Skip to content

Onyx Boox Max 3 - Erfahrungsbericht

Mein letzter letzter Artikel zum Onyx Boox Max 3 ist schon fünf Monate her und in der Zwischenzeit benutze ich das Gerät täglich beruflich, privat und auch im Urlaub.

Zwischenzeitlich kam ein Update auf Android 10 und das nächste grössere Update steht vor der Tür. Onyx hat eine Reihe neuer Geräte auf den Markt geworfen. Zum grössten Teil handelt es sich dabei um Weiterentwicklungen der bestehenden Produktlinien. Der Nachfolger meines Gerätes ist auch erschienen, das Onyx Boox Max lumi. Es hat knapp ein Jahr gedauert bis der Nachfolger da war. Jetzt wird die Zeit zeigen, wie lange mein Gerät unterstützt wird und ob es noch weitere Updates geben wird.

Auch, wenn das Gerät mit Android bestückt ist, so habe ich es weder mit dem Google Playstore verbunden, obwohl ich könnte. Und, ich habe auch keine weiteren Apps installiert. Für das, was ich mache, reichen die Apps die bereits installiert sind. Weitere Apps - wie beispielsweise die Kindle App - sind im "hauseigenen" App Store verfügbar. Der App Store ist mit rund 70 Apps - zum grossen Teil nicht aktuell - eher dürftig bestückt. Aber, für den, der es benötigt, gibt es ja reichlich andere Quellen für Anwendungen.

Denen von Euch, die gerne einen grossen Teil der Funktionen erklärt bekommen wollen, kann ich nur den YouTube-Kanal My Deep Guide empfehlen. Für Artikel in Deutscher Sprache verweise ich gerne im Blog von Robert Lender auf das Schlagwort Boox.

So viel zum Vorgeplänkel und jetzt zurück zu mir. Das Gerät hat WLAN, man kann es aber komplett ohne Verbindung zum Netz betreiben, auch die Updates lassen sich auf den Seiten des Herstellers herunterladen. Es wird übrigens ein MicroSD-USB-C-Adapter mitgeliefert, mit dem man selbstverständlich auch E-Books, PDFs, Apps, Notizen, ... übertragen kann.

Ich selber bin zu faul dafür und nutze zum Transfer von Daten den vom Anbieter zur Verfügung gestellten Dienst push.boox.com und im Urlaub habe ich auch einmal den eingebauten Webserver verwendet.

Die Botschaft ist, wenn Ihr das Gerät ohne Netz oder Internetzugang betreiben wollt, ist es möglich.

Tatsächlich benutze ich selber aber nur einen Bruchteil der Funktionen, nämlich nur die Lesefunktion ("Neo Reader") und die Notizfunktion da kenne ich den Namen nicht. Die ganzen erweiterten Funktionalitäten wie Spracherkennung, Schrifterkennung, Benutzung als externer HDMI-Monitor, und andere habe ich mir noch nicht einmal angeschaut.

Ziel war es, mit dem Gerät störungsfrei zu Lesen und ebenfalls störungsfrei Notizen machen zu können. Auch das bekommt man vermutlich mit jedem anderen Gerät durch Kappen der Internetverbindung hin, aber das macht man ja dann doch nicht.

In den vergangenen fünf Monaten habe ich mit dem Gerät genau das getan, für das ich das Ding gekauft habe. Das hat perfekt geklappt.

Die Akkulaufzeit ist beeindruckend gut - im Urlaub habe ich zwei Wochen lang jeweils zwei Stunden täglich gelesen und der Akku ging von 100% auf etwa 66% runter.

Durch den "Reader" / "Note-Taker" habe ich auch wieder begonnen, handschriftliche Notizen und Skizzen zu machen. Es gibt verschiedene Studien, die sagen, dass das gut "für das Hirn" ist. Ich merke einfach nur, dass es mir gut tut, mich fokussieren zu können und die Möglichkeit, nicht an Formen gebunden zu sein, hilft meiner eigenen Kreativität.

Es ist sehr spannend zu sehen bzw. zu bemerken, wie schwer es mir gefallen ist, längere Artikel oder gar Bücher am Stück zu lesen. Ich bin gewillt, meine minimal gewordene Aufmerksamkeitsspanne wieder zu vergrössern und dabei hilft mir ein solches Hilfsmittel.

Das ist natürlich die Paradedisziplin und das macht auch sehr viel Spass. Insbesondere das A4-Format und der acht-Kern-Prozessor helfen sehr, auch grössere PDFs - ich habe das Linux-Magazin abonniert - flüssig in Ganzseitenansicht zu lesen. Andere Formate sind natürlich noch viel weniger ein Problem, ob epub- oder mobi-Format.

Das Gerät ist sehr teuer, gar keine Frage, aber für mich ist es jeden einzelnen Rappen oder Cent wert.

Was ich mir besser gewünscht hätte, wäre, dass ein deutlich besserer Stift mitgeliefert wird. Der passt einfach nicht zur Preisklasse des Geräts. Er funktioniert sehr gut, wirkt aber billig. Meine Frau hat sich einen Lamy EMR Pen gegönnt - sie ist mit Lamy-Füllern gross geworden - und ich liebäugele mit einem Noris digital Jumbo. Achtet bei einem Kauf darauf, dass das Gerät eine Löschtaste hat.

Zusätzlich habe ich mir noch das Cover zugelegt, was das Gerät gut schützt und es schlafen legt, wenn das Cover geschlossen wird oder aufweckt, wenn man es öffnet, aber auch hier hätte ich mir für den Preis eine bessere Verarbeitung gewünscht. Bei meiner besseren Hälfte war der Stifthalter nach ein paar Wochen abgerissen.

In Summe bin ich sehr zufrieden und würde es, oder besser den Nachfolger, wieder kaufen.

Onyx Boox Max 3

Vor einigen Tagen habe ich hier etwas über das reMarkable geschrieben, habe mir aber in der Zwischenzeit ein neues Lese- und Schreibgerät zugelegt.

Es handelt sich um das zugegebenermassen nicht so günstige Onyx Boox Max 3. Die Webseite ist übrigens ziemlich gut. Wenn Ihr weiter runter scrollt, findet Ihr ein paar Videos zum Gerät.

Warum? Es gibt eine Reihe von guten Gründen für mich.

Displaygrösse: Die Bildschirmdiagonalen der beiden Geräte sind 10.3 Zoll (262 mm) bzw. 13.3 Zoll (338 mm). Das Display des reMarkable (209x157 mm) ist ungefähr so gross wie DIN A5 (210x148 mm) und das Display des Max 3 (284x183 mm) liegt fast bei DIN A4 (297x210 mm), wenn ich richtig gerechnet habe. Der Unterschied ist merkbar.

Android: Das Max 3 läuft mit Android 9 und erlaubt damit die Installation von reichlich Android Apps. Standardmässig ist es nicht mit Google verbunden, man kann aber den Playstore nutzen wenn man möchte (ich möchte es nicht). Im Standard ist es mit dem Store des Herstellers verbunden, aus dem man beispielsweise die Apps von Amazon oder Tolino installieren, um auch DRM-verseuchte E-Books lesen zu können.

Keine Cloudbindung: Anders als bei reMarkable, das nur vernünftig nutzbar ist, wenn man den Cloudspeicher der Hersteller mitbenutzt, lässt sich das Max 3 komplett ohne Clouddienste benutzen. E-Books können über den eingebauten Webserver verschickt werden, dem Gerät liegt ein USB-C microSD Adapter bei, über den man ebenfalls Dokumente kopieren kann.

Grössere Leistung: Damit meine ich nicht alleine die technischen Daten. Ich hatte auf dem reMarkable häufig Probleme, aufwendige PDFs zu öffnen. Die Probleme beim reMarkable bestanden darin, dass das Blättern mehrere Sekunden dauert und die Darstellung enorm verzögert ist. Beim Max 3 werden selbst aufwendige PDFs nahezu instantan angezeigt. Super.

Speicher: 8 GB vs 64 GB, nicht dass man rein für E-Books so wahnsinnig viel Speicher braucht, aber es ist schön das in der Hinterhand zu haben. Alle "meine" E-Books belegen 25 GB, ich könnte also alle auf das Gerät kopieren. Ich vermute das Handling würde keinen Spass machen, aber es ginge.

Gimmicks HDMI: Das Max 3 lässt sich via HDMI als externer Monitor benutzen. Ich könnte mir gut vorstellen, auf dem Max 3 ein PDF zu haben, das ich benötige, um auf dem Hauptgerät zu arbeiten. Ob das das jemals versuche, weiss ich nicht. Es gibt ein interessantes Video - Boox Max3 - Secondary Monitor Demo dazu. Die Halterung sieht super aus.

Noch einmal der Preis. E-Book-Reader mit Notizfunktion kosten Geld, leider nicht wenig Geld. Aber der Nutzen ist relativ gross. Jede oder jeder muss den Wert für sich selber bestimmen und auch ob er oder sie bereit ist, das Geld dafür zu bezahlen.

Headset kaufen

Vor der Krise habe ich wenig und wenn überhaupt, dann nur sehr ungerne telefoniert oder an Audio- oder Videokonferenzen teilgenommen. Jetzt hänge ich bis zu sechs Stunden pro Arbeitstag in solchen Konferenzen oder Telefonaten.

Mein "Podcast-Headset", das Bose Quiet Comfort QC 35, ist super zum Hören geeignet aber eher suboptimal für das Sprechen. Dazu kommt, dass ich es gerne einmal eine oder zwei Stunden am Stück trage, wie beispielsweise beim Pendeln, aber bei längerer Zeit beginnt es zu nerven. Zum einen, weil es schwer ist und zum anderen, weil ich heisse Ohren bekomme.

Also musste etwas neues her. Ich habe mich bei Volker Weber inspiereren lassen, er hat von solchen Geräten deutlich mehr Ahnung als ich. Auf die Empfehlung habe ich mir das Plantronics (neu: Poly) Voyager Focus UC - die Preise auf der Webseite sind Mondpreise, man bekommt es deutlich günstiger - ohne Tischladestation gegönnt und bin begeistert sowohl vom Klang wie auch vom Tragekomfort.

Der Akku hält einen Arbeitstag mit viel Hören und Sprechen locker durch und das Headset funktioniert ohne zusätzliche Software problemlos unter Android, iOS, iPadOS und Fedora Linux.

Nebenbei: Ich habe mir die Kosten von der Firma erstatten lassen können. Falls das nicht funktioniert hätte, hätte ich das als Investition in mein Homeoffice für die Zeit nach der Krise verstanden.

Server OS LifeCycle

linux

Meine Server laufen seit etwa fünf Jahren unter CentOS 7. In der Zeit gab es ordentlich Updates und tatsächlich keine Probleme, die auf der Software basierten.

Eigentlich läge damit CentOS 8 als neues Betriebssystem für die Server nahe. Allerdings schreibt schon Michael Kofler, dass CentOS 8 über sechs Wochen ohne Updates war und wirft Oracle Linux in die Waagschale.

Das hört sich auf den ersten und zweiten Blick komisch an, ist es auch. Aber Oracle bietet sein Linux als FLOSS-Lösung an, die gratis ist, solange man kein System hat, bei dem man für den Support durch Oracle bezahlt. In dem Fall werden alle Instanzen kostenpflichtig. Komisches Modell, oder?

Nebenbei: Ich nutze sehr gerne VirtualBox, ebenfalls von Oracle, da muss man aufpassen, dass sich die Lizenzbestimmungen mit der Nutzung des Extension Packs ändern.

Also, was tun?

Der Vorteil von CentOS war und ist, dass es sehr lange (rund zehn Jahre) unterstützt wird und tatsächlich bin ich auch noch nicht in der Not zu wechseln. Der Support für CentOS 7 läuft erst am 30. Juni 2024 (Tabelle) aus, also erst in viereinhalb Jahren. Der Nachteil ist, dass CentOS über die Lebenszeit garantiert, API-kompatibel zu bleiben, was zum Teil in sehr alter Software resultiert (Tabelle bei DistroWatch. Das wiederum bedeutet, dass man reichlich Fremdrepositories verwenden muss - bei mir EPEL, die Remi-Repostitories für PHP und Repos für MariaDB - um halbwegs aktuelle Webanwendungen betreiben zu können. Das Web ist voll von Fragen, wie man eine bestimmte Software unter CentOS zum Laufen bekommt.

Also Plan A ist, bei CentOS zu bleiben. Die "Synergien" zwischen dem, was ich beruflich mache(n muss), nämlich Red Hat Enterprise Linux zu betreiben, und dem, was ich dann privat mache, sind schon sehr gross. Bedingung dafür wäre, dass es regelmässiger Updates gibt.

Plan B wäre, die Distribution zu wechseln, hier bieten sich quasi sofort Ubuntu und Debian an, wobei ich im Fall eines Wechsels zu Debian tendieren würde.

Es gibt natürlich noch einen Plan C, das wäre ein Docker (bzw. Podman) basiertes Setup. Mich würde sehr reizen, das mit Alpine Linux als Basis zu versuchen. Eine Alternative könnte sogar Fedora Core OS sein.

Kein Plan D, aber eine interessante Alternative könnte tatsächlich Fedora in der Server-Variante sein. Allerdings sind die Wechsel zwischen den halbjährlichen Releases schon sehr drastisch und bedürfen der ständigen Nacharbeit (vermute ich). Fedora auf dem Desktop ist super (langweilig), das funktioniert einfach richtig gut, selbst mit aktiviertem SELinux sind keine Nacharbeiten nötig.

Jetzt Ihr. Was wären Eure Empfehlungen? Viel wichtiger als "was" wäre mir das "warum" Ihr ein bestimmtes Server-OS empfehlt. FreeBSD oder OpenBSD wären auch noch nachdenkenswerte Varianten.

Meine Firefox-Addons Ende 2019

Hier ist ein Überblick über die Firefox Addons, die ich einsetze. Fragen gerne in die Kommentare.

Die Links unten findet Ihr auch in meiner Shaarli-Instanz.

Wie ich Ende 2019 arbeite (Client)

Dieser Artikel ist ein Update des letztjährigen Artikels zu Wie ich arbeite (Client). Er steht in der Tradition der Artikelreihe, die von Matthias Mees begründet wurde, hier sein Update für 2019.

Auf dem Client hat sich eine Menge mehr getan als auf dem Server.

Hardware

Bei den Diensten, die ich nutze, bemühe ich mich immer stärker um Zwei-Faktor-Authentisierung. Dabei geht darum neben dem Faktor "Wissen" (Passwort) auch den Faktor "Besitz" mit einzubeziehen. Dafür habe ich mir insbesondere den Yubikey 5 NFC gekauft. Da das leider nicht mit allen Maschinen funktioniert, mit denen ich arbeite, nutze ich für alles andere die Android-Software andOTP, die es bei F-Droid und auch im Google Playstore gibt.

Für mein altes geschrottetes Sony XPeria Tablet Z4 habe ich im Samsung Galaxy Tab S5e (mit Bookcover) ein Neues Tablet gefunden.

Das Nokia 7 Plus war Software-technisch eines der besten Geräte, was ich bisher hatte, von Seiten Hardware war es aber eine Katastrophe. Es wurde im Herbst Durch ein Fairphone 3 ersetzt. Es ist noch nicht 100% fair, wie der Hersteller zugibt, aber auf dem Weg dorthin.

Damit waren und sind meine "daily driver":

  • Fairphone 3
  • Samsung Galaxy Tab S5e
  • Amazfit Bip
  • Dell Latitude E7450 mit Fedora 31 (habe ich nicht immer dabei)
  • iPhone 8 plus (wenn ich Bereitschaft habe)

Das Notebook wird im April vier Jahre alt und eigentlich hätte ich gerne etwas neues, aber es funktioniert noch zu gut. :-)

Wer sich für die anderen technischen Geräte bei uns interessiert, wird auf der Technikseite im Blog fündig.

Software

Web

Von Rainloop bin ich wieder zurück auf Roundcube gewechselt. Rainloop kommt nicht mit vielen Ordnern und grossen Sieve-Filtern zurecht. Ausserdem gefällt mir das neue Design richtig gut.

Als IRC-Client nutze ich The Lounge via Docker und bin sehr zufrieden damit.

Meine Bookmarks hoste ich mit Shaarli jetzt auch endlich selber. Es gibt einige Apps, die das unterstützen.

Die norwegische App yr zeigt mir das internationale Wetter. Für die Schweiz macht Meteo Swiss einen guten Job.

Android

Nachdem ich gemerkt habe, dass ich das Killerfeature von PocketCasts, nämlich die Synchronisierung zwischen verschiedenen Geräten, so gut wie nie genutzt habe, bin ich zu AntennaPod. Es gab eine kurze Zeit der Umgewöhnung, aber mittlerweile bin ich sehr zufrieden.

Ich benutze keinen Friendica-Client und auch keinen Feedreader mehr ...

Mailclient bleibt K-9 Mail, aber die Synchronisation ist ausgeschaltet.

Neu ist, dass ich als Aufgabenverwaltung Todoist benutze, daher ist auch die passende App auf dem Handy und dem Tablet installiert.

Da sich OsmAnd im länderübergreifenden Routing schwer tut, setze ich jetzt auf Magic Earth, die auch mit (offline) OpenStreetMap-Karten arbeiten. Fun Fact: Das Tool wird hier "um die Ecke" entwickelt.

Netguard blockt mir als konfigurierbarer Paketfilter reichlich Tracker weg ...

iOS

Nutze ich gar nicht mehr. Das Diensthandy habe ich auf mein privates Handy weitergeleitet.

Linux

Das aktuelle Desktop-Environment ist nach einem kurzen Ausflug zu XFCE mittlerweile Gnome, was von Fedora echt am besten unterstützt wird.

VS Codium hat bei mir Visual Studio Code abgelöst.

Von Powerline bin ich Zurück auf Liquidprompt gewechselt.

Mails und Kalender mache ich neu mit Evolution.

Suchmaschine

Mach Qwant habe ich einen kurzen Ausflug zu searx unternommen, der leider durch Limitierungen der API nicht so erfolgreich war. Mittlerweile bin ich zurück bei DuckDuckGo.

Kommunikation

Ich habe XMPP (Jabber) wieder entdeckt und auch Menschen im meinem Bekanntenkreis, die das nutzen. Unter Android setze ich Conversations und unter Linux Dino als Clients ein.

Neben Matrix setze ich auf Wire als Messenger.

Wie ich Ende 2019 arbeite (Infrastruktur)

Dieser Artikel ist ein Update des letztjährigen Artikels zu Wie ich arbeite (Infrastruktur).

Neben der Aktualisierung, mittlerweile Fedora 31 und CentOS 7.7, sowie PHP 7.3, hat der Webserver eine Aufrüstung erfahren. Es ist mittlerweile ein RS 4000 von Netcup, die Nextcloud-Instanz wird gut genutzt.

Der Kommunikationsserver hostet auch eine Instanz von The Lounge, einem webbasierten IRC-Client.

Weil mich die Statistiken eh nicht interessiert haben, habe ich in der Zwischenzeit auch Matomo entfernt.

Beim Rest hat sich nichts verändert.

Mein Arbeitsplatz ...

linux

Systemadministrator (aktueller "Jobtitel Senior System Engineer Linux/Unix") bin ich schon relativ lange und so lange ich diesen Job mache, so lange schraube ich und verbessere mein Arbeitssetup.

Das berufliche "Virtual Desktop"-Betriebssystem ist leider Windows, aktuell in der Version 10, via Thin Client, wobei ich bis auf Mailclient und Webbrowser (via SSL Interception Proxy) nur Zugriff auf die Linux- und Solaris-Infrastruktur benötige.

Dafür habe ich sehr vieles ausprobiert. Wir haben einen Remote Desktop mit NoMachine, den ich lange genutzt habe - vor allem, da ich ihn auch über beide Monitore strecken kann - aber so richtig warm geworden bin ich damit nicht. In einem anderen Kontext nutzen wir xrdp und auch X2Go habe ich getestet. Auf der Gegenseite läuft jeweils ein Red Hat Enterprise Linux 7 mit KDE 4 als Desktop (privat bin ich auf Fedora 29 mit KDE Plasma).

Nach allem Hin und Her bin ich mittlerweile bei PuTTY und - falls ich wirklich einmal (sehr selten) Grafik brauche - XMing, das reicht für mich völlig aus.

In PuTTY gibt es vier Settings, die ich jedem empfehlen möchte, der ernsthaft damit arbeitet.

  1. Unter Window / Behaviour habe ich "Full screen und Alt-Enter" gesetzt, damit lässt sich PuTTY in einem rahmenlosen Vollbild-Fenster betreiben.
  2. Unter Window / Selection ist die "Action of mouse buttons" auf "xterm (Right extends, Middle pastes)" gesetzt. Ihr wisst schon ... alter Sack ... Schwierigkeiten umzugewöhnen ... besser es funktioniert so wie auf jedem gewohnten Linux Desktop.
  3. Ebenfalls unter Windows / Selection gibt es den Punkt "Paste to clipboard in RTF as well as plain text" - gerade in Verbindung mit Outlook als Zwangsclient hilft das sehr, formatierte Dinge (inklusive Farben) aus der Shell zu pasten.
  4. Unter Connection / SSH / X11 muss natürlich "Enable X11 forwarding" eingeschaltet sein, sonst wird das nichts mit XMing.

Apropos XMing, das wird über einen Shortcut mit folgenden Parametern gestartet: Xming.exe :0 -clipboard -multiwindow -xkblayout ch -xkbvariant de

Was das ganze Setup aber zu meiner Administrationslösung macht, ist tmux. Meine Konfiguration findet Ihr am Ende das Artikels. Vielleicht erläutere ich sie einmal in einem weiteren Blogposting.

Bis vor kurzem habe ich immer ClusterSSH benutzt, wenn ich auf mehreren Systemen gleiche Befehle ausführen musste. Das hat auch mit XMing super funktioniert, bringt aber eine Inflation an Fenstern mit sich.

Daher bin ich richtig froh, dass ich tmux-xpanes entdeckt habe. Das Tools ist mit einer Fullscreen Terminal-Session via tmux einfach unschlagbar.

Meine zwei Monitore sind jetzt wie folgt aufgeteilt. Der linke Monitor trägt den ganzen Windows-Kram und der rechte eine PuTTY-Session im Fullscreen mit tmux. Das ist für mich perfekt.

# .tmux.conf
# Dirk Deimeke

set -s escape-time 1
set -g base-index 1
setw -g pane-base-index 1

bind r source-file ~/.tmux.conf \; display "Reloaded!"
bind S set-window-option synchronize-panes

bind h select-pane -L
bind j select-pane -D
bind k select-pane -U
bind l select-pane -R

bind -r C-h select-window -t :-
bind -r C-l select-window -t :+

bind -r H resize-pane -L
bind -r J resize-pane -D
bind -r K resize-pane -U
bind -r L resize-pane -R

set -g default-terminal "xterm-256color"

set -g status-fg black

setw -g window-status-fg black
setw -g window-status-bg default
setw -g window-status-attr dim

setw -g window-status-current-fg white
setw -g window-status-current-bg red
setw -g window-status-current-attr bright

set -g pane-border-fg green
set -g pane-border-bg black

set -g pane-active-border-fg white
set -g pane-active-border-bg yellow

set -g message-fg white
set -g message-bg black
set -g message-attr bright

#### COLOUR (Solarized 256)

# default statusbar colors
set-option -g status-bg colour235 #base02
set-option -g status-fg colour136 #yellow
set-option -g status-attr default

# default window title colors
set-window-option -g window-status-fg colour244 #base0
set-window-option -g window-status-bg default
#set-window-option -g window-status-attr dim

# active window title colors
set-window-option -g window-status-current-fg colour166 #orange
set-window-option -g window-status-current-bg default
#set-window-option -g window-status-current-attr bright

# pane border
set-option -g pane-border-fg colour235 #base02
set-option -g pane-active-border-fg colour240 #base01

# message text
set-option -g message-bg colour235 #base02
set-option -g message-fg colour166 #orange

# pane number display
set-option -g display-panes-active-colour colour33 #blue
set-option -g display-panes-colour colour166 #orange

# clock
set-window-option -g clock-mode-colour colour64 #green
 

Wie ich arbeite (Infrastruktur) ...

In 2018 habe ich den Umzug in Richtung verteilter Infrastruktur abgeschlossen und alle Domains migriert.

Server

Schon vor 2018 bin ich von einem physikalischen Server bei Hetzner zu virtuellen Servern bei Netcup gewechselt. Obwohl ich jetzt mit drei virtuellen Servern weniger als für den physikalischen Server zahle, war der Preis nicht das Kriterium für den Wechsel.

Die Festplattenperformance war im Vergleich zu Bekannten, die die gleiche Serverversion eingesetzt haben, einfach unterirdisch schlecht. Und selbst der schnellere Server der Bekannten ist noch einmal in der Festplattenperformance Faktor drei langsamer als die virtuellen Server, beide setzen drehende Festplatten und keine SSDs ein.

Es sind bei mir insgesamt drei viruelle Server des Typs RS 2000 G7 (mit SAS-Platten) im Einsatz, die die folgenden Aufgaben übernehmen:

Spielwiese mit Fedora 29: Auf diesem Server läuft unter anderem Wireguard und eine Taskserver-Instanz. Zusätzlich habe ich dort einige Kommandozeilentools installiert, die man im Internet brauchen kann.

Kommunikationsserver mit CentOS 7.6, PHP 7.2 kommt aus dem Remi-Repository: CentOS setze ich vor allem deswegen ein, weil ich im Betrieb ausschliesslich (neben Solaris) mit Red Hat Enterprise Linux zu tun habe. Auf dem genannten Server läuft neben der Mail-Infrastruktur auch noch Friendica und FreshRSS.

Webserver mit CentOS 7.6, mit PHP 7.1 von Remi: Hier laufen alle Webseiten und zusätzlich noch eine Gitea-Instanz. Als Blogsoftware setze ich immer noch auf Serendipity, Wiki mache ich mit DokuWiki und eine immer grösser werdende Nextcloud-Instanz gibt es hier auch noch. Diesen Server werde ich auf absehbare Zeit erweitern müssen.

Für statische Webseiten setze ich auf die Templates von Templated oder nutze Skeleton als Basis.

Zertifikate kommen von Let's encrpyt mit AcmeFetch, ich überlege auf Certbot umzustellen.

Monitoring

Als Monitoring-Lösung kommt bei mir Bloonix zum Einsatz. Dank Jonny habe ich einen Freiaccount in dem von ihm gehosteten Angebot, wofür ich immer noch sehr dankbar bin.

Ergänzug am 3. Januar 2019: Die Benachrichtigungen des Monitorings landen bei Uberspace. Etwas unüblich benutze ich Uberspace tatsächlich nur für E-Mails. Neben den Benachrichtigungen betreibe ich im Uberspace auch eine wenig genutzte aber für mich wichtige Mailingliste.

DNS

DNS lasse ich bei INWX hosten. Das Konfigurationfrontend gefällt mir so gar nicht, aber die Preise sind in Ordnung und sie bieten nahezu alle Domains an, die es gibt.

Backup

Das Backup aller Server mache ich über eine Storage Box BX40 bei Hetzner und das funktioniert wirklich gut.

Serverbackups laufen alle 30 Minuten mit Borgbackup und Datenbankbackups alle vier Stunden mit MyDumper.

Ende des ersten Quartals des letzten Jahres hat meine Internetverbindung einen Schub bekommen, von 26 MBit/s Download und 6 Mbit/s Upload ging es auf gemessene 343 MBit/s Download und 115 MBit/s Upload. Damit brauchen wir auch kein lokales NAS mehr. Die Rechner bei uns werden ebenfalls mindestens einmal am Tag mit Borgbackup gesichert.

Spielwiesen

Wenn ich lokale Tests mache, setze ich die mit VirtualBox (derzeit in Version 6.0.0) um, insbesondere die Tests für das Buch laufen auch darüber.

Neben anderen virtuellen Maschinen habe ich immer eine Minimalinstallation der Servervarianten von Alpine, CentOS, Debian, Fedora, openSUSE und Ubuntu auf der Platte.

Ein lokales Minishift hätte ich fast vergessen.

Dinge im Internet teste ich mit Droplets auf DigitalOcean, die geben auch sehr viel an die Community zurück und bieten freies Guthaben für Open-Source-Projekte.

Über diesen Link bekommt Ihr 10 Dollar Freiguthaben, wenn Ihr selber Geld einzahlt (mindestens 25 Dollar), wird mir eine Provision gut geschrieben.

Fazit

Ich hoste sehr viel Software selber.

Klar, das kostet Zeit, bietet aber auch sehr viele Freiheiten, die ich nicht mehr missen möchte.

Wie ich arbeite (Client) ...

Um das nicht ausufern zu lassen, beschränke ich mich auf Dinge, die sich in 2018 geändert haben und selbst das ist schon lang geworden. Ich werde inhaltlich nicht auf Dienstsoftware eingehen, weil ich darauf keinen (oder nur wenig) Einfluss habe.

Hardware

Durch Dummheit habe ich in 2018 mein Android-Tablet, ein Sony Xperia Tablet Z4, in die ewigen Jagdgründe geschickt. Leider scheint das Thema Tablet bei Android durch zu sein, ich hätte mich für ein MediaPad M5 10 Pro mit Tastatur entschieden, wenn es mal in Europa verfügbar wäre. Man kann das "Pro" bis heute nicht kaufen und da Netflix noch nicht einmal in HD funktioniert, hätte mir das vermutlich auch nicht so recht gefallen.

Ich bin wahrlich kein Fan von Apple-Geräten, habe mir aber von der Firma ein iPad Pro (12.9 Zoll, 2. Generation) für Bereitschaftsfälle, die ich vorher mit meinem privaten Android Tablet gemeistert habe, geben lassen. Da muss ich gestehen, dass das mit Abstand das beste Tablet ist, was ich je benutzt habe. Das Format ist super, die Tastatur ist klasse und ich darf es auch privat nutzen. Ach, ja, einen Pencil habe ich nicht, den habe ich auch noch nicht vermisst.

Das Nokia 7 plus ist mein neues Mobiltelefon und ich bin begeistert. Wenn Android, dann etweder Google direkt oder Android One. Derzeit läuft auf dem Telefon Android 9 mit dem Dezember-Patch.

Eine neue "Smartwatch" habe ich und zwar die Amazfit Bip. Das "Smartwatch" steht in Anführungszeichen, weil es eigentlich ein Fitnesstracker mit Benachrichtigungsfunktion ist. Mehr brauche ich nicht.

Interessanterweise ist der Preis des Telefons und der "Smartwatch" zusammen günstiger als ein Mobiltelefon von Apple.

Damit sind meine "daily driver":

  • Nokia 7 plus
  • iPad Pro 12.9 Zoll, 2. Generation
  • Amazfit Bip
  • Dell Latitude E7450 mit Fedora 29 (habe ich nicht immer dabei)
  • iPhone 8 plus (wenn ich Bereitschaft habe)

Wer sich für die anderen technischen Geräte bei uns interessiert, wird auf der Technikseite im Blog fündig.

Anmerkung: Ich darf auch das Diensttelefon privat nutzen, trenne aber aber aufgrund schlechter Erfahrungen in anderen Firmen private und berufliche Erreichbarkeit, alle Kollegen haben natürlich auch meine Privatnummer (und die ist im Notfall auch nicht so schwer herauszufinden).

Software

Hier hat sich ein bisschen etwas getan. Ihr findet unten nur die Veränderungen von diesem Jahr, sonst wird es zu viel.

Web

Das Webmailprogramm ist nun Rainloop, vor allem wegen der 2-Faktor-Authentifizierung. Vorher habe ich Roundcube benutzt.

Am Fediverse nehme ich nun mit einer selbst gehosteten Friendica-Instanz teil, ich bin gewechselt von GNUsocial, weil letzteres nicht mehr weiterentwickelt wird.

Es gibt mittlerweile eine beeindruckende Menge von Instanzen mit unterschiedlicher Software und das Schöne ist, sie können sich untereinander austauschen. Wer mir dort folgen möchte: dirk@friend.d5e.org (das ist keine E-Mail-Adresse).

Statt Tiny Tiny RSS nutze ich mit wachsender Begeisterung FreshRSS, die Software ist super und der Autor sehr nett und ansprechbar. (Wer einen Account möchte, kann sich gerne bei mir melden).

Android

Hier nutze ich verstärkt F-Droid, ich muss mich einfach daran erinnern, erst dort zu schauen, bevor ich den Google Playstore bemühe.

DiCa nutze ich seit neueste als Client für Friendica, gibt es leider noch nicht bei F-Droid.

Dann noch EasyRSS als Client für FreshRSS. Wenn jemand einen mit der Google-API kompatiblen Feedreader für iOS kennt, bin ich für Hinweise dankbar.

Ich bin zurück zu K-9 Mail gewechselt und komme von Maildroid, da das lesen GPG-verschlüsselter Mails nicht mehr funktioniert hat. Allerdings lese ich immer weniger Mails auf dem Mobiltelefon, das ständig tun zu müssen, wird überschätzt.

Gadgetbridge benutze ich für die Kommunikation mit der "Smartwatch".

TI5x (Playstore) ist ein bisschen "back to the roots", der TI-59 war das erste programmierbare Gerät, das ich benutzt habe. Damit nahm alles seinen Anfang.

iOS

Auf dem Tablet kommen neben den Open-Sourcen-Tools noch folgende Bezahlsoftware zum Einsatz.

Blink ist ein sehr guter SSH-Client. Ich habe ihn ausgewählt, weil er auch Mosh kann.

Working Copy ist ein Git-Client, der für das mobile Arbeiten sehr hilfreich ist.

Textastic ist ein hervorragender Editor, der direkt mit Working Copy kommunizieren kann.

Plattformübergreifend

Passwort-Manager Bitwarden als Webclient mit 2-Faktor-Authentifizierung und nativ unter Linux, Android und iOS.

Notizen mit Joplin, Backend ist meine Nextcloud-Instanz. Kein Webclient, dafür aber nativ unter Linux, Android und iOS.

Matrix ist für mich die Entdeckung des Jahres und avanciert zu meinem primären Messenger und IRC-Client. Ich nutze Riot als Webclient und die nativen Android- und iOS-Versionen.

Rocket Chat benutze ich neu als Teamchat: schlicht, einfach und schnell.

Visual Studio Code ist neben Vim mein Haupteditor, er macht deutlich mehr Spass als Sublime Text (da habe ich sogar eine Lizenz) oder Atom.

Dieser Artikel hier wurde mit Joplin vorbereitet und mit Visual Studio Code geschrieben.

Suchmaschine

Tja, ich habe mich sogar durch Qwant von DuckDuckGo getrennt. Die Suchergebnisse sind ähnlich gut, aber die Suchmaschine wird in Europa, genauer in Frankreich betrieben.