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Will ich das eigentlich?

gedanken Als ich diesen Blogartikel schrieb, hatte es mir das Handbuch für neue Mitarbeiter von Valve sehr angetan. Nach zwei Tagen Nachdenken, frage ich mich, ob ich daran wirklich Freude hätte und ich tendiere dazu, dass das nichts für mich wäre.

Selbst, wenn ich annehme, dass das Modell dauerhaft Bestand hat, möchte ich gerne ein Mindestmass an Vorhersagbarkeit in meinem Job.

Wenn ich mir vorstelle, eine wirklich gute Idee zu haben und Leute dafür begeistern zu können, so dass sie mit mir an der Idee arbeiten, hört sich das sehr gut an. Wenn ich mir auf der anderen Seite aber vorstelle, dass jemand anderes mit einer besseren Idee kommt oder seine Idee besser verkauft und ich dann plötzlich wieder alleine da stehe, dann finde ich das frustrierend und es wird in jedem Fall meine Arbeitsweise beeinflussen.

Womit ich generell ein Problem habe, ist mir vorzustellen, wer die "Brot und Butter"-Arbeiten macht, die zwingend erforderlich sind, aber weder Spass machen noch "Ruhm und Ehre" mit sich bringen.

Das ist ein enorm zweischneidiges Schwert.

Umgang mit Kritik ...

Auf einer Ubucon, die 2012er Variante startet übrigens Morgen, geht es nicht nur um technische Themen.

In dem Vortrag von Dr. Thomas Rose auf der Ubucon 2011 ging es um den Umgang mit Kritik, den ich leider nicht sehen konnte, da ich parallel einen Taskwarrior-Workshop gegeben habe. Der Vortrag ist wirklich prima, Volkmar hat ihn aufgezeichnet und jetzt ins Netz gestellt. Die "Folien" sind übrigens auch online.

Da sind einige wirklich gute Punkte drin. Wenn man sich überlegt, dass man selber sein schlimmster Kritiker ist, dann ist der Vortrag in diesem Licht auch noch einmal besonders. Ich für mich nehme neben anderen Dingen das Folgende mit:
  • Reiss-Profile unbedingt einmal anschauen.
  • "Cat Leisure"-Momente passieren auch anderen, Silvia kennt die Geschichte.
  • Das Gegenteil von Mut ist Konformität.
  • Nimm keinen Rat von Menschen an, die nicht da sind, wo Du hin möchtest.
  • Mutter Theresa war ein Machtmensch.


Der Frosch im kochenden Wasser ...

gedanken Die Metapher mit dem Frosch im kochenden Wasser wird häufig bemüht, wenn über Überwachung gesprochen wird.

Sie besagt, dass ein Frosch, wenn er ins kochende Wasser geworfen wird, alles unternimmt, um dem zu entkommen. Wenn man den Frosch hingegen in warmes Wasser tut und kontinuierlich und langsam die Temperatur erhöht, macht der Frosch gar nichts bis er letztendlich gekocht wird.

Das Bild ist gut, scheint aber biologisch hochgradig falsch zu sein.

Darum geht es mir gar nicht, sondern vielmehr um die "Macht" der Gewöhnung und die spielt nicht nur bei Überwachung eine Rolle. Mir sind auf Anhieb drei Beispiele eingefallen und es gibt noch viel mehr.

"Du hast Dich in den letzten Jahren gar nicht verändert" kommt einem sehr leicht von den Lippen, wenn man mit der betreffenden Person regelmässigen Kontakt hat. Interessant wird es, wie gross die Veränderungen sind, wenn man Photos anschaut, die schon einige Jahre alt sind. Das klappt auch mit eigenen Passbildern sehr gut.

Partnerschaften wachsen nicht zuletzt deswegen zusammen, weil jeder Partner im Laufe der Jahre mit den Eigenarten des anderen zurecht kommt und gerne sehr viele Kompromisse eingeht. Problematisch wird, wenn man sich zu sehr verbiegen muss, um mit dem Partner aus zukommen. Einigen wird das plötzlich bewusst, was dann schnell zu Trennungen führt.

Und natürlich spielt das auch im Beruf eine Rolle, ich habe bei meinem vorletzten Arbeitgeber sehr stark gemerkt, wie sehr ich mir selber etwas vorgemacht und den objektiven Blick verloren habe. Selbstverständlich spielt das auch bei der aktuellen Stelle eine Rolle, aber auf einer anderen Ebene, hier sind die Arbeitsinhalte nicht das, was ich gerne machen möchte.

Kommen wir zum entscheidenden Punkt.

Um aus dieser Gewöhnung herauszukommen, braucht es einen Anstoss von aussen. Da helfen Familie, Freunde und Partner, vor allem, wenn die nicht automatisch alles gut finden, was man selber tut.

Manchmal, so wie mit meinem jetzigen Jobwechsel braucht es auch dramatischere Massnahmen.

Silvia hatte im letzten Jahr einen Unfall, der unser Leben komplett umgekrempelt hätte, wenn Sie es nicht durch Physiotherapie wieder in den Griff bekommen hätte.

Roman hatte eine Hirnblutung im letzten Jahr, von der er sich glücklicherweise sehr gut wieder erholt hat.

Beides zusammengenommen, hat mich ins Nachdenken darüber gebracht, wie sehr ich mich verbiegen und wie viele Kompromisse ich in meinem Leben machen möchte, wenn mit einem Schlag und unverschuldet sich von jetzt auf gleich alles ändern kann.

Die Grenzen sind für jeden andere, aber es lohnt sich sehr, von Zeit zu Zeit eine Standortbestimmung vorzunehmen, sich selber "einzunorden" und mit nahestehenden Personen darüber zu reden.

Fertigstellung in Prozent ...

Habe gerade folgendes gelesen:
The last four mailboxes to move takes the same time like the other 280 mailboxes before... IT can be so cruel.
Das ist ein gutes Beispiel dafür, dass eine Prozentangabe als Fertigstellungsgrad bei Aufgaben nicht taugt. Nach Anzahl Mailboxen warst die Aufgabe zu 98.6% fertig nach Zeit war es 50% oder weniger ...

News-Diät, Teil 1 ...

Der Artikel, den ich in No News verlinkt habe, hat mich aufgeschreckt. Und nicht nur mich, auch Rainer und Ramon.

Als Reaktion darauf habe ich gestern mit dem schwersten begonnen, ich habe einen ersten Durchgang durch meinen Feedreader gemacht und von 320 abonnierten Feeds die Hälfte weggeworfen. Dumm genug, aber das tat ganz schön weh (ist aber für einen guten Zweck).

Das hört sich ziemlich wild an, ist es aber nicht, da Feeds der Hauptbestandteil meines Informationsmanagements sind. Ich surfe eben nicht wild im Web herum, sondern habe mir für die Themen, die mich interessieren, Suchagenten eingerichtet, die ihre Ergebnisse als Feeds ausspucken. Das spart eigentlich eine Menge Zeit, führt aber, wie ich nach der Lektüre des Artikels weiss, dazu, dass ich fast nur noch Überschriften lese und nicht mehr tiefer in die Artikel hineinschaue.

IT-Karrierehandbuch, 3. Auflage ...

Die dritte Auflage des IT-Karrierehandbuchs von Martina Diel wurde vor einigen Wochen veröffentlicht. Ich halte das immer noch für eines der besten Bücher rund um IT-Karrieren. Vielleicht ist es sogar das beste Buch.

Ich hatte Martina einige Ideen gemailt, die ich bezüglich des Buchs hatte, darunter auch das Thema "Arbeiten im Ausland" und das ist in der neuen Auflage jetzt auch verarbeitet worden. In den "Erlebnisberichten" taucht auch ein Kurzinterview mit mir auf.

Da die neue Auflage gestern erst angekommen ist, kann ich noch nicht mehr dazu sagen.

No News ...

Vielen Dank Rainer für den Hinweis auf diesen Artikel von Rolf Dobelli, leider kann ich bei Dir im Blog nicht kommentieren. Der Artikel ist richtig gut und bringt vieles rund um den Nachrichtenkonsum von Kurzmeldungen ohne Hintergrundinformationen auf den Punkt. Ich fühle mich in sehr vielen Punkten ertappt. Es lohnt sich den Artikel zu lesen, der ist richtig gut!
Als Folge des Newskonsums spazieren wir mit einer falschen Risikokarte in den Köpfen umher. Wir erfahren nicht, was an unseren Brücken (Anmerkung: Bezug auf eine vorherige Textpassage) eventuell falsch ist, wir wir sie in Zukunft bauen sollten, wer sich darum zu kümmern hat. Newskonsumenten gewichten die meisten Themen völlig falsch:
- Terrorismus wird überschätzt, chronischer Stress unterschätzt.
- Die Pleite von Lehman Brothers wird überschätzt, fiskalische Unverantwortlichkeit unterschätzt.
- Britney Spears wird überschätzt, die Ergebnisse der Atmosphärenforschung unterschätzt.
- Astronauten werden überschätzt, Krankenschwestern unterschätzt.
- Flugzeugabstürze werden überschätzt, die Resistenz gegen Antibiotika unterschätzt.
Man muss ja auch gar nicht den Finger nur in die Nachrichtenwunde halten, es reicht, sich die verschiedenen Kurzformate einmal anzuschauen: Twitter, identi.ca, Dokusoaps ("scripted Reality"), Schlagzeilen, RSS-Feeds mit Kurzmitteilungen, ...

Einige der Symptome kann ich leider bestätigen. Dass ich in der letzten Zeit sehr wenige Bücher (für meine Verhältnisse) gelesen habe, ist ein Zeichen. Dass ich manchmal Schwierigkeiten habe, einem längeren Artikel zu folgen, ein weiteres. Es ist an der Zeit, etwas zu ändern.

Ich würde mich gerne ausnehmen, aber leider ist es so:
Wir blenden Hinweise, die unseren Vorurteilen widersprechen automatisch aus und sind überempfänglich für Nachrichten, die unsere Überzeugungen bestätigen.
Vielen Dank für den Artikel Herr Dobelli. Ich werde an mir arbeiten müssen.

Allerdings denke ich, dass ein Fehler enthalten ist. Relevante Informationen sollen mich über Familie, Freunde und Bekannte trotzdem erreichen. Das kann und wird nur funktionieren, wenn sie nicht die gleiche "Nachrichten-Diät" machen.