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Umgang mit Kritik ...

Auf einer Ubucon, die 2012er Variante startet übrigens Morgen, geht es nicht nur um technische Themen.

In dem Vortrag von Dr. Thomas Rose auf der Ubucon 2011 ging es um den Umgang mit Kritik, den ich leider nicht sehen konnte, da ich parallel einen Taskwarrior-Workshop gegeben habe. Der Vortrag ist wirklich prima, Volkmar hat ihn aufgezeichnet und jetzt ins Netz gestellt. Die "Folien" sind übrigens auch online.

Da sind einige wirklich gute Punkte drin. Wenn man sich überlegt, dass man selber sein schlimmster Kritiker ist, dann ist der Vortrag in diesem Licht auch noch einmal besonders. Ich für mich nehme neben anderen Dingen das Folgende mit:
  • Reiss-Profile unbedingt einmal anschauen.
  • "Cat Leisure"-Momente passieren auch anderen, Silvia kennt die Geschichte.
  • Das Gegenteil von Mut ist Konformität.
  • Nimm keinen Rat von Menschen an, die nicht da sind, wo Du hin möchtest.
  • Mutter Theresa war ein Machtmensch.


Parkinsonsches Gesetz ...

Ich finde meine Kommentatoren klasse ... in diesem Fall danke ich Baul für den Hinweis auf das Parkinsonsche Gesetz:
Die Parkinsonschen Gesetze sind in der Soziologie zwei Lehrsätze zum Bürokratiewachstum, die von Cyril Northcote Parkinson nach den folgenden Beobachtungen humorvoll formuliert wurden:

1. Arbeit dehnt sich in genau dem Maß aus, wie Zeit für ihre Erledigung zur Verfügung steht – und nicht in dem Maß, wie komplex sie tatsächlich ist. (Work expands (so as) to fill the time available for its completion.)

2. In Diskussionen werden die einfachsten Themen am ausführlichsten diskutiert, weil davon die meisten Teilnehmer Ahnung haben – und nicht die Themen, die am wichtigsten sind. (The matters most debated in a deliberative body tend to be the minor ones where everybody understands the issues.)
Das Gesetz kannte ich noch nicht, kann aber beide Sätze aus eigener Erfahrung bestätigen. Vor allem dem zweiten Satz bin ich in unzähligen "Labermeetings" schon häufig begegnet. Für den ersten Satz bin ich selber ein gutes Beispiel, wenn es um Hausarbeit geht. Doof, aber wahr.

Das Peter-Prinzip ...

Nur mal schnell, weil ich den Link gerade brauchte. Das Peter-Prinzip ist eine interessante Geschichte, die man häufig in grossen Unternehmen oder in Unternehmen mit vielen Hierarchiestufen findet.
In einer Hierarchie neigt jeder Beschäftigte dazu, bis zu seiner Stufe der Unfähigkeit aufzusteigen.
Oder, als Schlussfolgerung:
Nach einer gewissen Zeit wird jede Position von einem Mitarbeiter besetzt, der unfähig ist, seine Aufgabe zu erfüllen.
Interessant ist auch eine Ableitung, die sich daraus ergibt.
Die Arbeit wird von den Mitarbeitern erledigt, die ihre Stufe der Inkompetenz noch nicht erreicht haben.
Es ist ganz interessant und sehr häufig zu sehen, dass sehr häufig Menschen, die gut sind in ihrem Fachgebiet in Leitungspositionen befördert werden, wo sie ganz andere Aufgaben zu erledigen haben als die, wegen derer sie befördert wurden.

Letztendlich war einer der Gründe, die mich zum Wechsel bewogen haben, die Möglichkeit, eine Fachkarriere zu machen (siehe auch hier). Meine vorhergehende Anstellung habe ich durchgespielt, EdeKa (Ende der Karriere) und hätte nur die Hierarchieaufstieg (Teamleiter, ...) oder Projektleitung weiter kommen können. Mein Fokus liegt aber auf dem Machen nicht auf dem Verwalten.

Das Autofocus-System ...

Federico, einer der Köpfe hinter der Software Taskwarrior ("meiner" Aufgabenverwaltung) hat mich vor einiger Zeit auf das Autofokus System zur Bewältigung aller Tätigkeiten hingewiesen.

Dieses System von Mark Forster ist ebenso einfach wie brillant, hier eine deutsche Übersetzung. Der Slogan des Systems ist "Get Everything Done", was schon etwas anderes ist als das überall gepredigte "Getting Things Done".

Das System wurde weiterentwickelt und die entsprechenden Artikel sind lesenswert:
Autofocus 2 Time Management System (AF2) (nur in Englisch)
The Revised Autofocus System (Autofocus 3) (auch in deutscher Sprache)
Rules for SuperFocus (ebenfalls in deutscher Sprache)

Ich empfehle wirklich, alle Artikel zu lesen, um die Gründe für die "Evolution" nach zu vollziehen.

Viel Erfolg!

Chaotisches Zeitmanagement ...

Grossartiger Artikel in der Karrierebibel:
Jetzt verrate ich Ihnen, welches Geheimnis hinter diesem Erfolgsrezept steckt: Man muss warten und verzichten können. Warten Sie ab, bis sich etwas von selbst erledigt hat. Wenn nicht, laufen Sie zur persönlichen Hochform auf und bekommen es schnell noch hin. Warten Sie, bis es ein Anderer erledigt hat. Die Arbeit geht schließlich dorthin, wo sie getan wird. Verzichten Sie möglichst darauf, dort zu sein. Verzichten Sie auf Planung, es kommt immer anders, als man denkt. Warten Sie lieber, wie es tatsächlich kommt. Dann improvisieren Sie, und garantiert werden Sie es irgendwie hinbekommen.

So trainieren Sie gleichzeitig Ihre Überraschungskompetenz und bald kann Sie gar nichts mehr erschrecken. Bleiben Sie unterorganisiert und verzichten Sie auf so sinnlose Aktivitäten wie Schreibtisch aufräumen und Ablegen. Sie haben mehr Zeit gespart, als Sie jemals für das Suchen benötigen. Verzichten Sie auf den Unfug, Wichtiges künstlich dringend zu machen, wie es die Geplanten tun. Warten Sie besser ab, bis eine Aufgabe dringend ist. Vielleicht bleibt sie wichtig und Sie haben Zeit und Arbeit gespart. »Keep it simple, stupid!«, können Sie zum Perfektionisten sagen, wenn er wieder einmal unnötigen Aufwand treibt: Halte es einfach, Dummkopf!

Entscheidungsfindung ...

Nicht alle Entscheidungen sind so einfach wie die Wahl des gerade passenden Durstlöschers. Gerade Entscheidungen, die unser Leben massiv beeinflussen, wollen gut überlegt und vernünftig abgewogen werden.

Eine hilfreiche Methode, den Entscheidungsprozess zu unterstützen habe ich im lesenswerten IT-Karrierehandbuch von Martina Diel (hier die berufliche Homepage) gefunden. Dort adoptierte sie die Entscheidungsmatrix (Excel, meine LibreOffice-Datei ist weiter unten verlinkt) von Andreas T. Schaffron (Webseite unter schaffron.net noch im Aufbau). Beide haben mir erlaubt, das Thema hier im Blog aufzuarbeiten. Danke!

Die Idee dahinter ist ebenso einfach wie brillant.

Martina zeigt das Verfahren in ihrem Buch, um Jobangebote zu vergleichen und den richtigen Job zu finden. Das Verfahren ist aber so allgemein, dass es für beliebige Entscheidungsprozesse verwendet werden kann.

Beispielsweise: Bei welchen Open-Source-Projekt soll ich mich beteiligen? Oder: Soll ich Virtualisierung nutzen, um Dienste auf einen Server zu bringen oder besser den Server als Ganzes verwenden?

Ich spiele das einmal in vereinfachter Art und Weise für "Finden des geeigneten Open-Source-Projektes" durch, um das Prinzip zu verdeutlichen.

Im ersten Schritt legt man die Kriterien fest, die die Entscheidung beeinflussen. Es ist hilfreich, Kriterien zu verwenden, die sich nicht mit anderen schneiden. "Tolle Community" und "Nette Leute" wären zwei Punkte, die zu ähnlich sind.

Meine Kriterien (im Beispiel) sind:
• Tolle Community
• Interessantes Projekt
• Technische Herausforderung
• Hoher Spassfaktor
Für das Beispiel ist das genug. Hier ist es wichtig zu sehen, dass "Interessantes Projekt" nicht auf die Technik gemünzt ist, sondern beispielsweise auf die Philosophie dahinter oder das, was man mit dem Projekt bewegen kann.

Der nächste Schritt ist die Feststellung des Gewichtes der Kriterien.

Dazu wird jedes Kriterium mit jedem anderen Kriterium verglichen.

Am einfachsten geht das, wenn man mit den Kriterien eine Tabelle aufbaut. In die Zeilen kommen die Kriterien und in die Spalten auch (schaut Euch dazu einmal die Excel- oder LibreOffice-Tabelle an). Wenn das Kriterium in einer Spalte wichtiger ist als das Kriterium in einer Zeile, kommt eine 1 in das Feld der Tabelle, sonst eine Null. Die ganze Rechenarbeit nimmt die Tabellenkalkulation ab. Ich zeige das hier "von Hand".

Für manche ist das sicherlich hart, aber es gibt kein unentschieden. Das sind die Bewertungen, die ihr wirklich vornehmen müsst, sonst hilft das Verfahren nicht.

Also hier die Einzelergebnisse für "jeder gegen jeden":
Tolle Community - Interessantes Projekt            1:0
Tolle Community - Technische Herausforderung       1:0
Tolle Community - Hoher Spassfaktor                0:1

Interessantes Projekt - Technische Herausforderung 0:1
Interessantes Projekt - Hoher Spassfaktor          0:1

Technische Herausforderung - Hoher Spassfaktor     0:1
Ergebnis:
Hoher Spassfaktor:          3
Tolle Community:            2
Technische Herausforderung: 1
Interessantes Projekt:      0
Ein interessantes Resultat, in diesem Beispiel spielt "Interessantes Projekt" gar keine Rolle, obwohl wir das als Kriterium festgelegt haben.

So, die Vorarbeiten sind erledigt, wir können zum Vergleich schreiten.

Zur Wahl stehen das "Engagement für das Betriebssystem X" und die Mitarbeit bei einem "Programm Y".

Pro Kriterium dürfen von 1 bis 10 Punkte vergeben werden.
Community X:       9
Interessant X:     3
Herausforderung X: 3
Spassfaktor X:     7

Community Y:       6
Interessant Y:     6
Herausforderung Y: 7
Spassfaktor Y:     9
So, auf zum Endspurt, wir haben Kriterien festgelegt und diese auch gewichtet. Als letztes haben wir "benotet" wie stark die Kriterien auf die Alternativen zutreffen.

Im letzten Schritt multiplizieren wir die vergebenen Noten mit den Gewichtungen der Kriterien.
Community X:       18
Interessant X:      0
Herausforderung X:  3
Spassfaktor X:     21
Summe X:           42

Community Y:       12
Interessant Y:      0
Herausforderung Y:  7
Spassfaktor Y:     18
Summe Y:           37
Die Entscheidung nach diesem Prozess fällt also für X.

Was ist, wenn sich das alles doof und nach der falschen Entscheidung anfühlt? Dann nimm Y! :-)

Nein, im Ernst, in diesem Fall scheinen nicht alle wichtigen Kriterien in die Entscheidung eingeflossen zu sein. Das können durchaus "Geschmackskriterien" sein wie im obigen Beispiel der Spassfaktor.

Es kann auch sein, dass ein Kriterium dadurch, dass es doppelt aufgenommen wurde ein viel zu hohes Gewicht bekommt ("Tolle Community" - "Nette Leute").

Zuletzt kann es natürlich auch sein, dass beim Vergleich der Kriterien etwas schief gegangen ist. Ohne jetzt jemandem auf den Schlips treten zu wollen, kann es natürlich sein, dass man sich selbst etwas vormacht. Ein klassischer Fall in diesem Beispiel wäre es, die "Technische Herausforderung" höher zu gewichten, weil das von einem technisch orientierten Menschen erwartet wird.

Letzten Endes muss man aber im Hinterkopf behalten, dass das Verfahren nur ein Hilfsmittel ist und kein Gesetz. Es ist erlaubt, mit den Zahlen zu spielen. Alleine die Beschäftigung mit den Kriterien und der Gewichtung kann schon helfen, ein klareres Bild zu bekommen.

Hier ist - wie versprochen - meine LibreOffice-Datei, sie ist nicht ganz so hübsch wie die von Herrn Schaffron, die ich oben verlinkt habe, aber sie erfüllt Ihren Zweck.

Ich bin in der glücklichen Lage, keinen neuen Job zu brauchen, wenn ich aber einen suchen würde, wären das meine Kriterien:
• Arbeitsort und -Land
• Arbeitsplatz und -Umfeld
• Arbeitszeit und Ausgleich
• Bewertung(ssystem) der Mitarbeiter
• Coolness, Status und Ansehen
• Gefühl
• Gehalt
• Gesellschaftliches Engagement der Firma
• IT-Umgebung
• Image des Unternehmens
• Internationalität
• Karrieremöglichkeiten
• Kleidungszwang
• Kollegen
• Möglichkeit, eigene Ideen einzubringen
• Nachhaltigkeit der Firma
• Reisetätigkeit
• Tätigkeiten
• Urlaub
• Vorgesetzte und Hierarchie
• Weiterbildungsmöglichkeiten
• Wert im Lebenslauf
• Wertschätzung der Mitarbeiter
• Zukunftssicherheit und Rente
• Zusatzleistungen

Mich interessiert sehr, ob Euch dieser Artikel hilft und mich interessieren auch Eure Kriterien für wichtige Entscheidungen. Gerne in die Kommentare damit oder - wenn Euch das nicht privat genug ist - gerne per Mail an dirk@deimeke.net.

80% Erledigt?

Hier habe ich bereits mehrfach etwas über das Paretoprinzip geschrieben, zuletzt im Mut zum Unperfektsein. In Bezug auf Aufgaben sagt das Paretoprinzip das folgende:
80% eines Ziels erreicht man in 20% der Zeit, die restlichen 20% Zielerfüllung werden mit 80% der Zeit erreicht.
Was heisst das für Projektplanung?

Letztendlich doch nur eines:
Es ist überhaupt nicht sinnvoll, eine prozentuale Fertigstellung zu nennen.

Eine Aufgabe kann daher nur drei Zustände haben:
• Noch nicht begonnen.
• Gestartet.
• Beendet.

Mehr nicht. Mit dem Fertigstellungsgrad lässt sich keine Aussage über den Zeitpunkt der Beendigung der Aufgabe treffen.

Pragmatismus ...

Ich praktiziere etwas, das ich mal mit "gesundem Pragmatismus" beschreiben möchte.

Laut Wikipedia ist Pragmatismus:
Der Ausdruck Pragmatismus (von griech. pragma „Handlung“, „Sache“) bezeichnet umgangssprachlich ein Verhalten oder Handlungen, die sich nach den bekannten Gegebenheiten richten, und auf eine theoretische Analyse und genaue Begründung der Wirkungen verzichtet. Pragmatisches Handeln ist nicht an unveränderliche Prinzipien gebunden.
(Der Rest des Wikipedia-Artikels beschäftigt sich mit der philosophischen Einordnung und ist nichts für mich - auch das ist pragmatisch, oder?).

Warum "gesunder Pragmatismus"? Ich merke in meinem Umfeld, dass es sehr viele Menschen gibt, die sich das Leben unglaublich schwer machen, in dem sie vor einer Handlung versuchen alle möglichen Auswirkungen zu beurteilen, seien sie auch noch so unwahrscheinlich. Das geht sogar so weit, dass sich die Menschen dadurch komplett handlungsunfähig machen. Stabile Seitenlage.

Gesund ist der Pragmatismus meiner Meinung nach, wenn man nicht mit "erst machen, dann fragen" oder "erst analysieren, dann machen" in den absoluten Ausprägungen durch das Leben geht, sondern, wenn man ein Gefühl dafür bekommt, wann es sich lohnt, sich ausführlich mit Auswirkungen zu beschäftigen.

Damit liege ich nicht immer richtig und bin auch schon das eine oder andere Mal auf die Schnauze gefallen. Das war aber meist harmloser Natur und führte dazu, mein "Gefühl zu schärfen".

Perfektion ...

Ich hatte im Mut zum Unperfektsein schon einmal darüber gesprochen und habe jetzt via identi.ca den Link zu Sei (nicht) perfekt! gefunden.

Gute Tipps!
1. Setzen Sie realistische Erwartungen
2. Geben Sie sich selbst einen Vertrauensvorschuss
3. Akzeptieren Sie, dass Sie Fehler machen werden (vielleicht das Schwerste für einen Perfektionisten)
4. Bitten Sie um Hilfe (leider kommt dieser Punkt immer mehr aus der Mode)
5. Konzentrieren Sie sich auf die Gegenwart
6. Lassen Sie es laufen (geschehen)
7. Entspannen Sie sich
8. Konzentrieren Sie sich auf das Große Ganze
9. Erlauben Sie sich selbst etwas
10. Bringen Sie Ihren Inneren Kritiker zum Schweigen (na ja, noch so ein Klopper)
11. Machen Sie sich klar, dass immer irgendwer ein Haar in der Suppe findet
12. Benutzen Sie Perfektionismus lediglich als Motivator
13. Hören Sie auf, sich mit Anderen zu vergleichen
14. Analysieren Sie sich nicht zu Tode
15. Werden Sie lockerer (oder im Ruhrgebiet: Halten Sie den Ball flach)
16. Lernen Sie, mit Kritik umzugehen
17. Hören Sie mit dem Aufschieben auf
Es lohnt sich, sich damit auseinander zu setzen!