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Totzeiten entdecken ...

Was sind Totzeiten? Nach meiner Definition sind Totzeiten, Zeiten, in denen ich nichts sinnvolles, was mich oder meine Arbeit weiterbringt, mache.

Solche Zeiten zu identifizieren, ist auf den ersten Blick einfach, da klassische Beispiele sofort abrufbar sind. Oft haben sie etwas mit Warte- und Wegezeiten zu tun.

Auto fahren ist tote Zeit. Es gibt Leute, die behaupten, dass sie ihre Fahrtzeiten mit dem Auto nutzen, um Geschäftstelefonate zu führen. Denen möchte ich aber auch sagen, dass jemand, der ein intellektuell anspruchsvolles Gespräch per Telefon im Auto führt, die gleiche Reaktionszeit hat, wie ein alkoholisierter Mensch mit 0,8 Promille (laut Studie, die ich neulich im Fernsehen sah). Und, liebe Damen, es ist unerheblich ob der Fahrer männlich oder weiblich ist.

Innerdeutsch das Flugzeug zu benutzen, ist häufig inneffizient. Das habe ich selbst am Beispiel Düsseldorf-München erlebt. Anreise zum Flughafen, spätestens eine halbe Stunde früher einchecken, warten auf den Flieger, fliegen, Koffer suchen, vom Flughafen zum Zielort reisen. Da ist sehr viel "Stop-and-go" enthalten, währenddessen nichts getan werden kann. Dem gegenüber steht Anreise zum Hauptbanhof, Zug fahren, Ankunft am Ortsmittelpunkt von München und Anreise zum Zielort. Als ich vor der Wahl stand, war der Flug, inklusive aller An- und Abreisezeiten etwa eine halbe Stunde schneller als die Bahn. Stop-and-go gegen Zeit "am Stück".

Wartezeiten beim Arzt, vor einem Termin, auf den Bus/die Bahn/das Verkehrsmittel sind Beispiele für tote Zeit. In dem Zusammenhang: Auch, wenn man zum Chef gerufen wird, darf man häufig warten.

Kennt Ihr andere Beispiele?

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Dirks Logbuch am : Autokosten ...

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Angestachelt durch die Kommentare zu meinem Artikel über Totzeiten habe ich einmal überschlagen, was uns unser Auto monatlich bzw. pro Kilometer kostet. Das Ergebnis haut mich um, ich komme auf 535 Euro pro Monat bzw. 0,26 Euro pro Kilometer. Wir ha

Kommentare

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mat am :

*Ja, innerdeutsch mit öffentlichen Verkehrsmitteln von einem kleinen Ort, zu einem anderen kleinen Ort zu kommen:

Mit Gepäck zur Bushaltestelle laufen. Wartezeit auf einen Linienbus. Busfahrt in die Stadt. Wartezeit auf die passende Stra�?enbahn zum Bahnhof, Zeit der Stra�?enbahnfaht (natürlich voll besetzt, Du selber mit nicht wenig Gepäck, ergo Stress pur). Von der Stra�?enbahn in den Bahnhof, auf den Zug warten, erhebliche Verspätung nicht ungewöhnlich. Zugfahrt einigerma�?en entspannt, in eine Stadt in der nähe des Zielortes. Von der Bahn zur Stra�?enbahn, wieder Wartezeit auf die Stra�?enahn. Stra�?enbahnfahrt. Irgendwann fährt die Bahn nicht mehr weiter, also umsteigen in einen Linienbus. Fahrt mit dem Bus, alles natürlich immer mit dem entsprechenden Gepäckgeschleppe verbunden. Von der Bushaltestelle einen sehr langer Fu�?marsch mit Gepäck zum Ziel, oder abholen lassen von der Bushaltestelle wenn möglich. Verlorene Zeit, fast ein dreiviertel Tag (von morgens bis in den frühen Abend).

Alternativ Gepäck vor der Tür ins Auto schmei�?en, 2,5 Stunden Fahrt (ggf. auch mal ne halbe Stunde Stau). Am Ziel entspannt aussteigen, Gepäck aus dem Kofferraum laden und viele Stunden Zeit gewonnen.

Stephan am :

*Man muss aber bei "toten Zeiten" auch bedenken, dass sie auf andere Weise nützlich sein können: ein Fussmarsch mit Gepäck kann sehr gut der körperlichen Ertüchtigung (oder so) sein...
Tote Zeit ist es, beim Installieren einem Balken zuzuschauen, der sich von links nach rechts bewegt. da kann man viel anderes tun...

Dirk Deimeke am :

*Da gebe ich Dir Recht. Es ist eine Frage der Verhältnismä�?igkeit. Den Stress, mit viel Gepäck auf Busse und Bahnen umzusteigen, würde ich mir nicht geben (die Betonung liegt auf "viel" Gepäck).

Wenn ich allerdings die Wahl zwischen 2,5 Stunden Auto oder 2,5 Stunden �?PNV (�?ffentlicher Personennahverkehr) habe, würde ich nicht das Auto wählen.

Das hat mehrere Gründe, einer davon ist, dass ich die Fahrt mit dem �?PNV meist noch sinnvoll füllen kann.

mat am :

*Auch ohne Gepäck oder nur mit einem Rucksack, würde ich so ein Theater nicht mitmachen wollen. Versteh mich nicht falsch, wenn ich Beispielsweise von Karlsruhe nach Hamburg fahren wollte, würde ich auch den Zug nehmen. Bei gro�?en und mittelgro�?en Städten, die gut angebunden sind, macht das durchaus sinn.
Aber der �?PNV ist, in meinen Augen, nicht das Allheilmittel für das es oft angepriesen wird, da immer noch viele Orte, so schlecht erreichbar sind. Das Fahr ich doch lieber mit dem Auto 3 Stunden, als mit dem OPNV 9 Stunden, auch wenn ich im Bus/Strassenbahn/Bahn ein Buch lesen könnte. Das kann ich dann auch in den 6 Stunden nachholen, die ich bei so einem (tatsächlich extremen) Beispiel gespart hätte.
Und ich habe mir das nicht ausgedacht: Meine Freundin und ich machen öfters mal ein Eltern-Besuchstour, die wohnen alle weiter Weg. Um mit dem �?PNV von Ihren Eltern zu meinen Eltern zu kommne, würde das ganze so ablaufen wie oben beschrieben. Mit dem Auto brauchen wir grad mal 2,5 Stunden.
Und wenn ich dann ein Bahnticket kaufen möchte, um Beispielsweise für ein langes Wochenden nach Hamburg zu fahren und dann den Preis für 2 Personen sehen, dann fahr ich wahrscheinlich doch wieder mit dem Auto, weil es schon vor der Tür steht.
Auf das Auto möchte ich nicht verzichten, wegen genanntem Extrembeispiel und weil ich des öfteren auch mal 1-2 Fahrräder zu transportieren habe, mit den �?ffentlichen auch wieder schlecht.

Zugfahren ist eindeutig noch viel zu teuer und der Sprit wohl immer noch viel zu billig...

Dirk Deimeke am :

*Deswegen schrieb ich auch von Verhältnismä�?igkeit.

Zug fahren ist aber auch nur dann teurer als Auto fahren, wenn man die ganzen Fixkosten nicht einrechnet. Ein Auto kostet auch dann Geld, wenn es nicht bewegt wird.

Wenn wir die ganzen Fixkosten nicht einrechnen, kann ich auch mit einer BahnCard 100 argumentieren, dann kostet mich die Bahnfahrt auch nichts, die Autofahrt kostet aber Sprit ...

Andererseits komme ich, wenn ich rechtzeitig buche, mit der Bahn für unter 30 Euro quer durch Deutschland, das schaffe ich mit dem Auto selbst dann nicht, wenn ich nur die Spritkosten betrachte.

Bequemlichkeit kostet.

Verstehe mich bitte nicht falsch, auch wir haben ein Auto und wir benutzen das auch. Ich bin kein missionarischer �?PNV-Vertreter, denke aber, dass ein realistischer Vergleich nicht immer zu Lasten des öffentlichen Verkehrs ausfällt.

Peter am :

*Zug fahren ist aber auch nur dann teurer als Auto fahren, wenn man die ganzen Fixkosten nicht einrechnet. Ein Auto kostet auch dann Geld, wenn es nicht bewegt wird.
Und ein ÖPNV kostet Geld (Taxi, Mobilfunkguthaben, ungeplant auswärts essen), Nerven (z.B. wenn man wieder mal in der Pampa ohne Dach überm Kopf 47 Min im Eisregen steht, weil der Fahrdienstleiter der Flughafenspange den Vorrang gibt) und Gesundheit (wenn man nach der Nummer wieder mal krank wird, oder in den letzten 18 Monaten durch noch nicht ganz hier angekommene neue Bürger, die sich mit der Notbremse eine Bedarfshaltestelle basteln und anschließend eine Klopperei liefern).

Liebe Grüße aus Bayern, von einem der es von April 2003 bis Ende September 2017 versucht hat, mit Fahrrad und ÖPNV auszukommen, und nun die Schnauze gestrichen voll hat.
Bei manchmal 2,5h für 44km einfache Strecke kein Wunder, oder?

Ich bin in dieser Zeit durch drei Orkane geradelt, um pünktlich beim BHF zu sein, rate mal wer nicht gekommen ist.

Och, und bei 2×7km am Tag kannst so alle 3-4 Jahre ein neues oder gut erhaltenes Pendel-Fahrrad rechnen, denn ein Winter reicht, dann läuft der Timer - und es ist egal, ob du es hohlraumversiegelst und mit Wachs und Mike Sander's Rostschutzfett konservierst, das verzögert höchstens ein Jahr. Mit am längsten halten gebrauchte teure Räder der späten 90er Jahre, danach ist auch da geplante Obsoleszenz eingebaut.

Das Auto ist 8 Jahre alt, hat 58PS und strotzt vor Minimalismus. Demnächst kriegt es noch ein Tern-Faltrad als Beiboot, dann hab ich auch wieder Bewegung und komme der Parkraumbewirtschaftung mit 2-5€/h aus.

Dirk Deimeke am :

*Da hast Du Dir aber einen sehr alten Artikel zum Kommentieren ausgesucht. :-)

Der Artikel bezog sich auf einen Kosten- und nicht auf einen Bequemlichkeitsvergleich.

Ich bin schon seit Jahren, vielleicht sogar Jahrzehnten Berufspendler. Deutscher ÖPNV nervt, wenn man umsteigen muss, das ist jetzt in der Schweiz glücklicherweise anders.

Und ich habe selbst in meiner Heimatstadt gesehen, dass man mit Bussen auch 90 Minuten für 9 Kilometer benötigen kann, da ist man dann zu Fuss tatsächlich schneller.

In so fern gebe ich Dir Recht.

Allerdings geht das auch andersherum.

Ich wohne um die 30 Kilometer von meinem Arbeitsort entfernt. Mit dem Auto benötige ich an einem Sonntag ohne Berufsverkehr etwa 45 Minuten zur Arbeitsstelle, mit dem Nahverkehr sind es 55 Minuten. Bei den Zeiten denke ich nicht darüber nach, das mit dem Auto zu machen.

Craig am :

*Naja ich sehe das ganz anders als Dirk.
Grade auf der Strecke Düsseldorf-München wundert mich die Meinung schon sehr, denn ich stand neulich auch davor zu Entscheiden, was besser bzw. mir lieber ist.

Der Flug nach München dauert (je nach Wind) 35-50 Minuten, man muss 30m vor dem Abflug da sein, wenn man einen online-Checkin gemacht und kein Gepäck hat; muss also nur durch die Sicherheitskontrolle laufen, fertig. Mit Anfahrt aus Düsseldorf kostet das etwa 1,5 - 2h ab Haustür. Nach etwa 2,5-3h ist man also in München. Mit dem Auto dauert die Fahrt alleine ~5h, tanken muss man vor der Rückfahrt, Pinkelpause & Essen z.B. ist auch mal nötig. Falls man sich den Wagen erst noch von Sixt holen muss, kommen nochmal etwa 45m dazu. Mit etwa 5-6h sollte man schon rechnen, je nach Verkehrs- und Wetterlage. Beim Flieger muss man dann noch direkt zum Kunden, z.B. per Mietwagen direkt ab Flughafen, kostet etwa 15m Zeit den zu holen + X um zum Kunden zu gelangen.
ICE dauert auch 5h, Vorteil: Pinkelpause & Essen gehen im Zug, au�?erdem kann man z.B. noch per Laptop und UMTS arbeiten.

Fliegen geht doppelt so schnell. Vor allem wenn man Abends noch zurück will, halte ich es schon für besser, den Flieger zu nehmen...





Der Flug dauert

Dirk Deimeke am :

*Von der Haustür zum Flughafen (10 Minuten zum Bahnhof, 13 Minuten Bahnfahrt, 5 Minuten zum SkyTrain, 10 Minuten SkyTrain zum Terminal) macht etwa 40 Minuten. Nicht eingerechnet sind Wartezeiten.

30 Minuten vorher einchecken (+10 Minuten, da ich nicht auf den letzten Drücker da sein möchte), der Flug dauert im Schnitt 1:10 Stunden (off Blocks bis touchdown), 10 Minuten Rollen zum Terminal. 10 Minuten Aussteigen. In Summe 2:10 Stunden.

15 Minuten Fussweg zur S-Bahn (das Gepäck haben wir ja dabei), 45 Minuten S-Bahn Fahrt in die Innenstadt. 15 Minuten Fussweg zum Hotel. Macht hier 01:15 Stunden.

Alles zusammengerechnet, komme ich auf sehr optimistische 4:05 Stunden. Die Fahrtzeiten sind von bahn.de und die Flugzeiten von travel-overland.de (meine Frau hat am Flughafen gearbeitet). Das gilt unter nahezu optimalen Voraussetzungen, alle Anschlüsse passen und wenn Du kommst, kannst Du in Bus oder Bahn direkt einsteigen und sie fährt auch direkt los.

Als ich geflogen bin, war ich knapp fünf Stunden unterwegs (die Bahn hatte fünf Minuten Verspätung, der Sky-Train ist vor meiner Nase weggefahren, die S-Bahn war schon da, wartete aber noch 10 Minuten, ...). Dazu kommt, dass Du beim Flieger eine halbe Stunde vorher eingecheckt sein musst. Das schaffst Du nicht, wenn noch Leute vor Dir sind.

Ich bin damals geflogen, weil zu der Zeit, zu der ich da sein musste kein Zug fuhr.

Mit der Bahn: 10 Minuten zum Bahnhof, 39 Minuten bis zum Hauptbahnhof Köln, 9 Miuten Zeit zum Umsteigen, 3:56 Stunden zum Hautpbahnhof München, 15 Minuten zum Hotel. Macht in Summe 5:09 Stunden. Das ganze allerdings mit wesentlich mehr Ruhe.

Da kann dann jeder für sich abwägen. Viel arbeiten können oder viel tote Zeit haben.

erwin am :

*es gibt m.m. nach keine tote zeit denn der normal organisierte mensch hat nimer etwas in der warteschleife und wenns auch nur der anruf bei einem vernachlässigten bekannten ist,oder auf die schnellen mal die neuen bauchauzüge runterladen um den klappentext bei gelegenheit durchzulesen.man sieht also es gibt keine TOTE zeit.es sei denn man ist es.

Dirk Deimeke am :

*Das sehe ich anders.

Wenn ich auf einen Zug warte oder sogar im Zug (ich bin Pendler) kann ich keine Arbeit erledigen, die viel Konzentration erfordert.

Ich würde wichtige Anrufe dort auch nicht führen wollen, da ich weder möchte, dass andere mithören, noch dass mein Gegenüber mit dem Bahnlärm zu kämpfen hat.

Erwin am :

*da man aber nicht immer arbeiten hat die viel konzentration erfordern kann man diese auch dort erledigen (bin selber pendler) z.b. mailbox abhören,per communikator email fach kontrollieren ,google kalender nach terminänderungen durchsehen,schlaues buch lesen und randnotizen dabei machen,

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