Wechsel auf Super Productivity
Vor relativ genau sechs Jahren wechselte ich auf Todoist und das war schon ein Riesenschritt. Was Aufgabenverwaltung angeht, kann keine aktuelle Software Taskwarrior das Wasser reichen. Der fehlende mobile Client, die potenzielle Einstellung der Synchronisation und die Stagnation in der Entwicklung machten für mich aber einen Wechsel erforderlich.
Genug der Historie. Ich schaue eigentlich ständig nach Alternativen im Bereich der Free/Libre Open-Source-Software (FLOSS) und bin bereits vor Jahren auf Super Productivity gestossen. Das Konzept fand ich superinteressant, habe mich aber nie weiter damit beschäftigt, weil ich mich im Web Client nie anmelden musste und ich daher davon ausging, dass es auch bei Super Productivity keine Synchronisation gibt. Ich habe auch nicht weiter geforscht.
Super Productivity synchronisiert sich mit der eigenen Nextcloud-Instanz. Bei der Einrichtung der Synchronisation im Webclient gibt es allerdings eine sehr deutliche Meldung, dass man sich der Security-Implikation, die die Speicherung der Zugangsdaten im Browser mit sich führt, bewusst sein muss. Daraufhin habe ich das auch einmal gelassen.
Es gibt für alle meine Plattformen (Linux, Android, Wintendo) native Anwendungen, daher benötige ich die Browser-Variante nicht. Ebenfalls unterstützt wird macOS, für iOS gibt es noch(?) nichts. Bei Linux ist das Team den sehr harten Weg gegangen, fast alles zu unterstützen: AppImage, Flatpak, Snap, rpm- und deb-Pakete. Bei mir ist es Flatpak und die Android-App via F-Droid.
Zuerst einmal musste ich mich von der Vorstellung lösen, dass die Software eine reine Aufgabenverwaltung ist. Sie ist viel mehr und das "Productivity" im Namen ist durchaus Programm.
Mit Super Productivity kann man seine Zeit erfassen, direkt auf die Aufgaben bezogen, man kann Schätzungen einbringen und die Aufgaben in einem Kalender planen (ja, man kann auch den eigenen Kalender einbinden und Timeboxing betreiben).
Am Ende eines Tages kann man den Tag zusammenfassen und durch verschiedene Metriken bewerten lassen. Exporte und Berichte sind ebenfalls möglich.
Die Anwendung bietet Schnittstellen für Jira, GitHub, GitLab, Gitea und OpenProject, importiert Aufgaben aus diesen Diensten automatisch und ermöglicht Synchronisation per WebDAV, Dropbox oder Google Drive.
Aufgaben lassen sich in Kanban-Boards, Eisenhower-Matrix oder benutzerdefinierte Ansichten sortieren und per Drag-and-drop verschieben. Anhänge, Notizen und Projekt-Bookmarks können zu Aufgaben hinzugefügt werden.
Da gibt es für mich noch viel zu lernen. Ich werde lange nicht alle Funktionen benötigen. Momentan bin ich in der Migrationsphase, um meine vollgemüllte Todoist-Aufgabenliste in sinnvoller Art und Weise auszumisten und den Rest zu übernehmen.
Momentan kämpfe ich zusätzlich noch gegen gelernte Gewohnheiten und das Muskelgedächtnis. Zu einem späteren Zeitpunkt werde ich sicher mehr schreiben.
Feedback von Euch und Erfahrungen gerne hier in die Kommentare.
Kommentare
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Oliver Kraitschy am :
Wenn ich das richtig verstanden hab, dann werden Termine mit der Nextcloud synchronisiert, richtig? Werden denn auch Tasks mit der Nextcloud und der entsprechenden App synchronisiert? Oder speichert SP diese in einem eigenen Format und man muss die Datei-Synchronisation von Nextcloud nutzen?
Dirk Deimeke am :
Oliver Kraitschy am :
Dirk Deimeke am :
Dirk Deimeke am :
Andre Bering am :
Die angekündigte Preiserhöhung von Todoist hat mich auch über einen Wechsel nachdenken lassen. Mein "alter" Preis bleibt zwar erhalten, dafür bekomme ich aber keine neuen Features mehr.
Das Super Productivity keinen iOS-Client hat, ist leider für mich aktuell ein Ausschlusskriterium. Hattest du bei der aktuellen Recherche auch noch andere Lösungen evaluiert/betrachtet?
Dirk Deimeke am :
Heute wären vermutlich "Vikunja" (FLOSS, aber keine Android App) und "Remember the Milk" die Favoriten. Aber, das ist aus dem Bauch argumentiert, ohne sie aktuell getestet zu haben.
AlternativeTo ist auch eine gute Quelle: https://alternativeto.net/software/todoist/
Lars am :
Die Work-Tasks möchte ich gar nicht synchronisieren, insofern passt das. Ich habe mir noch keine GUIs angeschaut, aber das wäre ggf. ein spannendes Hobby-Projekt (obwohl es ja GUIs gibt, zumindest laut Homepage).
Dirk Deimeke am :
Es gibt auch eine Reihe an Talks und Workshops, die ich dazu gehalten habe. Die sind derzeit noch bei Speakerdeck.
Mein Grund zu wechseln, war der Sync, der sehr stiefmütterlich behandelt wurde und wegfallen sollte. Dazu kam, dass es keine Mobilanwendung gibt, wobei die ohne gute Synchronisation auch wertlos ist.
Lars am :
Vielen Dank für die Hinweise zu den Materialien, die werde ich mir definitiv ansehen.
Mit Sync habe ich mich bislang nicht beschäftigt. Meine erste Idee war, die Tasks über einen bestehenden Linux-Cloud-Server zu synchen, aber mittlerweile überlege ich mir, ob ich das überhaupt haben möchte (die Aufgaben von der Arbeit können auf dem zugehörigen Gerät bleiben).
Dirk Deimeke am :
Lars am :
Dirk Deimeke am :
Eventuell das hier: https://github.com/brutus/taskwarrior-local
Christian am :