wieder angefangen habe, handschriftliche Notizen zu machen. Für mich ist es spannend zu sehen, dass sie mir deutlich besser helfen, mich zu strukturieren - die freie Form unterstützt meine Kreativität und toll ist auch, dass es keine Ablenkungen gibt.

Seit 2020 ist auch die beste Ehefrau von allen auf Matrix als Messaging-Protokoll gewechselt, damit ist Matrix bzw. Element meine unumstössliche Nummer 1 unter den Messengern geworden. Darüber bin ich sehr froh. Kontakt findet Ihr unter @ddeimeke:digitale-gesellschaft.ch.

Die finanzielle Unterstützung verschiedener Institutionen habe ich sehr zurückgefahren und neben unseren Patenkindern bei Plan International unterstütze ich noch CH Open und die Digitale Gesesellschaft. Es gibt sehr viel Unterstützenswertes, sucht Euch doch Eure Organisation(en) aus, denen Ihr etwas Gutes tun wollt. Man kann es nicht allen Recht machen ...

Ach ja, ein "soziales" Netzwerk habe ich verlassen und zwar Xing. Die gingen mir zum Schluss nur noch auf die Nerven, ich bin froh, dass ich da weg bin.

Eine der Erkenntnisse von 2020, die lange in mir reifen musste, ist es, nicht alles selber hosten zu müssen, als Resultat dessen habe ich meine eigene Friendica-Instanz eingestellt und bin auf Mastodon - hier mein Account - gewechselt, diesen Schritt bereue ich nicht, ganz im Gegenteil. Zusätzlich hoste ich meine Mails nicht mehr selber und habe alles zu mailbox.org migriert. Das befreit!

Vermutlich fallen mir nach Veröffentlichung des Artikels noch viele Dinge ein, die werde ich dann bei nächste Gelegenheit im Blog ergänzen.

Applikationen unter Linux am Beispiel CentOS

centos Aus CentOS 8 wird CentOS Stream.

Über die Meldung, dass CentOS 8 zugunsten von CentOS Stream einstellt, habe ich mich sehr geärgert. Ich war sogar richtig gehend angepisst.

CentOS war immer die Möglichkeit, eigene Dinge auf Red Hat Kompatibilität zu testen, ohne Subskriptionskosten (für das Patching) bezahlen zu müssen.

Leider hat es das CentOS-Team mit der Version 8 nicht geschafft, zeitnah auf Updates und Hotfixes durch Red Hat zu reagieren und ist aus diesem Grund auch nicht mehr meine Distribution der Wahl. Mein Kram wird im Lauf der nächsten Wochen und Monate auf Ubuntu LTS migriert.

Machen wir uns aber bitte nichts vor. CentOS ist keine "schöne" Linux-Distribution. Das Tooling ist nicht so berühmt. Durch die lange Unterstützung und die durch Red Hat versprochene API-Kompatibilität über die ganze Laufzeit veraltet Software in Red Hat Enterprise Linux (RHEL) und damit auch in CentOS sehr schnell. (Gilt übrigens für andere paketbasierte Distributionen im gleichen Mass, die helfen sich nur mit häufigeren Releases).

RHEL (CentOS) möchte man eigentlich nur aus genau einem Grund einsetzen, nämlich, dass nahezu jede Business-Software für RHEL zertifiziert wird. Und aufgrund der versprochenen Kompatibilität ist es nahezu garantiert, dass sie auch über die komplette Laufzeit das Major-Releases von zehn Jahren bzw. 13 Jahren mit extended Support auch lauffähig bleibt.

Wenn man aktuelle Open-Source-Software auf CentOS einsetzen möchte, so konnte man sich nur dadurch behelfen, dass man entweder darauf vertraut hat, dass die irgendwann in den Software-Kollektionen aufgeschlagen ist, da wurde sie dann "neben" der Basisinstallation installiert oder dass man externe Repositories verwendet hat. Bei meinen Servern habe ich beispielsweise PHP aus den Remi Repositories, sowie Docker und MariaDB direkt vom Hersteller bezogen.

Das hat auch Red Hat erkannt und mit Version 8, Modules oder "Application Streams" eingeführt. Hier gibt es eine sehr gute englischsprachige Erklärung dazu. Kurz zusammengefasst, lassen sich mit diesem Konzept mehrere Versionen der gleichen Software parallel installieren und auch benutzen.

Vermutlich hat dieses neue Konzept die Ressourcen vom CentOS-Projekt gesprengt, ich habe keinen Beweis für diese Vermutung. Für mich ist dieses Konzept aber nur ein Zwischenschritt auf dem Weg, das Basis-Betriebssystem komplett vom Applikationsteil zu trennen.

Im Grossen und Ganzen: Kernel, Netzwerk, Infrastruktur (Backup, Authentifizierung, ...) macht die Distribution und den ganzen Rest können Applikationen alleine besser.

Wenn wir die Distributionen nur als stabile Basis ansehen, auf der wir Dienste mit den Hersteller-Repositories (Docker, MariaDB, ...) oder Snaps, Flatpaks und AppImages oder Containern (Docker, Podman, ...) aufsetzen, dann würden wir allem gerecht werden.

Es entspricht einer Trennung von Applikation und Plattform, die in vielen Firmen trotz DevOps immer noch betrieben wird. DevOps bezieht sich im Grossen und Ganzen auch mehr auf Applikationsentwicklung und -betrieb. DevOps (oder EngOps) für die Plattformentwicklung ist davon getrennt.

Wenn wir diese Sichtweise weiterspinnen, werden paketbasierte Linuxdistributionen obsolet.

Wohin das in Summe führen kann, sehen wir mit Kubernetes (und OpenShift) oder durch den Einsatz von Containern (mit Docker oder Podman oder ...).

Kubernetes ist es egal, auf welchem linuxbasierten OS es läuft, wenn die Voraussetzungen gegeben sind. Den Leuten, die Kubernetes benutzen (nicht verwalten), ist die komplette Infrastruktur darunter egal, so lange das Cluster zur Verfügung steht.

Und, die alten erinnern sich, das hatten wir schon einmal, aber nicht ganz so ausgereift.

Java hat den Ruf (weitestgehend) plattformunabhängig zu sein. Klar, dafür muss man mit der Runtime (JRE) oder dem JDK auch ein halbes OS mitinstallieren. Darauf kann man Applikationsserver wie Tomcat, JBoss, Weblogic, Websphere, ... betreiben und auch da gab es das Versprechen, sich nicht um die darunter liegenden Schichten kümmern zu müssen.

Meiner Meinung nach wurde dieses Versprechen nie komplett eingelöst, obwohl sehr viele gute Konzepte vorhanden waren.

Mit Containern und Orchestrierungslösungen sind wir aber der Erfüllung dieses Versprechens einen Schritt näher gekommen.

Bin an Euren Meinungen und einer Diskussion darüber sehr interessiert.

Selbsthosting vs. Fremdhosting

gedanken Da ich weiss, dass nicht alle meine Leser einen Account im Fediverse haben, möchte ich meine Stellungnahme zu Selbsthosting vs. Fremdhosting auch gerne hier im Blog noch einmal erläutern.

Hinter diesem Link verbirgt sich der Original-Thread.

Wie Ihr wisst, war ich und bin ich immer ein Vertreter von Selbsthosting gewesen und hatte ein Problem damit, meine Daten anderen Providern anzuvertrauen. Dem Thema habe ich hier im Blog auch ein eigenes Tag fremdhosting vergeben

Zurück zum Thema: Wenn ich einen Podcast mit vertretbarem Aufwand selber hosten könnte, sodass zum einen alle Integrationen funktionieren und zum anderen auch die Sicherheit der Plattform gegeben ist, dann würde ich das machen.

Um Infrastruktur kümmere ich mich rund zehn Stunden an jedem Arbeitstag. In meiner Freizeit möchte ich mich gerne verstärkt auf Inhalte fokussieren. Ich habe gemerkt, dass ich viel als Selbstzweck betrieben habe und das möchte ich nicht mehr. Die freie Zeit ist eh schon sehr (zu) knapp bemessen.

Die Alternative zum Hosten lassen wäre gewesen, keinen Podcast zu machen und das ist keine Option. Mir macht das einfach zu viel Spass.

In dem Zusammenhang möchte ich auch gerne erwähnen, dass ich E-Mail nicht mehr selber hoste. Wenn ich ehrlich bin, habe ich das nie wirklich gerne gemacht, weil das ein Dienst ist, der ständige Betreuung verlangt. Tatsächlich habe ich schon ziemlich viel Spam ausgefiltert, das war aber nichts im Vergleich zu dem, was ein professioneller Mailhoster leistet.

Den endgültigen Ausschlag hat gegeben, dass die beste Ehefrau von allen immer mehr Kunden bekommen hat, die Microsoft-Maildienste verwendet (hotmail.com, outlook.com, ...) und Microsofts Mailabteilung statt einzelnen IPs ganze Adressbereiche - wie beispielsweise meinen Serverprovider - komplett blockt. Das zu beheben, in dem man den Support einschaltet, ist die ersten Male noch ok, aber es nervt sehr schnell.

Strafsteuer?

gedanken

Die Idee, eine Strafsteuer zu verhängen, finde ich total, super. Ich habe ja auch weniger Kosten, zur Arbeit zu kommen.

Im Gegenzug freue ich mich darauf, dass mein Arbeitgeber

  • mein Homeoffice renoviert,
  • die Hardware- und Softwareausstattung bezahlt und auf einem aktuellen Stand hält, wie Beispielsweise
    • Schreibtisch,
    • Bürostuhl,
    • Beleuchtung,
    • Computer,
    • Zwei Monitore,
    • Telefon,
    • Headset,
  • einen neuen Internetzugang einrichten lässt und die laufenden Kosten übernimmt,
  • die Mietkosten für das Zimmer bezahlt,
  • täglich eine Reinigungskraft für Büro und Toilette vorbeischickt,
  • eine Kaffeemaschine aufbaut,
  • den Kaffee bezahlt,
  • natürlich auch Wasser- und Stromkosten übernimmt,
  • im Katastrophenfall auch die Scheidungskosten, inklusive Anwalts- und Gerichtskosten, begleicht,

Ach, das wollt Ihr gar nicht, weil Ihr soweit nicht gedacht habt?

Dann haltet doch bitte die Klappe und macht Euch nicht so wichtig.

E-Book-Reader

Aus der Reihe "technische Lösungen für untechnische Probleme" heute: Dirk und Lesen.

Ich möchte gerne wieder mehr lesen und damit meine ich nicht Artikel im Internet sondern Bücher in Form von E-Books und da auch nicht unbedingt das technische Zeug.

Um dem Einwand vorzubeugen, ja, die "Handerotik" bei Büchern auf Papier ist deutlich besser, aber praktischer sind die elektronischen Gerätschaften schon.

Das hat vor allem etwas mit Disziplin zu tun.

Mit meinem Tablet könnte ich das gut erledigen und Moon+ Reader ist auch eine hervorragende Anwendung um E-Books und PDFs zu lesen. Ich mache es nur einfach nicht. Alle möglichen Unterbrechungen würden sich ja durchaus durch eine Aktivierung des Flugmodus in Wohlgefallen auflösen.

Jetzt hat sich ein Bekannter via Daydeal (tägliche Angebote eines Online-Händlers in der Schweiz) ein Onyx Boox Nova Pro gekauft und ist begeistert. Auf dem Gerät läuft übrigens Android.

Das hat mich ins Nachdenken gebracht, nach dem Kindle DX (2. Generation), einem E-Book-Reader mit 9.7 Zoll Bildschirmdiagonale ist leider nichts vergleichbares mehr auf den Markt gekommen. Dachte ich. So war es auch sehr lange.

Aber mittlerweile scheinen grössere E-Book-Reader wieder en vogue zu sein. Der Preis der Gerätschaften ist auch nicht ohne. Ich habe zwei in die engere Auswahl genommen, die beide für sich genommen einige Vorteile haben.

Da ist auf der einen Seite das Pocketbook InkPad X (noch nicht verfügbar) von einem Hersteller in der Schweiz, es ist ein reiner E-Reader, was ein Vorteil sein kann, der deutlich mehr Dokumentenformate versteht als der Konkurrent.

Auf der anderen Seite das ONYX BOOX Note 2, mit doppelt so viel Speicher (64 GB) und der Möglichkeit, Notizen aufzunehmen. Dass das Tablet unter Android läuft, muss nicht unbedingt ein Vorteil sein (wegen potentiellen Unterbrechungen). Ob ich die Notizfunktion wirklich brauchen würde, weiss ich nicht, ich mache schon lange keine handschriftlichen Notizen mehr.

Gut, dass die "beste Ehefrau von allen" als Berater den rettenden Vorschlag hatte. "Ich leih Dir mein reMarkable, dann kannst Du mal schauen, ob das überhaupt etwas für Dich ist (bevor Du das Geld zum Fenster rauswirfst)." Letzteres hat sie nicht gesagt. Wir haben bei uns die klare Absprache, dass Silvia und ich mit unserem "Taschengeld" machen können was wir wollen und der oder die andere nicht reinredet.

Heute Morgen kam dann gleich der Test auf dem Weg zur Arbeit und ich muss sagen, dass das Lesen mit einem E-Book-Reader doch deutlich entspannter ist, als mit einem Tablet.

Jetzt stehe ich hier mit meinem "kurzen Hemd" ... :-)

Nachhaltigkeit

Nachdem Matthias schrieb, dass er sich fremd fühlt im eigenen Blog, ist mir aufgefallen, dass mir das von Zeit zu Zeit genauso geht.

Daher habe ich das auch entsprechend kommentiert.

Für mich geht das mit dem Bloggen auch in Wellenbewegungen.

Den Linkdump habe ich angefangen, um überhaupt noch etwas im Blog zu machen.

Was ich sehe ist, dass alles, was sich in irgendwelchen Netzwerken tummelt, sehr sehr flüchtig und kaum noch findbar ist. Aber auf Artikel aus meinem Blog verweise ich sehr häufig und freue mich darüber, dass ich schon so viel gemacht habe.

Das bitte ich nicht, als erhobenen Zeigefinger zu sehen, ich möchte den Gedanken nur weitergeben.

Robert schrieb in einem weiteren Kommentar, dass genau das der Grund sei, weshalb er zum Teil auch Tweets verbloggen würde.

Vielleicht ist das auch ein guter Grund, ein eigenes Blog zu beginnen.

Im Moment geht mir "die Bloggerei" wieder etwas leichter von der Hand. Wie lange "dieser Anfall" dauert, kann ich noch nicht abschätzen, vermutlich aber, wenn der Alltag wieder da ist.

Vorsätze 2020

gedanken

Dieser Artikel ist ein Update des letztjährigen Artikels zu Vorsätze 2019.

Auch für 2020 habe ich mir wie in vielen vergangenen Jahren keine Vorsätze gesetzt.

Allerdings habe ich 2020 einiges vor auf das ich mich freue: Stay tuned!

Mein 2019, die positive Seite

gedanken

Dieser Artikel ist ein Update des letztjährigen Artikels zu Mein 2018, die positive Seite.

Auch, wenn 2019 nicht schlimm war, möchte ich mich trotzdem gerne weiterhin auf die positiven Aspekte des Jahres beschränken.

Der nächste Auszubildende hat sich entschieden, in unserem Team die Abschlussarbeit zu erstellen und hat die Prüfung mit Bravour bestanden. Klasse! Über die Systemtechniker-Ausbildung bei uns werde ich vielleicht einmal separat schreiben.

Die Arbeitsinhalte bleiben spannend. Viel Linux, ein bisschen Solaris, ein bisschen Linux on Azure, viel OpenShift und neu jetzt auch Red Hat Virtualization. Zu dem haben wir uns entschieden, Puppet aufzugeben und ausschliesslich auf Ansible zu setzen (statt wie bisher Puppet plus Ansible). In dem Zusammenhang sind wir übrigens immer noch auf der Suche nach einem Kollegen.

Eine Lesebrille habe ich zwar, brauche sie aber höchstens ein oder zwei Mal im Quartal. Die Augenoperation von 2018 war also ein voller Erfolg.

Meine Frau und ich haben mit beiden Hunden erstmalig Urlaub mit dem Wohnmobil gemacht, es war für uns alle vier eine

Premiere. Das hat uns so gut gefallen, dass wir einen weiteren Wohnmobilurlaub im nächsten Jahr geplant haben und darüber nachdenken, selber ein Wohnmobil zu kaufen. Auf diesem Weg mache ich auch gerne Werbung für PfotenCamper, die den Wohnmobil-Urlaub mit Vierbeinern möglich machen.

Wir haben es sogar geschafft, ein zweites Mal in die Ferien zu gehen und haben die Zeit vor Weihnachten auf Fehmarn verbracht. Das war grossartig. Das Wetter hat mitgespielt und ich habe meine "Ostsee-Gene" gespürt ;-) (meine Mutter wurde in Timmendorfer Strand geboren).

"Mein" Lektor hat mich gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, ein weiteres Buch zu schreiben und da es um mein Herzensthema geht, habe ich zugesagt. Erscheinen wird es vermutlich im Frühjahr 2021. Lasst Euch überraschen.

Seit August 2019 podcaste ich wieder als Co-Host im Podcast LibreZoom. Podcasting hat mir echt gefehlt. Mir fällt gerade auf, dass ich das noch nie im Blog thematisiert habe. Das werde ich nachholen.

Mir hat es auf den Chemnitzer Linux-Tagen so gut gefallen, dass ich mich im nächsten Jahr wieder dorthin begeben werde. Hinter den Links verstecken sich die Videobeweise und "Folien" zu den beiden Vorträgen, die ich gehalten habe: Linux-Überblick für Einsteiger und Taskwarrior – Aufgabenverwaltung auf der Kommandozeile.

Apropos Taskwarrior, ich habe das Kernteam verlassen, Goodbye Taskwarrior.

Da es in 2019 keine OpenRheinRuhr gab, war ich noch auf der FrOSCon. OpenRheinRuhr ist für mich als gebürtigem Ruhrie einfach Pflicht ... Ach ja, dort habe ich einen sehr gut besuchten Workshop über reguläre Ausdrücke gegeben, ohne Videobeweis, aber mit "Folien" unter Einführung in Reguläre Ausdrücke .

Update zu: E-Mail ist tot ...

gedanken

Nachtrag am 7.10.2019, aufgrund von Missverständnissen: Der Titel ist ironisch gemeint. Natürlich denke ich nicht, dass E-Mail tot ist, ganz im Gegenteil. Ich schreibe das nur für die Proponenten, um die Absurdität zu demonstrieren. Wir versuchen ein leidlich gut funktionierendes Tool, was zugegebener Massen in die Jahre gekomme ist, durch 20 oder 30 oder noch mehr andere Tools zu ersetzen.

Es haben sich seit dem letzten Posting zu dem Thema Veränderungen ergeben (hier in kursiv).

Es ändert sich leider nicht, dass ich pro Chattool immer nur eine handvoll Personen habe, die es mit mir zusammen benutzen.

Nutze ich:
  • Keybase
  • Matrix
  • Slack
  • SMS
  • Telegram
  • Threema
  • WhatsApp
  • Wire
  • XMPP

Nur dienstlich:

  • Skype for Business
  • WebEx
  • Zoom

Nutze ich nicht (mehr):

  • appear.in
  • Duo
  • Facetime
  • Hangouts
  • Mattermost
  • Nextcloud Talk
  • Rocket Chat
  • Signal
  • Skype

Vermutlich ist das noch nicht einmal vollständig.

Hiring DevOps ...

gedanken

Auf den diesjährigen DevOpsDays Zürich habe ich an einer Open-Space-Session mit dem Thema "Hiring DevOps" teilgenommen, die ich hoch interessant fand.

Die Gruppe war klein, aber gut durchmischt:

  • Zwei Recruiter
  • Zwei Personen, die gerade einen DevOps-Job angetreten haben bzw. antreten werden
  • Zwei Personen, die einen DevOps-Job suchen
  • Zwei Personen, die gerade DevOps-Personen suchen
  • Und eine Person, die aus reinem Interesse dabei war

Für mich sehr interessant war, dass die Recruiter wirklich nach Produkten suchen und nicht nach "Mindset". Ja, ich weiss, eine Suche nach Mindset ist nur sehr schwer machbar, aber niemand sagt, dass es leicht ist.

"Search for talent, hire for attitude."

Noch interessanter ist, dass sie Personen suchen, die topaktuelle Entwicklungsmethoden einsetzen und Incentives anbieten, von denen man erst den Staub pusten muss.

"Flexible Arbeitszeiten"? Wirklich? Wir sind in 2019, das ist die Normalität. Klar, der Betrieb muss sichergestellt werden.

Mir wurde die Frage gestellt, was für mich Incentives wären. Das hat mich noch ein wenig beschäftigt. Wenn ich "wünsch Dir was" spielen dürfte, wären die folgenden Punkte interessant:

  • Arbeiten mit topaktueller Technologie
  • Freie Wahl des Betriebssystems
  • Lokale Adminrechte
  • Zugriff auf das Internet
  • Fokus auf Free/Libre Open Source Software (FLOSS)
  • Ausbildungsbudget
  • Open-Source-Konferenzen und andere Kongresse
    • Einsicht, dass sie an Wochenenden stattfinden
    • Budget für Reise und Unterkunft
    • Bonus: Unterstützung bei der Vortragsvorbereitung
    • Letzteres ist auch eine gute Gelegenheit, sich als Arbeitgeber zu präsentieren
  • Angemessene Bezahlung
  • Halbtax (BahnCard 50) oder Generalabonnement (BahnCard 100)
  • Möglichkeit für Homeoffice, gerne ein oder zwei feste Tage in der Woche (Austausch in der Firma ist wichtig)
  • Autonomie
  • Kultur, in der ich nicht um Erlaubnis fragen muss, wenn ich ein Fachbuch bestellen möchte
  • "Engineering-Time", ein Teil der Arbeitszeit sollte dazu verwendet werden dürfen neue Technologien zu evaluieren und bei Bedarf einzusetzen

Mir ist Karriere nicht so wichtig, Arbeitsinhalte interessieren mich mehr.

Disclaimer: Mein jetziger Job bietet nicht alle diese Möglichkeiten.

Lebenszeichen ...

gedanken Hier habe ich schon länger nichts mehr geschrieben, das tut mir leid.

Das Blog ist nicht tot, es pausiert nur ein wenig!

Ich habe gerade relativ viel "um die Ohren".

Kommt Zeit, kommt neuer Artikel ...

Vorsätze 2019 ...

gedanken ... habe ich nicht.

Ich setze mir immer den Vorsatz, keine weiteren Vorsätze zu haben.

Allerdings habe ich Ziele und die sind unabhängig von Silvester oder dem Jahreswechsel. Beim Durchsuchen dieses Blogs ist mir aufgefallen, dass ich das noch nie hier im Blog thematisiert habe. Bis jetzt habe ich das nur in Vorträgen zum Zeitmanagement erwähnt.

Die Idee mit den Zielen ist auch nicht von mir, die habe ich aus dem Buch Zeitmanagement für Systemadministratoren.

Die Idee ist es Ziele zu haben und diese auch aufzuschreiben. Wie wichtig aufschreiben ist, seht Ihr in dieser Infografik. Ziele geben Leitplanken vor und helfen, Chancen zu erkennen, wenn sie sich bieten.

Gemäss Limoncelli ist es sinnvoll, sich Ziele getrennt für Beruf und Privat zu setzen und diese kurz, mittel- und langfristig anzulegen.

So setze ich mir Ziele für 1 Monat, 1 Jahr und 5 Jahre und überarbeite alle Ziele jeden Monat.

Ein berufliches Ziel könnte sein, sich in ein bestimmtes Themengebiet einzuarbeiten oder eine bestimmte Position zu erreichen.

Ein privates Ziel könnte sein, einen bestimmten Sport zu erlernen oder mit einem bestimmten Hobby etwas zu machen.

Mir hilft das sehr.

Mein 2018, die positive Seite ...

gedanken Das Jahr 2018 war ein Arschloch, um es einmal so deutlich zu sagen. Ich werde die negativen Aspekte nicht hier im Blog diskutieren. Aus Gründen der Selbsthygiene ist es auch wichtig, einmal auf die positiven Dinge, die in 2018 passiert sind, zu schauen und da gab es glücklicherweise ein paar.

Im Job war es mehr als anstrengend, aber es ist auch sehr gut gelaufen. Die Anstrengungen haben sich gelohnt und ich bin befördert worden: Es ist nur ein bankinterner Titel, für den es auch nicht mehr Gehalt gab, aber Silvia ist jetzt besser versorgt, falls mir etwas passieren sollte.

Mein Auszubildender - Systemtechniker, das entspricht dem Fachinformatiker Systemintegration in Deutschland - hat seine Ausbildung bestanden und wir konnten ihn glücklicherweise übernehmen, was mich riesig freut.

Inhaltlich durfte ich mich neben anderen Dingen insbesondere mit OpenShift, Linux on Azure und dem Precision Time Protocol auseinandersetzen. Das sind allesamt spannende Themen.

Seit Mitte letzten Jahres haben wir ein neues Familienmitglied, Frieda ist ein Shar-Pei-Mischling, die sich nach anfänglichen Schwierigkeiten wunderbar bei uns eingelebt hat. Scooby, unser Shar-Pei-Rüde hat sie glücklicherweise adoptiert. Sie muss noch viel lernen, aber es geht stetig vorwärts.

Nun bin ich auch noch 50 geworden und habe die "werberelevante Zielgruppe" (14-49) verlassen und gehöre ganz offiziell zu den alten Säcken.

Nach der problemlos verlaufenen Augenoperation benötige ich keine Brille mehr, um in die Ferne zu gucken, dafür ist es soweit, dass ich eine Lesebrille benötige. Tatsächlich war das letztere der Grund, über das Lasern nachzudenken, da ich weder mit zwei Brillen noch mit einer Gleitsichtbrille leben wollte. Vermutlich hätte ich mich an zwei Brillen sogar gewöhnen können. Die meisten Tage komme ich jetzt komplett ohne Brille zurecht.

Tja und zuletzt ist auch die fünfte Auflage unseres Adminbuchs erschienen, ich hätte am Anfang nicht gedacht, dass das ein solcher Dauerbrenner wird.

Insgesamt habe ich meine Engagements sehr zurückgefahren, das drückt sich unter anderem dadurch aus, dass ich nur zwei Veranstaltungen besucht habe, nämlich die FOSDEM und die OpenRheinRuhr. Auf dem Level werde ich auch 2019 weitermachen und statt der FOSDEM erstmalig die Chemnitzer Linuxtage besuchen, ich freue mich sehr darauf.