Warum Feeds wichtiger sind, als viele denken
Die BlogWochen2025 gehen in die nächste Runde und Ihr dürft gerne mitmachen. Wir freuen uns auf Euch.
Es ist schön, dass das Thema gerade heute, an meinem Geburtstag, in den Blogwochen aktuell ist. Die Erklärung, was genau ein Feed ist, überlasse ich gerne der Wikipedia: Web-Feed.
Ich "lebe" in Feeds. Stand heute habe ich nur noch 480 Feeds abonniert (es waren mal knapp 700).
Warum? Weil es mir das Leben um so vieles leichter macht und mir hilft, auf dem Stand der Dinge zu bleiben, ohne dass ich jede Webseite und jedes Blog, die mich interessieren, "von Hand" besuchen muss.
In den letzten Jahren wurden Feeds so oft totgesagt, und wie der Volksmund sagt "Tot Gesagte, leben länger". Die meisten Leser von Webseiten nutzen keine Feeds mehr, weil sie sich Informationen über Suchmaschinen oder mittlerweile auch Large Language Models zusammensuchen. Das heisst aber nicht, dass sie nicht nützlich sind.
Ich bin ein vielseitig interessierter Mensch und wenn ich in jede meiner Interessen nur einige wenige Minuten pro Tag investiere würde, wäre das ein Vollzeitjob. Bei Webseiten, die Feeds anbieten, muss ich nicht jeden Tag vorbeischauen, um über aktuelle Änderungen wie Artikel oder andere Neuigkeiten informiert zu werden. Das Format erlaubt es mir, an einer zentralen Stelle nachzuschauen, was sich in der letzten Zeit getan hat.
Diese zentrale Stelle nennt sich Feedreader. Bei mir ist es FreshRSS, das auf meinem Server läuft. Es gibt aber auch Software, die man auf dem mobilen oder stationären Client nutzen kann. Eine kleine Auswahl ist im verlinkten Wikipedia-Artikel zu finden. Spannenderweise bietet auch Thunderbird diese Möglichkeit, vielleicht müsst Ihr also gar nichts anderes installieren.
Leider erschweren mir einige Webseiten, meinen Wissensdurst auf diese Art und Weise zu stillen. Das liegt zum einen daran, dass Feedleser, so wie ich, die Webseiten, die die Informationen oder Artikel enthalten, viel weniger häufig oder sogar nie besuchen. Wenn das Business-Modell der Webseiten aber darauf ausgelegt ist, dass möglichst viele Besucher auf die Webseite kommen, um dort die geschaltete Werbung zu konsumieren. Als Übergangslösung bieten einige Webseiten ihre Artikel in gekürzter Form via Feed an, sodass der volle Artikel erst beim Besuch der Webseite gelesen werden kann. Wenn Ihr von "Full-Feed" hört, ist meistens gemeint, dass der komplette Artikel im Feed erscheint oder erscheinen soll.
Zum anderen liegt es auch daran, dass manche Software die Möglichkeit, einen Feed zu erzeugen, gar nicht bietet. In einigen Fällen kann dort eine (selbst gehostete) Software namens RSS-Bridge Abhilfe schaffen. Einen Überblick über die Möglichkeiten und die enthaltenen Bridges bietet diese Seite. Derzeit existieren rund 500 Bridges und ich bin gerade selbst überrascht, wie viel in den letzten Monaten und Jahren dazugekommen ist.
Vielleicht noch ein Wort zu den wirklich vielen Feeds, die ich konsumiere. Ich lese nicht jeden Artikel, der im Feedreader erscheint, aber ich kann eine schnelle Auswahl treffen, welche Artikel ich sofort lesen möchte und welche ich erst später via Readeck bzw. meinem E-Book-Reader lese.
Die Menge der Feeds rührt unter anderem auch daher, dass ich soziale Medien, und da insbesondere Mastodon oder Bluesky, via Feedreader verfolge. Mir ist das Scrollen in der Webanwendung oder mobiler App einfach zu (zeit‑)aufwendig. YouTube-Kanäle, die ich interessant finde, verfolge ich auch im Feedreader, so werde ich über neue Videos interessiert – wobei ich Videos relativ selten nutze.
Vielleicht habt Ihr jetzt noch Fragen oder Anmerkungen. Ich freue mich sehr darüber, wenn ihr die in die Kommentare packt, so haben auch andere Leser etwas davon.