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Alles ist Feed, Mastodon-Edition

Wie ich schon häufiger mitgeteilt habe, zuletzt unter der Überschrift Selbstorganisation lebe ich in Feeds und nutze sie hauptsächlich zur Informationsgewinnung. Bei vielen Webseiten, die keinen Feed anbieten, hilft das Tool RSS-Bridge.

Mastodon bietet Feeds "von Haus aus", die man erreichen kann, wenn man an eine Mastodon-Profil-URL ein ".rss" anhängt. So funktioniert das bei meinem Profil mit dieser URL.

Wenn Ihr Euch das anschaut, erkennt Ihr sehr schnell zwei Nachteile:

  1. Der Titel der Einträge ist Mist und wird im Feedreader nur mit dem Datum angezeigt.
  2. Es werden nur eigene Einträge angezeigt und sowohl keine "retoots" ("boosts") wie auch keine Antworten "replies" auf andere Beiträge.

Und genau diese Lücke füllt einmal mehr die RSS-Bridge.

Es gibt dort eine "ActivityPub Bridge", die sowohl Feeds mit ordentlichen Titel erfüllt wie auch (abschaltbar) "boosts" und "replies".

freechess und lichess

Die Zeit, dass ich richtig viele Computer- oder Handy-Spiele gespielt habe, ist lange vorbei. Das einzige, was ich von Zeit zu Zeit mache, ist eine Partie Blitzschach gegen einen menschlichen Gegner zu spielen.

Dazu habe ich sehr lange freechess.org oder auch Free Internet Chess Server (Wikipedia) benutzt.

Interessanterweise habe ich dort auch einen meiner ältesten noch immer aktiven Online-Accounts mit meinem alten Spitznamen "Bibo":

Finger of Bibo:

On for: 5 secs   Idle: 0 secs

          rating     RD      win    loss    draw   total   best
Blitz      1416     48.4   11622    8674     808   21104   1609 (06-May-2020)
Standard   1440    350.0      11      10       2      23
Lightning  1245    350.0       3       6       1      10
Wild       1655    350.0       0       1       0       1
Suicide    1118    350.0       0       3       0       3
Losers     1544    350.0       0       1       0       1

Email      : dirk@deimeke.net

Total time online: 104 days, 5 hrs, 40 mins
% of life online:  1.1  (since Fri Jul 19, 12:42 EDT 1996)

Timeseal 1 : On

 1: hi folks!
 2: no lightnings, please!
 3: i have autoflagging turned on, if you have lag problems, please tell me
 4: last not least, greetings from germany!

Im Lauf der vergangenen Jahre gab es keine Weiterentwicklung bei den Clients, benutzbar für mich sind nur Yafi für Android (läuft nicht unter Android 12) und Jin (Java für verschiedene Plattformen). Das Projekt ist im Grossen und Ganzen eingeschlafen.

Jetzt habe ich durch diesen Artikel bei Heise von lichess.org erfahren, hier der Wikipedia-Artikel, und bin begeistert.

Der Server und die Features sind grosse klasse, es sind immer Menschen online, die ungefähr gleich stark sind wie ich. Es gibt einen hervorragenden Webclient und ebenfalls Clients für Android und iOS. Und, ebenfalls sehr schön, die Quellcodes von Server und Clients liegen als Open-Source-Software vor. Toll!

lichess hat sogar einen eigenen YouTube-Kanal, auf dem Spiele gestreamt und kommentiert werden. Das ist zwar nichts für mich, aber ich finde das klasse.

Es ist immer wieder spannend zu sehen, wie sehr Dinge an einem (mir) vorbeilaufen können, wenn man nicht in der gleichen Blase ist.

Massnahmen gegen Massen-Recruiting bei LinkedIn

Ein Merkmal von sozialen Business-Netzwerken ist, dass es Recruitern sehr leicht gemacht wird, Ihre Jobangebote mit der Giesskanne über potenzielle Kandidaten, die definierten Kriterien genügen, auszuschütten. Solche Postings sind sehr leicht durch die fehlende persönliche Anrede zu identifizieren.

Aus diesem Grund habe ich schon sehr lange einen Text in meiner Summary, der sinngemäss sagt, dass ich derzeit keine neue Herausforderung suche, dass ich erwarte, dass mein Profil gelesen wird und dass ich kein Vertrauen in einen Personalvermittler habe, der noch nicht einmal diese Zusammenfassung liest.

Es ist selbstverständlich so, dass Massenmailer auch das nicht lesen.

In 2021 bin ich dazu übergegangen, eine Wunschliste oder Job Requirements zu schreiben (die Idee dazu ist schon etwas älter). Und ich habe jede Anfrage von Recruitern mit dem folgenden Text beantwortet:

Die meisten Stellenanzeigen enthalten eine Wunschliste von Fähigkeiten, die ein Bewerber mitbringen sollte, aber sie informieren nicht darüber, was das Unternehmen neben dem Gehalt für seine Mitarbeiter tut. Um das zu diskutieren, habe ich eine Wunschliste für eine neue Stelle erstellt.

deimeke.link/requirements

Wenn Sie denken, dass die Positionen, die Sie vertreten, einen grossen Teil der Anforderungen erfüllen, und wenn Sie sich unter diesen Voraussetzungen eine Zusammenarbeit vorstellen können, freue ich mich auf weitere Gespräche.

Das Resultat war beeindruckend.

Von rund 200 Anfragen, die ich im zweiten und dritten Quartal bekommen habe, haben sich zwei noch einmal gemeldet. Die beiden konnten die Anforderungen zwar auch nicht erfüllen, fanden den Ansatz aber so ungewöhnlich, dass sie mich kennenlernen wollten.

Spannend ist, dass ich nicht aktiv nach etwas Neuem geguckt habe, aber dass mich dennoch eine neue Herausforderung gefunden hat. Und ja, weder meine alte Stelle noch die neue erfüllen alle Wünsche, aber einen grossen Teil.

Leselisten führen

In den letzten Wochen habe ich mich etwas ausführlicher mit Plattformen auseinandergesetzt, auf denen man Leselisten führen kann. Dabei bin ich sehr unentschlossen, welche für mich die richtige ist. Die Idee dahinter ist, dass man sich auf den Plattformen vernetzt und auch Empfehlungen bekommt, die zum eigenen Büchergeschmack oder den eigenen Genres passen.

Goodreads ist mit weitem Abstand das grösste und meines Wissens nach ältestes Netzwerk (15 Jahre), es hat die ausgereiftesten Funktionen und gehört zu Amazon. Die Finanzierung und auch Langlebigkeit ist damit gesichert.

Mein Profil bei Goodreads.

Literal gefällt mir vom Design am besten, es ist sehr neu und es fehlen für meinen Geschmack noch reichlich Funktionen. Es wird von einer Berliner Firma mit entsprechendem Datenschutz betrieben, mir ist die Finanzierung noch nicht klar und ich bin mir nicht sicher, ob es überleben wird.

Mein Profil bei Literal.

Das Lesetagebuch hat meine ganzen Sympathien, es wird seit acht Jahren von einer Privatperson geschrieben und betrieben, die man auch finanziell unterstützen kann, es bietet Anbindungen für Twitter und Mastodon. Aber leider ist es nicht so funktionsreich wie Goodreads. Ach ja, und die Unterstützung läuft via Patreon.

Mein Profil im Lesetagebuch

Als Letztes gibt es noch einen Dienst, der Open-Source-Software ist und den man selber hosten und "ans Fediverse anschliessen" kann, nämlich BookWyrm. Die Instanz, auf der ich mein Profil habe, ist super langsam und auch hier fehlen reichlich Funktionen, was sogar so weit geht, dass man die meisten Bücher komplett selber erfassen muss.

Mein BookWyrm-Profil

Alle Plattformen erlauben einen Import der Daten von Goodreads.

Und, nun ist die Frage, wer soll mein Herzblatt sein? Ich bin mir total unschlüssig. Wenn man nach Anzahl User und Vernetzungsmöglichkeiten sowie Funktionen geht, ist es Goodreads. Gutes Design alleine reicht nicht, um Literal dauerhaft zu nutzen. Selber hosten mit BookWyrm, wäre mir derzeit etwas zu viel, die Instanzen, die ich gefunden habe, sind zu langsam oder geschlossen. Dann bleibt nur noch das Lesetagebuch als Alternative, wobei das nicht heissen soll, dass es eine schlechte Alternative ist.

Nicht ausser Acht lassen möchte ich, dass es natürlich auch hier im Blog eine etwas verlassene Kategorie (hör-)bücher gibt, die ich auch noch füllen könnte. Kategorien in meiner Blogsoftware haben auch einen eigenen Feed, hier ist der Feed für die Kategorie (hör-)bücher.

Meine Firefox-Addons Ende 2021

Dieser Artikel ist die 2021er Edition des Artikels aus dem letzten Jahr.

Minimalkonfiguration Firefox

Da ich gerade mein Notebook neu (mit Fedora) installiere, dachte ich, ich schreibe einmal auf, welche fünf Einstellungen ich minimal bei Firefox konfiguriere, damit ich damit arbeiten möchte.

Natürlich bin ich in diesem Fall ganz besonders an Euren Meinungen und eigenen Konfigurationen interessiert.

Bevor ich noch irgendetwas anderes mache, installiere ich den Werbeblocker uBlock Origin. Von Zeit zu Zeit schalte ich den einmal aus, um festzustellen, dass das Web für mich nicht nutzbar ist ohne eine solche Software.

Wenn ich schon einmal auf den Erweiterungsseiten bin, installiere und konfiguriere ich auch gleich Bitwarden, meinen Passwortmanager.

Im Zuge dessen schalte ich direkt aus, dass Firefox Passwörter speichern soll, ich lasse aber eingeschaltet, dass Firefox mich über gehackte Webseiten informieren soll, die Einstellungen finden sich unter Settings / Privacy & Security / Logins and Passwords.

Als Nächstes stelle ich noch DNS over HTTP ein, das geht über Settings / General / Network Settings / Settings... / Enable DNS over HTTPS / Custom, dort schwanke ich zwischen dnsforge.de (betrieben von einer Privatperson), Quad9 (betrieben von einer Stiftung) und Digitale Gesellschaft (betrieben von einem Verein) als Provider. Achtung: Firefox nutzt als Fallback immer den im System verwendeten DNS-Server. Das lässt sich anders konfigurieren, guckt dazu einmal ins Privacy Handbuch.

Als letzte stelle ich noch ein, dass der Webbrowser nicht mit dem Schliessen des letzten offenen Tabs geschlossen wird, dazu bei Firefox die Seite about:config aufrufen (Achtung: Hier kann man den Browser auch kaputt konfigurieren) und den Parameter browser.tabs.closeWindowWithLastTab auf false setzen.

Natürlich setze ich noch weitere Addons ein, eine Liste der Addons, die ich verwende, wird in einem der Jahresrückblicke nächste Woche veröffentlicht.

Nachtrag: Ein Kommentar von understater hat mich daran erinnert, dass ich natürlich auch die Suchmaschine ändere, von Google auf DuckDuckGo.
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