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Geld für Podcasts ...

gedanken

Ja, mir geht es immer noch oder vielmehr immer wieder auf die Nerven: Die ständige Bettelei um Geld. Am Schlimmsten finde ich dabei den Satz "Bitte geben Sie Geld, damit die Motivation erhalten bleibt.

Dazu gab es gestern in einem anderen Zusammenhang eine Aussage in der Karrierebibel:

Auf fehlende Motivation hinweisen. Geld ist ein schlechter Motivator; noch dazu kein besonders edler. Wenn Sie durchblicken lassen, dass Sie nur durch ein Schmerzensgeld zu motivieren sind, wirft das kein gutes Licht auf Ihre Arbeitsmoral.

Auslöser dieses Postings ist eine Podcast-Episode von Schlaflos in München, die ich im Urlaub gehört habe.

Dort ging es darum, dass Selbständige natürlich eher auf Spenden angewiesen sind als Festangestellte, da der Tag Podcastproduktion nicht von Kunden bezahlt wird. Im weiteren Verlauf wird darauf hingewiesen, dass der eigene Podcast ja auch ein Aushängeschild sei und dass darüber Kunden akquiriert werden.

Ich habe folgendermassen kommentiert und auf die aktuelle Episode von DeimHart hingewiesen:

Dirk Deimeke

24. August 2010 @ 16:28

Diese Folge habe ich im Urlaub gehört und lange überlegt, ob ich kommentieren soll.

Anders als vielen Anderen geht mir mittlerweile die ständige Bettelei um Geld wahnsinnig auf die Nerven. Wenn Du durch diesen Podcast, wie angesprochen, neue Kunden gewinnst, dann ist das Dein Aushängeschild und auch ein Akquise-Medium. Das bedeutet, dass Du einen Teil Deiner Zeit als Freiberuflerin in die Akquise steckst, die jetzt von anderen Hörern (nicht den neu gewonnenen Kunden) bezahlt werden soll.

Das ist irgendwie schräg.

Es ist ja überhaupt nichts dagegen einzuwenden, die Möglichkeiten, den Podcast zu unterstützen auf der Homepage anzubieten. Aber so massiv wie das momentan auch im Audio passiert, ist es mir einfach zu viel. Bei Alex beginnt es, noch schlimmer zu werden.

So gerne ich Deinen Podcast höre und auch durch die Flattr unterstütze, so sehr werden mir die Folgen dadurch verleidet.

Ach ja, eines noch: Die ganzen privaten (und fest angestellten) Podcaster, zu denen ich auch zähle, machen die Arbeit als Hobby in Ihrer Freizeit und können das Equipment nicht wie Ihr von der Steuer absetzen.

Ich habe mal unsere letzte Episode verlinkt, die vielleicht einen anderen Blick auf Motivation und Geld bzw. Finanzierung bringt.

Ansonsten hat mir die Folge sehr gut gefallen. Ich hoffe, Du verstehst das nicht miss.

Zu dem Thema habe ich ja schon häufiger etwas geschrieben. Ist es wirklich nötig, dass sich jeder alles bezahlen lassen möchte? Traut sich niemand mehr, sein Wissen oder seine Texte ohne finanzielle Hintergedanken an Interessierte zu bringen? Muss jedes Hobby fremdfinanziert werden?

Update: Hier ist der Artikel, den ich in den Kommentaren angesprochen habe, ebenfalls aus der Karrierebibel: Antriebskraft – Was uns motiviert (auch das dort eingebettete Video ist sehenswert).

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Kommentare

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Dee am :

*Zum Auszug aus der Karrierebibel: Es ist doch aber interessant, wie – vor allem große Firmen – die Mitarbeiter aber gerade mit Geld anspornen wollen, mehr zu leisten. Sei es eine Prämie am Ende des Jahres oder andere Vergütungen für eingereichte Ideen. Scheinbar haben die Manager dieser Firmen die Karrierebibel nicht gelesen – und sind trotzdem auf 'nem Chefsessel gelandet.

Ich selbst finde Geld als Antreiber aber auch nicht sonderlich motivierend. Dann finde ich z.B. die Bereitstellung von Getränken am Arbeitsplatz (nicht zwingend kostenlos) viel angenehmer.

Traut sich niemand mehr, sein Wissen oder seine Texte ohne finanzielle Hintergedanken an Interessierte zu bringen?

Doch, es gibt da noch ein paar. ;-)

Dirk Deimeke am :

*Da hast Du Recht und ich habe vor kurzem genau zu diesem Thema einen Artikel gelesen. Über Anreizsysteme in Firmen und das, was Menschen wirklich anspornt. Ich hoffe, dass ich den wiederfinde.

Gut, dass es noch ein paar Menschen gibt, die ein wenig idealistischer sind. ;-)

Torsten am :

*Hallo Dirk,

kurz zu Deinen Fragen "Ist es wirklich nötig, dass sich jeder alles bezahlen lassen möchte? Traut sich niemand mehr, sein Wissen oder seine Texte ohne finanzielle Hintergedanken an Interessierte zu bringen? Muss jedes Hobby fremdfinanziert werden? "

Ich finde, in der Wikipedia ist es mit der Aussage "Ein Hobby (Plural: Hobbys[1]) oder Steckenpferd ist eine Lieblingsbeschäftigung. Ein Hobby ist somit im Gegensatz zu Arbeit eine Tätigkeit, der man sich nicht aus Notwendigkeit, sondern freiwillig und aus Interesse, Faszination oder sogar Leidenschaft unterzieht. Die Tätigkeit bringt Vergnügen, Spaß oder Lustgewinn mit sich. [...]" ganz gut definiert. Aus meiner Sicht ist ein Hobby halt auch eine Freitzeitbeschäftigung, die nun einmal Geld kostet. Und da ist es eigentlich egal, ob ich Software entwickele, Podcasts produziere, reise, Sportveranstaltungen besuche oder zum Beispiel mit Modellbahnen hantiere.

Und was den Artikel von Jochen Mai (Karrierebibel) angeht: Ich glaube einfach, dass viele Vorgesetzte immer noch in der Angst leben, dass ihre Mitarbeiter gehen, wenn sie nicht genügend Geld bekommen bzw. das sie aufgrund eines anderen Angebots aus rein finanziellen Gründen gehen. Dabei werden andere Aspekte (Arbeitsumfeld, Flexibilität von Arbeitszeiten, Getränke am Arbeitsplatz wie von Dee angesprochen, Unzufriedenheit, Belastung, etc.) ignoriert bzw. nicht wirklich wahrgenommen.

Dirk Deimeke am :

*Genau. Ein Hobby kostet Geld und ich muss es mir nach meinen finanziellen Möglichkeiten aussuchen. Zur Karrierebibel: Ich hoffe, dass ich den Artikel noch einmal finde, aus dem klar hervorgeht, dass für Arbeitnehmer ganz andere Faktoren als Geld eine Rolle spielen, wenn die Grundbedürfnisse gedeckt sind.

Dirk Deimeke am :

*Ich habe den Artikel gefunden und in meinem Blogposting am Ende ergänzt.

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